Das Cover der TAUCHEN 4/18

Medizin

Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth

Tauchmedizin-Experte

Es ziept, es zwickt, du brauchst Rat in Sachen Tauchtauglichkeit? Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth, langjähriger TAUCHEN-Medizin-Experte, beantwortet eure Fragen zum Thema Tauch- und Überdruckmedizin. Schickt eure Fragen per E-Mail an sprechstunde@tauchen.de.

Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Muster-Berufsordnung für Ärzte:
1. Die voranstehenden Beiträge sind allgemeine Stellungnahmen, die, ausgehend von Ihren Anfragen, mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurden.
2. Bitte wenden Sie sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens! 3. Soweit spezielle Ärzte oder Behandlungseinrichtungen namentlich genannt werden, dienen diese Angaben lediglich dazu, dass Sie sich dort weitere Informationen beschaffen können. Sie dienen nicht der Werbung oder besonderen Hervorhebung gegenüber anderen Ärzten oder Behandlungseinrichtungen.

Schnorcheln nach dem Tauchen

Wie die meisten Taucher bin ich im Urlaub auch "apnoe" unterwegs (bis rund acht Meter Tiefe). Jetzt mache ich mir Gedanken, wie hoch das Risiko ist, wenn man relativ kurz nach einem Gerätetauchgang wieder ohne Pressluft ins Wasser steigt. Einerseits atmet man ja nun nicht unter Wasser, eine zusätzliche Stickstoffsättigung kann es somit nicht geben. Auf der anderen Seite hat man ja aber eine gewisse Menge Stickstoff im Blut und wird beim Schnorcheln oder Apnoetauchen, gerade wenn man etwas tiefer geht, selten langsamer als zehn Meter in der Minute auftauchen. Ist das nicht ein Risiko? Ich frage das deswegen, weil manche Hersteller von Tauchcomputern sehr drastisch davor warnen und darauf hinweisen, dass die Wechselwirkungen nicht erforscht seien und es ein großes Risiko gäbe.


Tauchtauglichkeit bei Humira-Einnahme

Bei mir wurde Rheuma in Form der Psoriasis Arthritis diagnostiziert. Nach dem Durchlaufen von mehreren Medikamenten bin ich nun auf "Humira" umgestellt worden, was mich komplett beschwerdefrei leben lässt. Alle 14 Tage wird eine Injektion von "Humira" (Wirkstoff Adalimumab 40 Milligramm) subkutan injiziert. Nebenwirkungen gibt es bei mir keine erkennbaren. Sämtliche Schmerzmittel konnte ich komplett absetzen. Besteht eine Kontra-
indikation zwischen "Humira" und dem Tauchsport?




Pericarditis

Bei mir wurde eine akute Pericarditis (Herzbeutelentzündung; Anm. d. Red) diagnostiziert. Die durchgeführte Echokardiographie zeigte keine Auffälligkeiten. EKG: Sinusrhythmus, Linkstyp, HF 59/min, erhöhter ST-Abgang in I und aVL und in V2 bis V6, Herzzeiten in der Norm. Die symptomatische Therapie besteht aus drei Mal 400 Milligramm "Ibuprofen" unter Magenschutz mit „Pantozol“ für zunächst vier Wochen. Mein Kardiologe hat mir zunächst eine mindestens zwei- bis dreiwöchige Sportpause angeraten. Wann bin ich wieder tauchtauglich?


Zahn gezogen

Mir wird demnächst der Weisheitszahn rechts oben gezogen. Die Wurzel ist ganz gerade, so dass es hoffentlich recht problemlos sein wird. Wie viele Tage danach sollte ich nicht tauchen?



Stent

Vor Kurzem haben Sie einen Artikel über das Tauchen mit  Herzrhythmusstörungen beziehungsweise mit Herzschrittmacher oder implantiertem Defibrillator veröffentlicht. Mir wurde vor einer Woche ein Koronarstent eingesetzt. In drei Wochen wird mir noch ein zweiter Stent "eingepflanzt" (neuester Typ eines medikamentenbesetzten Stents; "Taxus Liberte Monorail" 30 mm x 20 mm). 
Ich bin 53 Jahre alt und tauche seit acht Jahren. Mein behandelnder Arzt (Kardiologe) riet mir, nicht mehr zu tauchen. Haben Sie Erkenntnisse, ob das Tauchen bis zu einer gewissen Tiefe, zum Beispiel bis zwölf Meter, doch möglich wäre?


TIA

Mein Freund hatte vor ein paar Tagen eine transitorische 
ischämische Attacke (TIA; eine vorübergehende neurologische Ausfallerscheinung, Anm. d. Red.). Bleibende Schäden hat er keine davongetragen. Im April möchten wir nach Ägypten zum Tauchen fahren. Meine Frage ist, ob er weiterhin Tauchen darf oder nicht? Gibt es eine maximale Tiefenempfehlung für ihn? Leider konnte uns die behandelnde Ärztin im Krankenhaus auf diese Fragen keine Antwort geben. Verordnet wurden ihm die nachfolgenden Medikamente: "ASS cadio" (100 mg; eine Tablette morgens), "Lisopril" (5 mg; eine halbe Tablette morgens) und "Simvasin" (40 mg; eine Tablette abends).


Polyarthrose

Ich leide an beiden Händen an Polyarthrose mit unterschiedlicher Intensität. Wenn Entzündungsschübe und Tauchen zusammentreffen, greife ich am Abend vor dem Tauchgang zu "Voltaren Resinat" (75 mg Diclofenac-Natrium). Die Feinmotorik meiner Hände wird dadurch erheblich verbessert, da der Entzündungs- und Bewegungsschmerz weitgehend ausgeschaltet ist. Gibt es medizinische Bedenken gegen diese Praxis? Ich bin 66 Jahre alt, sportlich aktiv, und die jährlichen Untersuchungen beim Facharzt (GTÜM) sind ohne Befund.


Tauchgangsplanung

Muss aufgrund einer erhöhten Deko-Unfallgefahr der erste Tauchgang tiefer sein als der zweite? Oder ist diese Aussage mittlerweile überholt?


Schwangerschaft/Tauchen im Pool

Mein Freund und ich wollten immer unter Wasser heiraten. Ich bin in der 19. Woche schwanger. Nun meine Frage: Ist dies in meinem Zustand möglich? Wir haben uns schon dazu entschieden, dies nur im Schwimmbad in zwei Metern Tiefe zu machen und auf 15 Minuten zu begrenzen. Trotzdem bleibt die Frage, ob es dem Kind schadet, in dieser geringen Tiefe und mit Pressluft in den Flaschen zu tauchen.


Kontakt mit Feuerkoralle

Ich arbeite als Diveguide in Ägypten und hatte vor gut einem Jahr unter Wasser einen kurzen Kontakt an der Kniekehle mit einer Feuerkoralle. Nun, vor etwa zwei Monaten, begann sich dieser Bereich und diese Stelle zu vergrößern und zu verdicken, wurde rot und heiß. Die ägyptischen Ärzte sind der Meinung, dass es eine Allergie auf Schimmelpilzkäse ist – und mein Vertrauen wächst nicht gerade in diese Ärzte. Der Bereich und mein Knie werden immer größer. Täglich wächst die Stelle und breitet sich aus. Die Schwellung ist weg, aber mein Knie ist stellenweise rot. Hängt das mit dem Korallenkontakt zusammen? Und was kann ich dagegen machen? Gibt es Tabletten oder Cremes?


Schilddrüsenüberfunktion I

Darf man bei einer Schilddrüsenüberfunktion an einem Schnuppertauchkursus teilnehmen? Die Tiefe des Tauchgangs würde maximal zehn Meter betragen.


Blinddarm-OP

Ich hatte vor zwei Wochen eine Blinddarm-Operation. Die OP wurde mit einem herkömmlichen Bauchschnitt durchgeführt. Wie lange muss ich mit dem Tauchen aussetzen?


Rätselhafte Probleme

Ich habe ein Problem beim Tau-chen und würde gern wissen, ob es dafür eine Lösung gibt (außer nicht zu tauchen): Wenn ich Wiederholungstauchgänge mache, wird mir nach einigen Tagen schlecht, besonders wenn es sich um tiefe Tauchgänge gehandelt hat. Ich muss mich übergeben und bekomme Durchfall. Diese Symptome halten mehrere Tage an. Bei meinem letzten Tauchurlaub experimentierte ich damit: Ich tauchte eine Weile, und wenn ich bemerkte, dass es mir schlechter ging, setzte ich ein bis zwei Tage aus. Dann tauchte ich erneut für einen Tag und mir wurde wieder schlecht (beide Male nicht bis zum Extrem, sondern nur ein Unwohlsein). Ich tauche jedoch sehr gern und will nicht damit aufhören. Was kann ich dagegen tun? Ich bin in guter gesundheitlicher Verfassung, treibe regelmäßig Sport, bin 21 Jahre alt, Nichtraucher, 1,80 Meter groß und wiege 85 Kilo.


Tinnitus II

Ich bin 51 Jahre alt und habe schon seit einigen Jahren ein Tinnitusproblem. Bei der Untersuchung durch den Ohrenarzt gab es keine Einwände. Leider habe ich dazu jetzt auch eine andere Meinung gehört. Ich nehme keine weiteren Medikamente außer Cholesterinsenker und habe keine Blutdruckprobleme. Wie sollte ich mich in Zukunft verhalten?