Faktoren, die das Deko-Unfallrisiko erhöhen • 08.07.2009
Riskante Einflussfaktoren
Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko, einen Tauchunfall zu erleiden, beeinflussen. Das bedeutet: Taucher müssen mitdenken - auch wenn der Tauchcomputer grünes Licht gibt. Der Computer rechnet nämlich nur nach Schema F!
Nullzeiten auszureizen ist keine gute Idee! Besser, man steigt schon etwas früher auf
© P. Munzinger
Eines der wichtigsten, ja eigentlich das zentrale Thema der Tauchmedizin ist die Dekompression beziehungsweise die Vermeidung und Behandlung der damit verbundenen medizinischen Probleme. Dabei sollte man meinen, dass auch der Taucher hierüber genau Bescheid weiß. Doch leider erlebt man immer wieder, dass bei vielen Tauchern das Problem der Dekompression mit dem Kauf eines Tauchcomputers abgeschlossen wird. Denn dieser rechnet ja während des Tauchgangs eifrig mit und gibt an, wann ein vermeintlich gefahrloses Auftauchen möglich ist. Der Taucher hält sich akribisch daran, und alles scheint in bester Ordnung. Außerdem sind viele der Meinung, dass der Tauchcomputer entscheidet, wann man einen Tauchunfall hat und wann nicht. Seltsame Beschwerden nach dem Tauchen, wie zum Beispiel eine Rötung der Haut oder Unwohlsein mit Schwindel und Erbrechen, werden daher oftmals als eine plötzliche Allergie auf den zehn Jahre alten Neoprenanzug gedeutet - da der Tauchcomputer schließlich keinen Tauchunfall anzeigt.
Tatsächlich ereignen sich jedoch heutzutage viele Tauchunfälle trotz Computerbenutzung und ohne dass offensichtlich gegen Auftauchvorschriften verstoßen wurde. Dabei sind die derzeit auf dem Markt befindlichen Tauchcomputer ungeachtet aller Unterschiede grundsätzlich sehr zuverlässig und prinzipiell auch sichere Geräte. Die eigentlichen Probleme, die zu einem Tauchunfall führen, liegen in einem ganz anderen Bereich: Neben den hoffentlich allen Tauchern bekannten Einflussgrößen Tauchtiefe und Tauchzeit gibt es eben eine Vielzahl von individuellen Einflussfaktoren, die das persönliche Dekompressionsrisiko erhöhen - oder auch verringern können. Einige von diesen Faktoren, die übrigens von keinem Rechenmodell der Welt bislang adäquat berücksichtigt werden können, sollen hier vorgestellt werden. Zu beachten ist jedoch, dass es über die angesprochenen Faktoren hinaus noch weitere gibt, die das Dekompressionsrisiko verändern können. Außerdem sind bis heute auch noch nicht alle Einflussgrößen bekannt, die bei der individuellen Entstehung des Tauchunfalls eine Rolle spielen. Die bekannten sollten Taucher jedoch kennen, um Tauchgänge selber mit einem individuellen Sicherheitszuschlag planen zu können.
Faktor Rauchen
Es gibt ein relativ einfaches, wenn auch teures Mittel, die Gewebsdurchblutung zu verschlechtern - und dieses ist unter Tauchern leider überaus verbreitet: das Rauchen. Hier sei nur kurz erwähnt, dass der bekannte amerikanische Taucherarzt Moon und seine Mitarbeiter in einer großen Untersuchung sehr schön zeigen konnten, dass Raucher öfter beim Tauchen verunfallen. Zudem ist die Symptomatik des Tauchunfalls bei Rauchern meist schwerer als bei Nichtrauchern. Zusätzlich stellt Rauchen einen relevanten Risikofaktor für das sogenannte "Air-trapping" dar. Dabei können die durch das Rauchen im Bronchialsystem verursachten Veränderungen den raschen Abstrom der sich beim Auftauchen ausdehnenden Atemluft in einzelnen Alveolarabschnitten behindern. Hierdurch kann es beim Auftauchen zu einer Lungenüberdehnung kommen, was zum Lungenriss führen kann.
Faktor Körperfett
Ein erhöhter Körperfettanteil, also Übergewicht, kann die Bildung von Gasblasen an sich schon begünstigen. Damit haben Menschen mit Übergewicht eine höhere Gefahr, einen Tauchunfall zu erleiden als schlanke Taucher. Die Gründe dafür sind verschieden: So ist oftmals ein gewisser Trainingsmangel mit Schuld an dem Gewichtsproblem. Gleichzeitig muss aber ein übergewichtiger Mensch wegen seiner größeren Masse bei gleicher Belastung eine größere Arbeit verrichten als ein Taucher mit Normalgewicht. In der Praxis bedeutet dies, dass der Übergewichtige schon bei vergleichsweise geringer Belastung einen höheren Luftverbrauch hat und sich dementsprechend die Stickstoffaufnahme deutlich erhöht. Zudem ist Stickstoff sehr gut fettlöslich. Dadurch kann Fett sehr große Stickstoffmengen aufnehmen und gibt diese nur sehr ungern wieder ab. Gleichzeitig ist Fettgewebe vergleichsweise schlecht durchblutet, so dass auch der Abtransport nur recht schleppend geschieht.
Aus diesem Grund verbleiben erhöhte Stickstoffwerte für längere Zeit im Taucher, was sich vor allem bei Wiederholungstauchgängen (oder auch Heimatflügen) sehr unangenehm auswirken kann. Nicht selten leiden Menschen mit Übergewicht außerdem unter Fettstoffwechselstörungen, was zu erhöhten Blutfettwerten führt. Genau das hat aber eine ungünstige Auswirkung bei der Dekompression, denn erhöhte Blutfettwerte begünstigen die Gasblasenbildung im Blut.
Rauchen und Tauchen passt nicht zusammen: Bei Rauchern sind Lungenüberdehnungsverletzungen wahrscheinlicher
© W. Pölzer
Jetzt geht es noch einen Schritt weiter: In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, dass es für ein Gas physikalisch gesehen gar nicht so einfach ist, in einer Flüssigkeit eine Blase zu bilden. Hierfür müssen nämlich erhebliche Gegenkräfte überwunden werden. Umgekehrt gesagt fördert alles, was diese Gegenkräfte vermindert, auch die Bildung von Gasbläschen. Und genau dies ist bei den Blutfetten der Fall. Frühe Dekompressionsforscher haben sogar von einer "Blasenhaut" gesprochen.
Tatsächlich ist es so, dass man bei Doppler-Ultraschall-Untersuchungen bei Tauchern mit erhöhten
Blutfettwerten vermehrt Gasblasen findet. In diese Beobachtung passt auch, dass man bei solchen Personen unmittelbar nach einem Dekompressionsunfall eine Reduktion der Blutfettwerte beobachtet, was damit erklärt wird, dass jener Anteil der Blutfette, der an den Gasblasen hängt, der Messung entzogen wurde.
Es ist in diesem Zusammenhang aber auch wichtig zu betonen, dass das Beschriebene nicht nur für solche Taucher gilt, die dauerhaft erhöhte Blutfettwerte haben, sondern dass der Fettgehalt des Bluts auch nach einer fettreichen Mahlzeit für mehrere Stunden erhöht ist. Darum sollte man auf sehr fettreiche Speisen vor dem Tauchen verzichten! So ist es nach derzeitigem Kenntnisstand sicher keine gute Idee, am Abend eine Schweinshaxe zu essen und am nächsten Morgen einen Tauchgang mit hoher Stickstofflast (also tief und lang) zu unternehmen. Und das gilt sinngemäß nicht nur für lokale bayerische Spezialitäten, sondern für alle fettreichen Speisen.
Doch eine Ausnahme gibt es: Fettsäuren aus Fischen scheinen genau das Gegenteil zu bewirken. Norwegische Forscher konnten zeigen, dass jene Fette, die vermehrt in den fettreichen Kaltwasserfischen wie etwa Lachs vorkommen, einen gewissen Schutz bieten. Zwar kommt es auch hier zur Blasenbildung, die entzündliche Reaktion des Körpers auf die Blasen, die dann letztlich den Dekompressionsunfall ausmacht, fällt aber geringer aus.
Faktor Komplementsystem
Die bloße Anwesenheit von Gasbläschen im Blut führt noch nicht zwingend zu einem Tauchunfall. Je nach Größe und Zahl können diese grundsätzlich vom Körper toleriert werden. Allerdings gibt es weitere Faktoren, die wohl mit darüber entscheiden, ob es zu einem Tauchunfall kommt oder nicht. Und hier gilt ein Teil des Immunsystems, das sogenannte Komplementsystem, als dringend tatverdächtig.
Bei diesem Komplementsystem handelt es sich um Eiweißkörper, die, vereinfacht ausgedrückt, den weißen Blutkörperchen quasi als „Spürhund“ dienen. Das Komplement markiert Fremdkörper (also etwa Bakterien oder eben Gasbläschen) und löst eine Entzündungsreaktion und Immunantwort aus. Reagiert das Komplement übersensibel, dann reichen auch kleinere Anlässe, um in den Krieg gegen den Eindringling zu ziehen. Im Falle des Tauchers also der Krieg gegen die Gasblasen. Daher nimmt man an, dass bei Tauchern, die ein übersensibles Komplementsystem haben, die Wahrscheinlichkeit größer ist, einen Tauchunfall zu erleiden. Leider lässt sich dieses Risiko aber weder genau im Labor bestimmen noch medikamentös beeinflussen.
Ein guter körperlicher Traininsgszustand führ zu einer verminderten Gasblasenbildung
© K. Amsler
Faktor Belastung
Ein guter körperlicher Trainingszustand führt zu einer verminderten Gasblasenbildung, was auch wissenschaftlich gezeigt werden konnte. Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen muss das Herz-Kreislauf-System und die Atmung eines trainierten Tauchers weniger stark bei Belastung reagieren als bei einem untrainierten. Somit steigen die Atem- und Pulsfrequenz weniger stark an. Dadurch sind der Luftumsatz, die Stickstoffaufnahme und letztendlich auch die Stickstofflast im Körper geringer. Zum anderen ist beim Trainierten das Gewebe besser kapillarisiert und wird besser durchblutet. Hierdurch ist während der Dekompressionsphase die Stickstoffabgabe verbessert. Nicht vergessen: Akute Belastung in zeitlicher Nähe zum Tauchen ist nicht immer verträglich und ein eigener Themenbereich (siehe
tauchen 9/08).
Faktor Flüssigkeitsmangel
Eine weitere aktuelle Einflussgröße ist der wohlbekannte Volumenmangel, der beim Tauchen unter anderem durch die tauchtypischen Flüssigkeitsverluste (trockenes Atemgas, Taucherdiurese) ganz wesentlich zum Tragen kommt. Hier ist es interessant zu wissen, dass der Körper durchaus über einige Zeit in der Lage ist, das zentrale Blutvolumen konstant zu halten. Er kann in weniger wichtigen Gewebsabschnitten die Kapillardurchblutung erheblich reduzieren und auch den Geweben selbst Flüssigkeit entziehen. Dies geschieht alles noch, bevor ein Durstgefühl den Missstand signalisiert! Das Problem: Durch die veränderte Gewebsdurchblutung steigt das Dekompressionsrisiko.
Faktor Geschlecht
Auch das Geschlecht hat einen Einfluss auf die individuelle Empfindlichkeit des Tauchers. So konnte zum Beispiel bei Taucherinnen gezeigt werden, dass das Risiko, einen Dekompressionsunfall zu erleiden, vom Monatszyklus abhängt und offenbar nicht über den ganzen Zyklus gleichmäßig hoch ist. Bei Taucherinnen, die einen normalen Menstruationsszyklus haben, scheint die erste Zykluswoche mit einem höheren Dekompressionsrisiko einherzugehen. Bislang ist noch nicht endgültig bekannt, woran das genau liegt. Wahrscheinlich spielen die Blutspiegel der weiblichen Geschlechtshormone eine wesentliche Rolle.
Faktor Temperatur
Hier geht es um den Einfluss der Umgebungstemperatur auf die Gewebsdurchblutung: Wie erwähnt spielt für die Auf- und Entsättigung des Stickstoffs die Gewebsdurchblutung eine wesentliche Rolle. Diese kann vom Körper kurzfristig verändert werden. So zum Beispiel bei veränderten Außentemperaturen: Fängt der Taucher während der Dekompression an zu frieren, werden die Kapillaren enggestellt, damit der Taucher nicht weiter auskühlt. Dadurch ist aber die Durchblutung deutlich verringert und der Stickstoff wird weniger gut abtransportiert. Besonders negativ ist dieser Effekt, wenn sich der Taucher dazu vorher noch anstrengen musste.
Doch auch Wärme nach dem Tauchen kann ein Faktor für die Entstehung eines Tauchunfalls sein. Bei einer heißen Dusche oder bei einem Saunagang nach einem ausgiebigen Tauchgang kommt es zu einer Weitstellung der Gefäße und entsprechend zu einer veränderten Durchblutung der Gewebe. Ist im Gewebe noch viel Stickstoff gelöst, so kann dies der berühmte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt und aus den bisher "stummen" Stickstoffblasen einen Tauchunfall macht.
Faktor Alter
Gegen das Altern kann man kaum etwas tun, und so wird mit steigendem Lebensalter die Durchblutung der Gewebe schlechter. Dadurch ist natürlich sowohl die Stickstoffaufnahme als auch die -abgabe verändert. Dementsprechend nimmt die Blasenbildung mit steigendem Alter zu. Beängstigend ist dabei, dass dieser Effekt bereits um das 40. Lebensjahr herum nachweisbar ist. Der Prozess des Alterns lässt sich zwar nicht aufheben, aber immerhin etwas aufhalten und verlangsamen. Wie? Ganz einfach: nicht rauchen und regelmäßig Ausdauersport treiben!
Weitere Infos
Welche Konsequenzen ergeben sich jetzt für den Taucher?
Wie eingangs erwähnt, ist die Aufzählung der Risikofaktoren keinesfalls komplett. Doch mit Kenntnis der beschriebenen Faktoren, gepaart mit einem risikobewussten Tauchverhalten - ausgeführt mit Sinn und Verstand - lässt sich das persönliche Dekompressionsrisiko schon erheblich reduzieren. Es könnte sich also lohnen, das Thema Dekompression nicht mit dem Kauf des Tauchcomputers als erledigt zu betrachten, sondern ein paar weitere Gedanken in das Thema zu investieren. Was also kann man tun und wie sollte man sich verhalten?
Hier ist der wichtigste Tipp, dass man die theoretischen Möglichkeiten des Computers niemals ausreizen sollte. Es ist sicher eine gute Idee, seinen Tauchgang so zu gestalten, dass der Rechner bei Erreichen der Oberfläche bereits wieder fast die maximale Nullzeit anzeigt. Empfohlen wird außerdem, immer einen Sicherheitsstopp einzuhalten, auch wenn der Computer eigentlich keinen Deko-Stopp fordert.
Nach dem Tauchgang ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und bei akutem Flüssigkeitsmangel (beispielsweise Brechdurchfall) aufs Tauchen zu verzichten. Ebenso sollten keine Saunagänge nach dem Tauchgang gemacht oder heiße Bäder genommen werden. Die oftmals gestellte Frage, wann denn wieder ein Saunagang unternommen werden kann, lässt sich pauschal leider nicht beantworten, da es natürlich auch darauf ankommt, wie stickstofflastig der Tauchgang war und ob außerdem andere Faktoren bestehen, die zu einem höheren Tauchunfallrisiko beitragen.
Unabhängig von Alter und Figur sollten sich Taucher außerdem körperlich fit halten. Für den Tauchsport steht dabei nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund, sondern ein gutes, adäquates Herz-Kreislauftraining. Unbedingt - und das liegt auch auf der Hand - sollten Taucher in diese Trainingsaktivität auch das Schwimmen, und hier vor allem das Flossenschwimmen, mit aufnehmen. Dadurch werden die für das Tauchen notwendigen Bewegungsabläufe ökonomisiert, und man ist gewappnet, wenn man einmal etwas längere Strecken zurücklegen oder gegen eine leichte Oberflächenströmung paddeln muss. Daneben ist aber auch Joggen und Radfahren gut geeignet, sich eine gewisse Grundlagenfitness aufzubauen.
Tipps zur Ernährung
Was das Thema Ernährung betrifft, ist es naheliegend, dass übergewichtigen Tauchern empfohlen werden muss, möglichst zu versuchen, das Gewicht zu reduzieren. Aber auch dieses Thema wird den Betroffenen hinlänglich bekannt sein. Unabhängig davon ist eine regelmäßige sportliche Aktivität empfehlenswert, wobei hier Schwimmen und Radfahren günstiger sind als Joggen. Zudem ist mit dem Bewusstsein des erhöhten Risikos ein entsprechend angepasstes Tauchverhalten ratsam.
Das Gleiche gilt übrigens auch für Taucher mit erhöhten Blutfettwerten, egal ob sie übergewichtig sind oder nicht. In Bezug auf den Ernährungsplan im Tauchurlaub ist darauf zu achten, dass, wie erwähnt, nicht zu fettreich gegessen wird. Hier bekommen nur Kaltwasserfische und auch das im Süden weit verbreitete Olivenöl grünes Licht.
Tipps für alle, die mit Risikofaktoren leben müssen
Tauchern, die mit Faktoren, die das Risiko eines Tauchunfalls erhöhen, leben müssen, diese aber nicht beeinflussen können (wie zum Beispiel Alter, Geschlecht, PFO, Komplementsystem), wird empfohlen, die Bläschenzahl möglichst gering zu halten. Die Tauchregeln dafür sind ganz einfach: Hierzu sollten keine Jojo-Tauchgänge unternommen, der Tauchgang mit der größten Tiefe begonnen, die Nullzeit nicht ausgereizt und maximal zwei Tauchgänge am Tag gemacht werden. Zudem sollte zwischen den Tauchgängen ein Oberflächenintervall von mindestens vier Stunden liegen und die Aufstiegsgeschwindigkeit im Flachbereich reduziert werden. Wenn möglich, sollten die betroffenen Taucher außerdem mit Nitrox tauchen. Und als letzter Tipp: Wer Anstrengungen während und nach dem Tauchen vermeidet, kann damit außerdem das Risiko eines Tauchunfalls verringern.
Fazit: Wer mit Köpfchen taucht und nicht blind seinem Tauchcomputer vertraut, kann sein persönliches Dekompressionsunfall-Risiko deutlich reduzieren.
PD Dr. Claus-Martin Muth, Dr. Tim Piepho