Digitale Bildbearbeitung - Segen oder Teufelszeug?
Aus aktuellem Anlass laden wir euch zu einem Streitthema ein, das eine Rubrik von uns betrifft: das Leserfoto-Voting. Wird der Bildbearbeitung vielleicht zu viel Gewicht beigemessen?
Ist die Aufnahme zu dunkel geraten (links) kann man am Computer nachhelfen ...
©E. Krumhholz
Das Bearbeiten von Fotos am Computer gehört für viele Fotografen mittlerweile wie selbstverständlich zum Workflow mit dazu. Egal, ob es sich um Model- oder Werbeaufnahmen handelt oder auch um Fotos, die wir in unseren Geschichten verarbeiten. Wir wurden gefragt, ob es sie denn überhaupt noch gibt, die "unverfälschten, reinen, nicht bearbeiteten Fotos aus der UW-Welt". Tolle Fotos hin oder her - geht es bei den Aufnahmen vielleicht mittlerweile nur noch darum, wer das beste Programm für die Bildbearbeitung hat? Damit verbunden erreichte uns der Vorschlag, im Fotovoting zwischen bearbeiteten und nicht bearbeiteten Fotos zu unterscheiden. Wie denkt ihr darüber? Diskutiert mit!
31.07.2010
Kommentar von mmorsdorf
Moin Moin,
ich denke das man das Thema nicht so ernst nehmen sollte wie es viele leider tuen. Denn die meisten vergessen doch immer wieder das auch in der Dunkelkamer bei der guten alten Filmentwicklung viel an : Schärfe, Kontrast, Zeichnung, Farbe etc... verändert werden konnte.
Darum ist es denke ich nur normal das ein Fotograf durch eine jetzt Digitalenachbearbeitung aus Seinem Foto das macht was er gesehen hat denn Motiv sehen, Fotom machen und das foto dann zur Perfektion bringen gehört absolut dazu.
lg
mm
30.07.2010
Kommentar von DiveDoc
Die Bildbearbeitung fängt schon in der Digitalkamera an, wenn aus den Roh-Daten ein JPG-Bild erzeugt wird. Das kann man umgehen, wenn man im RAW-Format aufnimmt. Das dazu gehörige Bild muss aber auch erst am Computer mit entsprechender Software erstellt werden.
Also gibt es in der digitalen Fotografie kein unbearbeitetes Bild mehr. Was darüber hinaus an Farbverfälschungen und Retusche vorgenommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Man müsste sich also auf eine Grenze zwischen der Grund- und der erweiterten Bildbearbeitung einigen.
Interessant wäre es schon, die Bilder der Profi-Fotografen vor und nach der erweiterten Bildbearbeitung zu sehen.
Allerdings ist eine Trennung in Wettbewerben o.ä. unrealistisch, da man nicht auf die Ehrlichkeit der Teilnehmer vertrauen kann.
Oder aber man macht es kompliziert und die Teilnehmer müssen zusätzlich die RAW-Datei einreichen.
Blöd nur für die, die nicht im RAW-Format fotografieren. Und ein Internet-Voting wäre unmöglich.
18.07.2010
Kommentar von Eisvogel
Solange es die Fotografie oder den Movie-Film gibt, wird das Material hier und da verändert. Die Filme im Kopierwerk, die Fotos in der Dunkelkammer oder heutzutage am PC. Denn es wäre ein Zufall, wenn ein Foto 100% gelingen würde. Meine Fotos werden immer nachbearbeitet und ich bin froh, das gute Programme dafür gibt.
24.06.2010
Kommentar von jochen
Fotografieren, ob unter oder über Wasser, setzt neben der Geldbeutel abhängigen Ausrüstung, zwei Dinge voraus. Der Fotograf muß seine Kamera beherrschen und ein gutes Auge für ein gutes Motiv haben. Alles andere, was am PC nachbearbeitet wird,
wie Kontrast, Helligkeit, retuschieren, Farben...., ist nicht mehr das Foto, welches unter Wasser geschossen wurde.
Er malt sich sein Foto so fertig, wie er es gerne eingefangen hätte. Mir geht es in dieser Diskussion nicht darum, was eine Kamera schon unter Wasser alles an Einstellungen hat, sondern was der Fotograf daraus unter Wasser macht.... und nicht am PC. Ein ehrliches Voting in der Kategorie unverfälschte Fotos bleibt aber wahrscheinlich ein Traum, da die meisten Zeitschriften Ihre Fotos ebenfalls nachbearbeitet drucken... oder nicht??
20.06.2010
Kommentar von Bernd Stahlschmidt
Vor der digitalen Photographie wurden die Fotos in Dunkelkammern entwickelt und bearbeitet.
Heute kann eine Bearbeitung am PC stattfinden, und dass sollte meiner Meinung nach auch geschehen. Allerdings spielt hierbei, wie bei anderen Sachen auch, die Dosierung eine Rolle. zB ist eine Belichtungskorrektur oder eine Definition des Ausschnitts OK. In vielen Fällen fällt ein zu stark bearbeitetes Foto auf und wirkt unnatürlich.
16.06.2010
Kommentar von Schaffel
Klar wäre es schön, wenn man bei den Bildwettbewerben unterscheiden könnte, sei es nach bearbeitet/unbearbeitet oder nach Profi/Amateur.
Die Realität schaut aber so aus, dass überall, wo es möglich ist, auch beschissen wird. Und damit ist das ganze dann ad absurdum geführt.....
Ausserdem: Wie kann man denn ein bearbeitetes Bild von einem unbearbeiteten unterscheiden? Wie definiert man überhaupt \\\\\\\"bearbeitet\\\\\\\" - ist das schon das Ausschneiden eines Bildausschnittes, die automatische Farbanpassung oder Weissabgleich? Sind nicht alle digitalen Bilder irgendwie bearbeitet (wo ist der Unterschied, ob z.B. der automatische Weissabgleich beim Abdrücken vom Fotoapperat gemacht wird oder später am Computer?
LG Schaffel
11.06.2010
Kommentar von Dahabdiver
Dass gerade in der Medienfotografie arg gemogelt wird (beispielsweise kein Playboymädchen so wie im Heft aussieht) ist doch schon lange bekannt. Schwer festzustellen, ob es der Kunde so erwartet oder die Redaktion es beschließt und vorsetzt. Jedenfalls schaffen doch die Medien überhaupt erst Anreize an die Konsumenten und auch Wettbewerbsteilnehmer, Bildbearbeitung einzusetzen, denn sie sind es doch, die in den Heften eine unrealistische Farbwelt vorgaukeln. Wie viele großformatige Fotos in der Tauchpresse zeigen Meer so blau wie hier die Navigationsleiste, knallige Rottöne bei Lichtwegen von etlichen Metern ... Und da sowas von Fotoprofis kommt, macht es der Amateur natürlich nach, weil er meint, nur so Erfolg zu haben.
Zumindest eine Wettbewerbstrennung in bearbeitet und original empfinde ich als fair, und entlarvte Mogelfotos sollten entweder eine Eigenrubrik "Photoshop-Kunst" bekommen oder nicht zugelassen werden.
11.06.2010
Kommentar von mütze
Eine soclhe Trennung wird nicht funktionieren, da man nicht davon ausgehen kann, das alle Teilnehmer ehrlich sind. Und wie will man das auch nachweisen, ob ein Foto bearbeitet wurde oder nicht? Die Idee ist gar nicht schlecht, nur umsetzbar ist sie aus genannten Gründen leider nicht. Es reichen schon ein paar Spinnerte, um so ein System auszuhebeln. Und dann ist der Spaß auch perdu.
11.06.2010
Kommentar von diver68
Der Vorschlag der Trennung hat was für sich...sofern von einer Jury -unabhängig von der Ehrlichkeit der Teilnehmer/Einsender- über-haupt objektiv unterscheid-/nachvollziehbar. Grundsätzlich besteht ja schon ein großer Unterschied in der technischen Ausstattung von "Hobby-Knipsern" wie mir z.B. mit einer kleinen Kompakten im UW-Gehäuse und professionelleren (oder mit mehr Finanzspielraum)UW-Fotografen, die mit SLR, Domports etc. arbeiten können, was sich für letztere vorteilhaft auf Motivauswahlmöglichkeiten und/oder Bildqualität (wie von Knipser i.S. Voreinstellungen auch angemerkt)auswirkt.
Wenn nun noch hinzukommt, wer das bessere Bildbearbeitungsprogramm sein eigen nennt und/oder der kundigere PC-Fuchs ist, dann potentieren sich die Vorteile m.M. nach einseitig.
Insofern könnte eine Segmentierung für solche Wettbewerbe u.U. auch ein mehr an Beteiligung nicht so techn. hochgerüsteter UW-Fotografen bedeuten, die trotzdem sehenswerte Motive zu zeigen haben...und nicht gleich unter dem Motto "hab ich eh keine Chance" solche Wettbewerbe höchstens passiv verfolgen.
08.06.2010
Kommentar von Knipser
Also, wenn ich mir meine Kamera angucke, dann bearbeitet die selber schon das Foto! Werkseitig werden da ja schon viele Parameter vorgegeben, zB. in Sachen Schärfe und Farbintensität. Einige Einstellungen kann ich auch verändern. Also VOR dem Fotografieren. DAmit sind dann doch alle Fotos irgendwie bearbeitet - egal, ob man das am Computer macht oder eben über seine Kamera.
Ich finde, dass man das jedem selbst überlassen sollte. Ist ja auch tatsächlich eine Geschmacksfrage. Das Voting aufzuteilen ist finde ich Quatsch.