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Gesammelt: alle gefährdeten Arten auf einen Blick

Gesammelt: alle gefährdeten Arten auf einen Blick

Gibt es bald leere Meere?

Laut der neuen Roten Liste der Meeresbewohner vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) sind ein Drittel der Arten in der deutschen Nord- und Ostsee gefährdet

Von den 1700 untersuchten Arten der in den deutschen Meeresgebieten lebenden Fische, bodenlebenden Wirbellosen und Großalgen stehen 30 Prozent auf der Roten Liste und werden damit als gefährdet eingestuft.  Es könnten allerdings noch mehr sein: Eine riesige Grauzone klafft im Bericht des BfN, denn den Forschern fehlen Informationen über 37 Prozent der untersuchten Arten, die deshalb nicht eingestuft werden können. Nur 31 Prozent der Arten gelten als ungefährdet.

Als Ursache gilt vor allem die intensive Befischung, insbesondere mit Grund- und Schleppnetzen. Die macht hauptsächlich den Meeresgrundbewohnern zu schaffen, also den Sandkorallenriffen mit Schwämmen, Muscheln, sowie Dornhaien und Glattrochen.
Ein weiteres Problem stellt der Eintrag von Nährstoffen durch Abwässer und Flüsse dar, der zu Mikroalgenblüten führt. Diese belasten das Wasser mit vielen Schwebstoffen und lassen nicht viel Licht in tiefere Schichten durch. Aber gerade Großalgen, von denen 22 Prozent auf der Roten Liste stehen, brauchen viel Licht. Viele wirbellose Tiere, die das Wasser nach Nahrung filtrieren, leiden unter den Schwebstoffen. Auch der Abbau von Rohstoffen zerstört marinen Lebensraum, was besonders fatal für festsitzende Arten ist. Hartsubstrate, also große Steine, die bis in die 1970er-Jahre für Küstenschutzmaßnahmen gezielt geborgen wurden, sind für viele Großalgen ebenfalls von elementarer Bedeutung, da die Algen nur auf derart beschaffenem Untergrund wachsen.

Wie kann es so schlimm um die Meere bestellt sein was ist mit den Schutzgebieten?,
werden Sie sich jetzt fragen. Ja die gibt es noch.  Deutschland hat über 40 Prozent seiner Gebiete in der Nordsee und 50 Prozent in der Ostsee unter Schutz gestellt. Das heißt aber nicht, dass dort nicht gefischt werden darf. Außerdem bringen solche Verbote auf nationaler Ebene nichts. Internationale Abkommen müssen her! Es sei leider nicht ganz einfach, hier einen Konsens herzustellen, sagt Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz.
Trotzdem wäre das wichtig denn Zonen in denen nicht gefischt werden darf fungieren als Quellbiotope, aus denen heraus sich die Arten wieder ausbreiten können.

Wichtig ist es auch, dass man beim Einkauf auf die Herkunft des Fisches achtet. Dabei hilft der Fischführer von Greenpeace:
http://goo.gl/t68idP

Weitere Infos zur Roten Liste unter:
http://goo.gl/DsZNaZ