"Pures Adrenalin": Das neue TAUCHEN Heft Februar 2017 ist ab 19. Januar 2017 erhältlich!
Boyan in seinem Büro. An der Wand hinter ihm hängt das ursprüngliche Design seiner Entmüllungsanlage.

Boyan in seinem Büro. An der Wand hinter ihm hängt das ursprüngliche Design seiner Entmüllungsanlage.

Der beste Treuhandfonds für Ihre Enkel: Saubere Meere

Der Planet hat schon bessere Zeiten gesehen: Artensterben, Ozeanvermüllung, Klimawandel, Regenwaldabholzung, Überfischung… – das klingt nach den Punkten auf der To-Do-Liste eines Disney-Superhelden. Wer beschließt schon nach dem Schulabschluss, die Welt zu retten? Doch eines dieser Megaprobleme könnte tatsächlich Schnee von gestern sein: Dank eines einzigen, erst 19-jährigen Holländers und seinen Geldgebern. Klingt nach Kino? Vielleicht wird diese Story eines Tages noch verfilmt

Vor einem Jahr noch oder waren es anderthalb? wurde über den Schüler gelacht, der eine neue Methode zur Reinigung der Meere vorgestellt hatte. Das wird niemals gehen. Sagte man mit Kopfschütteln. Es kann nicht funktionieren. Bilder von seiner Idee mit einem Schriftzug in dicken, roten Lettern: Fail! kursierten im Internet. Und das Erstaunliche war: Er gab nicht auf. Jeder andere Mensch hätte den Kopf eingezogen und sich geschämt, bei so viel öffentlicher Ächtung. Anders Boyan Slat.

„Ein bisschen wie diese Boxershorts mit assymmetrisch eingenähtem Etikett – einfach lästig“
– so beschreibt Boyan die Idee, die sich nicht mehr aus seinem Kopf verdrängen ließ.

Also brach er sein Studium ab und grübelte wieder über Ozeanentmüllung nach. Durch Crowdfunding also Spenden von anderen, die an seinen Plan glaubten war er in der Lage, ein einhundertköpfiges Team aus Experten und Volutären zusammenzustellen und zu leiten, das über ein Jahr lang nur einer Aufgabe hatte: Seine Idee prüfen.

Nun, der Bericht ist fertig. Die Diagnose ist da. Das Projekt wurde komplett auskonstruiert: Es ist möglich. Jetzt braucht Boyan nur noch genügend Geld, um die Anlage zu bauen. Genügend Geld? Damit tausende Schiffe den Müll aus dem Wasser filtern können? Nein, denn das ist das Grundkonzept von Slats Idee: Man muss den Müll nicht abholen, wenn er durch die Strömung von ganz alleine zu einem kommt.  Es geht um eine fest verankerte Anlage, die ohne Netze und bei minimalem Energieaufwand und CO2-Ausstoß in nur zehn Jahren die Hälfte des Mülls im nordpazifischen Müllstrudel aus dem Ozean filtern würde. Auch wenn es beinahe zu fantastisch klingt: Es geht. Die 530-seitige Studie kann von Interessierten jederzeit gelesen werden.
Saubere Ozeane für nur zwei Millionen US-Dollar
Das Projekt tritt nun in eine neue Phase: Crowdfunding für die Umsetzung der Pläne. Für läppische zwei Millionen bekommen wir Meere ohne Plastikmüll (an dieser Stelle machen wir  einen kurzen gedanklichen Trip zu den Euro-Rettungspaketen… *träum*). 64 Prozent des Geldes ist bereits gesammelt. Der Rest liegt an uns. Es ist machbar.

Mehr Infos, den kompletten 530-Seiten Report und den Link zur Spendenaktion finden Sie unter:
www.theoceancleanup.com