Walhai-Spots im Fokus der Kritik - Engagierte und Experten diskutieren
über die Rechtmäßigkeit der Zustände, das Tauchen an solchen Orten und
das Anfüttern der Haie. Besonders die Cenderawasih Bay in West-Papua und Oslob auf den Philippinen werden immer
wieder miteinander verglichen. Zu recht?
In der Tauchbranche wird heiß diskutiert: Darf man Walhaie anfüttern oder nicht?
© Beo Brockhausen
Beide Orte bieten das Erlebnis "Walhai hautnah" - die Bedingungen, unter denen der Tourismus stattfindet, sind jedoch grundlegend verschieden. Während Oslob oft als extremes Negativbeispiel genannt wird, hat die Cenderawasih Bay nach Aussage von Experten die Chance, durch einen gut strukturierten Ablauf, einen nachhaltigen Tourismus aufzubauen, der nicht zu Lasten der Tiere von statten geht. Um dies zu gewährleisten, müssen regelmäßige Kontrollen und strikte Regeln, den Touristenstrom in geordnete Bahnen lenken und bei Bedarf limitieren - nur so ist das Wohlergehen der Tiere sicher, sind sich Experten wie Mark Erdmann oder Haispezialist Gerhard Wegner einig.
In der Cenderawasih Bay erlebt man die friedlichen Giganten hautnah
© Beo Brockhausen
Das Galapagos Indonesiens
Die Cenderawasih Bay gilt zudem als das Galapagos Indonesiens. Offenbar
aus gutem Grund, denn auch die Walhaipopulation in der indonesischen
Bucht scheint einzigartig zu sein. Die Haie bleiben in der Cenderawasih
Bay und ziehen nicht wie ihre Artgenossen durch die Meere. Das Anfüttern
hält die Tiere demnach nicht künstlich an einem Ort, vielmehr
profitieren die Touristen hier von der natürlichen Ansammlung der
Walhaie. Mit Tagging-Projekten und wissenschaftlichen Studien wird
derzeit das besondere Verhalten der Tiere vor Ort erforscht - eine gute
Gelegenheit auch andere Fakten über die seltenen Tiere analysieren und
verstehen zu können. Durch Abgaben an die ortsansässigen Fischer wird
zudem deren Interesse am Schutz der Walhaie gesteigert - sie können
Raubfischerei verhindern und so die seltenen Tiere vor der Haifischsuppe
bewahren. Auch die Parkaufsicht und Schutzorganisationen sind
sensibilisiert für das Thema Tourismus und werden von Wissenschaftlern
dabei unterstützt, dieses besondere Ereignis zu einem Gewinn für die
Tiere und die Menschen vor Ort zu machen.
Ihr möchtet dazu eure Meinung sagen? Kein Problem, einfach hier klicken und beim Streitthema fleißig mit debattieren!
>> zum Statement von Kirsten Clahr
>> zum Statement von Christian Knost
>> zum Statement von Gerhard Wegner
>> zur Stellungnahme von Rudy Poitiers