Medizin

Tinnitus: Tauchen mit Geräusch im Ohr

Volkskrankheit Tinnitus: Viele Deutsche leiden unter dem Piepen im Ohr.
Ein Tinnitus als solcher stellt keine Kontraindikation gegen das Tauchen dar. Unwahr ist auch, dass es beim Tauchen zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Innenohrs kommt – jedenfalls solange nicht, solange es nicht zur arteriellen Gasembolie oder zur Dekompressionskrankheit des Innenohrs kommt. Es ist (diese oben genannten Einschränkungen ausgenommen) sogar das Gegenteil der Fall: Durch den erhöhten Sauerstoffpartialdruck im Überdruck ist auch mehr Sauerstoff im Blut. So entspricht der Sauerstoffpartialdruck zum Beispiel in (nicht empfohlenen) 40 Metern Tiefe demselben Wert, wie eine Atmung von reinem Sauerstoff an der Oberfläche! Tauchen als solches hat keinen Einfluss auf die Entstehung eines Hörsturzes, eines Tinnitusgeräuschs oder auch auf den Verlauf einer solchen Erkrankung.

Tauchen kann Tinnitus hervorrufen

Allerdings gibt es Mechanismen beim Tauchen, die eine solche Symptomatik hervorrufen können. Dazu zählen vor allem das Barotrauma des Mittelohrs (hier auch der heftig erzwungene Druckausgleich!), das Barotrauma des Innenohrs und auch die Dekompressionskrankheit des Innenohrs. Also alles Zustände und Mechanismen, die prinzipiell vermeidbar sind. Liegt bereits ein Tinnitus oder ein Hörsturz (mit oder ohne Tinnitus) vor, so gilt Folgendes: Handelt es sich nur um einen isolierten Tinnitus, besteht kein Grund für eine Verunsicherung – solche Taucher dürfen tauchen, ohne Wenn und Aber (natürlich nur, wenn sie auch ansonsten gesund und tauchtauglich sind).