"Pures Adrenalin": Das neue TAUCHEN Heft Februar 2017 ist ab 19. Januar 2017 erhältlich!
Peruanischer Fischer mit Handharpune 2013.

Peruanischer Fischer mit Handharpune 2013. © Stefan Austermühle

Peru: Delfinjagd-Harpunen und Anlanden von Haiflossen verboten

Gute Neuigkeiten für den Tierschutz: Die Regierung des südamerikanischen Staates Peru hat es verboten, mit Harpunen Jagd auf Delfine zu machen. Außerdem ist es zukünftig verboten, Haiflossen auf peruanischem Territorium anzulanden. Umweltschützer begrüßen diese Schritte.

Die peruanische Regierung verbietet neuerdings die berüchtigten Harpunen, mit denen Delfine getötet werden, um Haie anzuködern. Der verbreitete Einsatz dieser Harpunen war zuvor von Stefan Austermühle, Gründer der peruanischen Organisation Mundo Azul verdeckt ermittelt und dokumentiert worden. Die Regierung erliess ausserdem ein Verbot, Haiflossen anzulanden. Damit soll der Praxis begegnet werden, dass Haien auf See die Flossen abgeschnitten werden („Finning“). Eine Meeresschutz-Koalition aus OceanCare, BlueVoice und Mundo Azul begrüsst diese Schritte, betont aber, dass diese Regelungen strikt vollzogen und Verstösse streng bestraft werden müssen. Die Umweltschutzorganisation OceanCare wird zu diesem Zweck eine Petition an den neuen Präsidenten von Peru, Pedro Pablo Kuczynski, übermitteln.

Delfine in Peru seit Jahren streng geschützt

Delfine und andere Kleinwale sind in Peru seit 1997 streng geschützt. Illegal und kaum von der Regierung geahndet, harpunieren lokale Fischer fern der Küste vor allem Schwarzdelfine. Das peruanische Produktionsministerium hat nun in einem Dekret ein Verbot von Besitz und Verwendung von Fischereiwerkzeug, das unter den Begriff „Tier-Harpune“ fällt, erlassen. Mundo Azul hatte gemeinsam mit Unterstützung von OceanCare und BlueVoice in einer Undercover-Aktion enthüllt, dass diese tragbaren Harpunen in grossem Stil dazu verwendet werden, Delfine zu töten, um Haie anzuködern.

„Es hat drei Jahre unablässiger Bemühungen der Zivilgesellschaft gebraucht, um dieses Harpunenverbot zu erreichen. Da Delfine nur mit diesem tödlichen Werkzeug gejagt werden können, ist das eine überfällige Massnahme gegen die Tötung von bis zu 15 000 Delfinen pro Jahr und das damit verbundene unermessliche Tierleid. Wir gratulieren der Regierung von Peru zu diesem Schritt in die richtige Richtung“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare.

Kleinere Fischerboote töten illegal Delfine

Das illegale Töten von Delfinen für Haiköder geschieht durch eine Flotte von mindestens 500 kleineren Langleinen-Fischerbooten, die entlang der gesamten peruanischen Küste aktiv sind und sich sogar in internationale Gewässer hinauswagen. „Angesichts eines so kleinen Werkzeugs wie einer Harpunenspitze, die leicht in einer Hosentasche versteckt werden kann, und einer Küstenlänge von 2500 km wird es darauf ankommen, das Verbot in ordentliches Recht überzuführen, strikt umzusetzen, zu kontrollieren und zu ahnden; andernfalls bleibt die Regelung ein Papiertiger – zahnlos und unwirksam“, ergänzt Lüber. OceanCare wird dafür eine Petition an den Präsidenten von Peru, Pedro Pablo Kuczynski, richten und auch ein längst fälliges, vorübergehendes Moratorium der Haifischerei verlangen.