Medizin

Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth

Tauchmedizin-Experte

Es ziept, es zwickt, du brauchst Rat in Sachen Tauchtauglichkeit? Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth, langjähriger TAUCHEN-Medizin-Experte, beantwortet eure Fragen zum Thema Tauch- und Überdruckmedizin. Schickt eure Fragen per E-Mail an sprechstunde@tauchen.de.

Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Muster-Berufsordnung für Ärzte:
1. Die voranstehenden Beiträge sind allgemeine Stellungnahmen, die, ausgehend von Ihren Anfragen, mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurden.
2. Bitte wenden Sie sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens! 3. Soweit spezielle Ärzte oder Behandlungseinrichtungen namentlich genannt werden, dienen diese Angaben lediglich dazu, dass Sie sich dort weitere Informationen beschaffen können. Sie dienen nicht der Werbung oder besonderen Hervorhebung gegenüber anderen Ärzten oder Behandlungseinrichtungen.

Schilddrüsenüberfunktion I

Darf man bei einer Schilddrüsenüberfunktion an einem Schnuppertauchkursus teilnehmen? Die Tiefe des Tauchgangs würde maximal zehn Meter betragen.

Blinddarm-OP

Ich hatte vor zwei Wochen eine Blinddarm-Operation. Die OP wurde mit einem herkömmlichen Bauchschnitt durchgeführt. Wie lange muss ich mit dem Tauchen aussetzen?

Rätselhafte Probleme

Ich habe ein Problem beim Tau-chen und würde gern wissen, ob es dafür eine Lösung gibt (außer nicht zu tauchen): Wenn ich Wiederholungstauchgänge mache, wird mir nach einigen Tagen schlecht, besonders wenn es sich um tiefe Tauchgänge gehandelt hat. Ich muss mich übergeben und bekomme Durchfall. Diese Symptome halten mehrere Tage an. Bei meinem letzten Tauchurlaub experimentierte ich damit: Ich tauchte eine Weile, und wenn ich bemerkte, dass es mir schlechter ging, setzte ich ein bis zwei Tage aus. Dann tauchte ich erneut für einen Tag und mir wurde wieder schlecht (beide Male nicht bis zum Extrem, sondern nur ein Unwohlsein). Ich tauche jedoch sehr gern und will nicht damit aufhören. Was kann ich dagegen tun? Ich bin in guter gesundheitlicher Verfassung, treibe regelmäßig Sport, bin 21 Jahre alt, Nichtraucher, 1,80 Meter groß und wiege 85 Kilo.

Tinnitus II

Ich bin 51 Jahre alt und habe schon seit einigen Jahren ein Tinnitusproblem. Bei der Untersuchung durch den Ohrenarzt gab es keine Einwände. Leider habe ich dazu jetzt auch eine andere Meinung gehört. Ich nehme keine weiteren Medikamente außer Cholesterinsenker und habe keine Blutdruckprobleme. Wie sollte ich mich in Zukunft verhalten?

Deko-Unfall in der Schulter

Ich hatte an einem Sonntag unmittelbar nach einem Trimixtauchgang starke Schulterschmerzen, obwohl alles glattlief. Ich tauche sehr viel (100 Tauchgänge im Jahr) und im Regelfall tiefer als 40 Meter, fast immer mit Dekopausen – und bis dato hatte ich noch nie Probleme. Zu den starken Schulterschmerzen (nur rechts) gab es keine Begleiterscheinungen wie Juckreiz oder Hautrötungen. Ich bin Sportler, 30 Jahre alt, 190 Zentimeter groß, wiege 75 Kilo und tauche seit 22 Jahren. Nach dem Tauchgang habe ich 30 Minuten Sauerstoff geatmet, ohne dass eine Besserung eingetreten ist. Hatte ich eventuell einen Deko-Unfall oder handelte es sich eher um einen eingeklemmten Nerv? Die Beschwerden waren mittwochs nach drei Tagen abgeklungen.

Aortenaneurysma

Bei mir hat man vor Kurzem ein Aortenaneurysma festgestellt, das in den nächsten Tagen operiert wird. Kann ich wieder ans Tauchen, wenn es verheilt ist?

Grauer Star

Ich leide unter Grauem Star und muss demnächst operiert werden. Darf ich danach wieder tauchen und wenn ja, welche Wartezeit muss ich einhalten?

Tauchen nach Spontanpneu

Ein junger, sportlicher und talentierter Tauchschüler erhält von seinem Hausarzt kein tauchärztliches Attest, weil er von fünf Jahren einen spontanen Pneumotorax erlitten hat. Nach problemloser Rekonvaleszenzzeit zeigt auch das Röntgenbild keine Auffälligkeit. 
Der Hausarzt ist kein Tauch- oder Sportarzt. Verständlicherweise unterschreibt er nicht, was er nicht versteht. 
Bisher zehn Übungstauchgänge mit Westenaufstieg, Notaufstieg ohne Automat hat dieser Kandidat problemlos absolviert. Einer seiner Tauchlehrer hatte im Alter von 30 Jahren auch einen Pneumotorax spontane. Heute ist er 57 und taucht mit jährlich neuem Tauchattest. 4500 Tauchgänge nach seinem Pneumotorax verliefen absolut komplikationsfrei. 
Professor Dr. Bühlmann Universitätsspital Zürich erteilte ihm 1972 nach der Genesung direkt das Tauch-Attest. Bitte um Ihre Stellungsnahme.

Rückenschmerzen

Seit Januar habe ich Probleme mit meinem Rücken. Nach Krankengymnastik habe ich ins Bein ziehende Schmerzen bekommen, woraufhin mein Orthopäde eine Infusionstherapie begonnen hat. Nach zwei Behandlungen war ich fast schmerzfrei und bin eine Woche in den Urlaub geflogen. Nach drei Tagen konnte ich mich jedoch gar nicht mehr bewegen, sondern nur noch im Bett liegen. Zurück in Deutschland habe ich dann weitere Infusionen bekommen. Beim Gehen „lahme“ ich jetzt ein wenig, eine Reha wurde beantragt. Eine Operation ist nicht geplant. Kann ich tauchen, wenn ich wieder einigermaßen schmerzfrei bin?

Ziepen im Zahn

Mein Problem: Wurzelspitzenresektion an einem überkronten Schneidezahn empfohlen, derzeit aber keine Schmerzen, sondern seit einiger Zeit nur sporadisch auftretendes "Ziepen". In wenigen Wochen geht es für 14 Tage zum Tauchen nach Sulawesi. Ich würde gern das Risiko abchecken: Was passiert im schlimmsten Fall ohne Eingriff und was, wenn ich den Eingriff kurzfristig vornehmen lasse? Verändern Tauchen und Mundstück (ich neige zum sehr kräftigen Zubeißen) die Sachlage?

Urlaub auf El Hierro

Ich plane einen Urlaub auf El Hierro - mit Wandern, Tauchen und Wohnen im Inselinneren. Dies ist nun das Problem: Kann ich tauchen und dann in 700 bis 800 Metern Höhe übernachten, ohne die Wahrscheinlichkeit einer Deko-Krankheit ins Unermessliche zu steigern? Die kontaktierte Tauchschule rät mir zu maximal einem Tauchgang pro Tag.

Blutdruck- und Herzprobleme

Ich bin 53 Jahre alt, wiege zur Zeit circa 110 Kilo (ich arbeite daran, mein Gewicht zu reduzieren) und habe eigentlich eine gute Kondition. Seit Dezember letzten Jahres habe ich Probleme mit Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Ich wurde deshalb medikamentös auf den Blutdrucksenker "Telmisartan 40 mg" und den Betablocker "Bisoprolol 2,5 mg" von Internisten positiv eingestellt. Ergebnis: guter Blutdruck (110 bis 130/70) und weniger Rhythmusstörungen. Nach Aussage des Kardiologen ist das Herz nach Ultraschall, Langzeit- und Belastungs-EKG in Ordnung, und es spricht aus seiner Sicht nichts dagegen, weiterhin den Tauchsport auszuführen. Was sagen Sie als Tauchmediziner dazu? Kann ich weiterhin tauchen oder muss ich nach fast 25 Jahren mein Hobby an den Nagel hängen?

Luxation der Schulter

Ich hatte vor zwei Wochen eine Stabilisierung der Schulter mittels arthroskopischer Operation mit Ankertechnik (arthroskopische Mobilisierung des Caudoventralen Labrum; Glenoidanfrischung und Stabilisierung über drei Pushlock-Anker mit caudocranialer Kapselstraffung) infolge mehrfacher Luxationen der Schulter. Seit sechs Wochen trage ich jetzt ein Abspreizkissen ("Ultrasling er 15"). Laut ärztlichem Attest ist die Bewegungsfreiheit nach drei Monaten wieder gegeben. Mein Arzt konnte mir aber nicht genau sagen, ob ich nach drei Monaten wieder tauchen gehen kann. Ich plane, in rund drei Monaten einen Tauchurlaub zu unternehmen, und würde von Ihnen gerne wissen, wie Sie über die Tauchtauglichkeit denken.

Druckausgleichsprobleme

Ich tauche seit vielen Jahren und habe eigentlich nie ernsthaftere Probleme mit meinen Ohren beim Druckausgleich gehabt. In der Regel genügt schon eine Bewegung mit dem Kiefer, um selbigen herbeizuführen. In den letzten Jahren jedoch gab es vereinzelt Situationen, bei denen ohne erkennbaren Anlass (Erkältung) Probleme beim Druckausgleich auftraten - insbesondere auch bei "Jojo-Tauchprofilen" zum Beispiel im Bereich von 5 bis 15 Metern. Da wir nun demnächst nach Ägypten in den Tauchurlaub fahren, würde ich das Thema gern mit einem echten und erfahrenen Taucharzt, der vielleicht auch die geeigneten Gerätschaften hat, besprechen. Können Sie mir einen Hinweis geben, welcher Facharzt in Berlin dafür besonders geeignet wäre?

Morbus Meniere

Ich habe eben die Sprechstunde aus Heft 03/09 zum Thema Tinnitus und Hörsturz gelesen. Ich hatte selber einen Hörsturz und habe eine Frage: Mein Arzt stellte bei mir noch "Morbus Meniere" fest. Seitdem habe ich nach jedem Tauchgang Kopfschmerzen mit Übelkeit, die circa drei Stunden anhalten. Gibt es Medikamente, die in diesem Fall helfen?