Der Titel der TAUCHEN-Juli-Ausgabe 2017.

Als Sporttaucher sind wir es gewohnt, aus Pressluftflaschen zu atmen – mal aus 10-Liter-Flaschen, mal sind es gar 12 Liter oder 15 Liter. In den meisten Fällen saugen wir – wie der Name schon sagt – gepresste Luft mit 21% Sauerstoff aus der Pulle, manchmal auch Nitrox das einen höheren 02-Anteil hat. Fortgeschrittene Taucher sowie Tec-Taucher setzen häufig auf eine andere Form des Atemgeräts: Den Rebreather. Der oft auch als Kreislauftauchgerät bezeichnete Apparat funktioniert etwas anders: Die ausgeatmete Luft des Tauchers wird „recycled“. Das geschieht, indem die ausgeatmete Luft in einem Behälter, der sogenannten Gegenlunge, aufgefangen wird. Das enthaltene Kohlenstoffdioxid wird dann in einem Behälter mit Atemkalk, dem Scrubber, gebunden und der metabolisierte Sauerstoff wird ausgetauscht.

Praktische Vorteile des Rebreathers
Der große Vorteil dieses geschlossenen Systems gegenüber den etablierten offenen Systemen für Sporttaucher besteht darin, dass das verwendete Atemgas viel besser ausgenutzt wird. Die weiteren Vorteile des Kreislauftauchgeräts sind hingegen weniger leicht ersichtlich: Die warme, zirkulierende Atemluft lässt den Körper weniger auskühlen und die deutlich feuchtere Atemluft sorgt dafür, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Dekompressionsunfall aufgrund von Dehydrierung zu bekommen, stark sinkt. Zudem kämpfen Taucher mit geschlossenen Systemen weniger mit einem trockenen Mund. Der Rebreather bietet noch zwei weitere entscheidende Vorteile: Der Atemwiderstand ist geringer, sodass für den Taucher ein gutes Stück Anstrengung vermieden wird und der Sportler nicht so schnell ermüdet. Zudem lässt sich mit dem geschlossenen System nahezu lautlos tauchen, was beispielsweise dazu führt, dass Fische nicht verschreckt werden und man sich Meereslebewesen leichter nähern kann.

Funktion der Lunge als Tarierhilfe entfällt
Diesen zahlreichen Vorteilen steht vor allem ein Nachteil gegenüber: Rebreather-Taucher können nicht mehr über das Ein- und Ausatmen tarieren, sodass diese subtile, effektive Tarierhilfe, wie sie im Sporttauchen üblich ist, dem Nutzer von Kreislauftauchgeräten nicht zur Verfügung steht. Das Tarieren mit dem Rebreather bedarf gerade in geringen Tiefen viel Geschick und Feingefühl.

Kosequenter nächster Schritt für Sporttaucher
Gerade für Taucher, die schon alle gängigen Spezialkurse zusammengetragen und sich vielleicht sogar schon im Sidemount-Tauchen mit Pressluft oder Nitrox versucht haben, ist ein Ausflug in die Welt des Rebreathers der konsequente nächste Schritt. Die Umstellung und die theoretischen technischen Vorraussetzungen sind zwar anfangs eine Herausforderung, dafür eröffnet sich dem aufgeschlossenen Sporttaucher mit dem Kreislauftauchgerät aber eine völlig neue Variante des Tauchens, die mit ihren Vorteilen durchaus faszinieren kann. Der Nachteil im Tarieren lässt sich leicht mit etwas Übung kompensieren, sodass die Vorteile überwiegen und viele Neuling erstaunt sind, wie viel Spaß sie an dieser zunächst befremdlichen Art des Tauchens haben können. Einen Versuch ist es allemal wert!