"Pures Adrenalin": Das neue TAUCHEN Heft Februar 2017 ist ab 19. Januar 2017 erhältlich!
Symbolisch: Im isländischen Kühlregal liegen Lachs

Symbolisch: Im isländischen Kühlregal liegen Lachs

Walblut am Fischfilet? Wie Deutsche den Walfang unterstützen

Deutschland ist einer der Hauptabnehmer des isländischen Fischfangunternehmens HB Grandi. Leider ist dieses eng mit der Walfang-Firma Hvalur hf verbunden, die trotz Artenschutzabkommen Jagd auf bedrohte Finnwale macht – und zwar nicht im kleinen Stil

Fisch einkaufen war schon immer ein schwieriges Thema: Auf der einen Seite ist er super gesund, weil er dem Körper Omega-3 Fettsäuren und jede Menge schlankes Protein gibt, auf der anderen Seite sind viele Bestände überfischt, in Thunfisch ist oft Delfin mit drin und jetzt unterstützt man durch Fischkonsum auch noch den Walfang in Island. Sollte man da überhaupt noch Fisch kaufen? Ja! Und zwar von der nachhaltig fischenden Konkurrenz. Denn als Konsument kann man jeden Tag über die Ethik der Marktwirtschaft bestimmen allein durch seine Kaufentscheidung.

Die Verflechtungen von Fisch- und Walfang
Der Geschäftsführer und Hauptaktionär von Islands einziger Walfang-Firma Hvalur hf, Kristján Loftsson, ist zugleich Vorstandsvorsitzender des Fischereiunternehmens HB Grandi. Zudem besitzt Hvalur hf 40 Prozent der Anteile von HB Grandi. Das bedeutet, dass zum Beispiel die getöteten Finnwale in den Fertigungshallen von HB Grandi verarbeitet werden. Ihr Fleisch wird nach Japan verkauft, obwohl der Handel miit Finnwalfleisch seit 1977 durch das Washingtoner Artenschutzabkommen verboten ist. Seit Juni sind dieses Jahr schon 26 Finnwale getötet worden und die Saison hat gerade erst begonnen.

So finanziert man durch den Kauf von Fisch der Firma HB Grandi die isländische Waljagd.
Deutsche Supermärkte sind Hauptabnehmer von HB Grandi-Fisch
Die Umweltschutzorganisationen WDC (=Whale and Dolphin Conservation) und Pro Wildlife haben deshalb 21 deutsche Handelsketten wie Edeka, Rewe, Tegut und Metro angeschrieben, um sie auf die Beziehungen zwischen Fischerei und Walfang aufmerksam zu machen. Sie wurden aufgefordert, ihre Beziehungen zu HB Grandi abzubrechen. Doch selbst diejenigen Supermarktketten, die sich dick Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben haben, gaben nur vage Antworten. Die einzigen, die sich klar von HB Grandi distanzieren sind der Discounter Norma, sowie der Fischimporteur First Fimex und der Tiefkühlgericht-Hersteller Frosta.
Auskunft über überfischte und problemlos essbare Fischarten gibt der Fischführer von Greenpeace: http://goo.gl/5WMyMA

Guten Appetit!

Weitere Infos und Protetaktionen:
http://www.prowildlife.de/Protestaktion_2
http://www.wdcs-de.org/view_e_protest_grandi.php?e_protest_select=45&&select=661