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Gegen das Ausrotten dreier Spezies: Ein Demonstrant am Strand protestiert gegen die australische Hai-Politik

Gegen das Ausrotten dreier Spezies: Ein Demonstrant am Strand protestiert gegen die australische Hai-Politik

Das große Haischlachten

Im Rahmen des Catch and Kill, also des „Fangen und Töten“, -Programms (ja, so heißt es wirklich) ließ die australische Regierung dieses Jahr 172 Haie fangen und 50 davon umbringen. Ein Kommentar von Daniela Kluger

Zu viele Menschen sterben durch Haiattacken, die Strände müssen sicherer werden ist das Argument der Befürworter dieser Politik. In den Jahren 2012/13 waren es im Bundesstaat Westaustralien immerhin vier Tote. (Diese Zahl wird hier absichtlich nicht mit denen der Opfer von Verkehrsunfällen, Flugzeugabstürzen oder herabfallender Kokosnüsse verglichen. Menschenleben sind Menschenleben.)

Der für die Aussie-Regierung offensichtlich einzige Ausweg: Die gefährlichen Killer systematisch fangen und töten. Macht Sinn, oder? Kein Hai keine Haiattacke. Und so wurden in der Testphase des Projektes vom 25. Januar bis 30. April 2014 an den besonders beliebten Stränden Westaustraliens im Abstand von einem Kilometer zur Küste Leinen mit Ködern und Haken ausgeworfen. Alle Meeresjäger, die sich der Küste auch nur näherten, wurden so zwangsläufig gefangen. Ab einer Mindestgröße von drei Metern dürfen Tiere, die zu den als bedrohlich eingestuften Spezies gehören, abgeschossen werden. Das sind im Wesentlichen Bullen-, Tiger-, und Weiße Haie.
Trotz Unschuld zum Tode verurteilt

Jetzt kommt der Clou: An den tödlichen Unfällen waren hauptsächlich die Großen Weißen beteiligt. Daher hatte man es mit der Aktion besonders auf sie abgesehen. Es wurde jedoch kein einziger Hai dieser Sorte gefangen. Stattdessen bissen fast nur Tigerhaie an, die daraufhin erschossen wurden. Laut Ly MacLaren, einer Parlamentsabgeordneten der grünen Partei, waren ausgerechnet Tigerhaie aber noch nie in eine fatale Attacke verwickelt wenn überhaupt, dann vor über 80 Jahren in den Zwanzigern.

Schon eine Woche nach Beginn des Haitötungsprogramms kam es deshalb zu Protesten in Sydney und vor allem in Perth, vor dessen Stränden die Köder ausgelegt wurden. Gegner des Projektes würden die Gelder lieber in mehr Aufklärung zum Thema Hai und Strandsicherheit investiert sehen,  als in die Abschlachtung ganzer Spezies. Trotzdem hofft die westaustralische Landesregierung auf die Genehmigung des Parlamentes in Canberra, um das Catch and Kill – Projekt in den nächsten drei Jahren fortführen zu dürfen. Dass die Jäger eine wichtige Rolle im Ökosystem der Ozeane spielen, scheint vorerst nicht berücksichtigt worden zu sein.