Medizin

Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth

Tauchmedizin-Experte

Es ziept, es zwickt, du brauchst Rat in Sachen Tauchtauglichkeit? Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth, langjähriger TAUCHEN-Medizin-Experte, beantwortet eure Fragen zum Thema Tauch- und Überdruckmedizin. Schickt eure Fragen per E-Mail an sprechstunde@tauchen.de.

Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Muster-Berufsordnung für Ärzte:
1. Die voranstehenden Beiträge sind allgemeine Stellungnahmen, die, ausgehend von Ihren Anfragen, mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurden.
2. Bitte wenden Sie sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens! 3. Soweit spezielle Ärzte oder Behandlungseinrichtungen namentlich genannt werden, dienen diese Angaben lediglich dazu, dass Sie sich dort weitere Informationen beschaffen können. Sie dienen nicht der Werbung oder besonderen Hervorhebung gegenüber anderen Ärzten oder Behandlungseinrichtungen.

Panik beim Tauchen

Im letzten März habe ich beim Tauchen vor Bali urplötzlich nach über 100 Tauchgängen aus heiterem Himmel eine Panikattacke bekommen. Dabei hatte ich das Verlangen, sofort aufzutauchen. Freunde konnten mich jedoch halten. Das hat sich dann zwei Mal wiederholt, so dass ich nun sehr unsicher bin, wie ich das in Zukunft verhindern kann. Gibt es Artikel oder anderes Info-Material über dieses ärgerliche Symptom?

Hämodialyse

Vor drei Jahren bekam ich die Antwort, dass eine durchzuführende Hämodialyse eine Kontraindikation zum Tauchen ist. Jetzt lese ich im Internet, dass Dialysepatienten auch tauchen! In der Zeitschrift "Der Nierenpatient" (Ausgabe 8/2008) schreibt der Autor über seine Reise auf die Malediven: tauchen auf Bandos, Dialyse in Male. Er war hochzufrieden. Meine Frage: Wird das Thema Dialyse und Tauchen heute anders diskutiert und bewertet? Spielt die Taucherfahrung eine Rolle? Wird eine Tauchtauglichkeit individuell bewertet?

Zahnimplantat

Wie lange muss man mit dem Tauchen pausieren, wenn man im Unterkiefer Implantate eingesetzt bekommt? Mein Zahnarzt gab mir die Auskunft, dass zwei Wochen Pause ausreichen würden. Ist das korrekt?

Total-OP

Ich bin 64 Jahre alt und seit 15 Jahren aktive Taucherin. Jetzt habe ich ein "Frauenproblem": Ich muss mich einer Total-OP unterziehen - mit dem vollen Programm. Die OP wird wie üblich durchgeführt, wegen der Blasenkorrektur aber auch mit einem Bauchschnitt. Die große Frage ist jetzt natürlich für mich: Wann kann ich wieder tauchen? Sind sechs Monate für die Ausheilung realistisch? Im Moment bin ich körperlich recht fit.

Kontaktlinsen

Ich trage seit fast 20 Jahren halbharte Kontaktlinsen und komme mit ihnen meistens recht gut zurecht. Ich trage sie auch während des Tauchens. Jetzt habe ich bemerkt, dass ich nach längeren Tauchgängen Schwierigkeiten mit dem Scharfstellen habe. Wieder an der Oberfläche, sehe ich alles verschwommen und circa für zehn Minuten unscharf. Danach kommt die Schärfe langsam wieder zurück.
Können Sie mir sagen, weshalb das so ist und ob ich deswegen etwas unternehmen sollte? Oder handelt es sich um das (mir) bekannte Phänomen, das wenn mich etwas begeistert und ich konzentriert bin, ich vergesse, meine Augen genug oft auf- und zuzumachen und sie deshalb zu wenig befeuchtet sind und ich deshalb Schwierigkeiten mit dem Scharfstellen habe?

Schwindel bei Wellengang

Warum wird mir bei hohem Wellengang immer schwindelig? Auf den Malediven waren extrem hohe Wellen, aber unser Guide war so clever und ist immer sofort mit uns abgetaucht.

Deko-Krankheit und Marcumar-Einnahme

Ich habe Ihren interessanten Artikel "Sport versus Tauchen - ein Update" in tauchen 9/08 gelesen und verknüpft damit eine Frage. Ich hatte mir am 1. Juni 2008 eine gröbere Dekokrankheit eingefangen. Diverse ärztliche Untersuchungen und die Tauchprofilanalyse haben keine Erkenntnisse zur Ursache gebracht. Aus meiner Sicht könnte aber die Blutverdünnung ("Marcumar"/Thrombose in der Pfortader) einen Einfluss gehabt haben. Nun meine Frage: Ist es möglich, dass nach einem Tauchgang mit leicht erschwertem Ausstieg durch die Blutverdünnung ein größerer Stickstoffabbau im Gewebe stattfindet und eher eine Dekokrankheit auslösen kann als ohne Blutverdünnung?

Betablocker (Literaturanfrage)

Ich habe in der Februar-Ausgabe 2008 von tauchen mit Erstaunen gelesen, gegen das Tauchen mit Betablockern bestünden keine generellen Bedenken (S. 133). Ich bin deshalb etwas irritiert, da ich meine, dass bisher neben der erwähnten Gefahr des Air-Trappings (Verkrampfen der Bronchien) auch die Gefahr von AV- und SA-Blockierungen (atrioventrikuläre und sino-atriale Herzrhythmusstörungen) bis hin zur Asystolie (Herzstillstand) in Verbindung mit dem Tauchreflex (starker Reiz des zehnten Hirnnervs (Vagus) mit verlangsamter Herzschlagfrequenz) gesehen wurde. Leider habe ich die diesbezügliche Literatur auf die Schnelle nicht gefunden. Vielleicht könnten Sie ein kurzes Statement geben?




Augenthrombose

Mein Mann hat letzte Woche eine Augenthrombose, venöser Verschluss, erlitten. Seine Sehkraft auf diesem Auge ist sehr eingeschränkt. Nun wissen wir, dass es keine spezielle, befriedigende Therapie für diese Erkrankung gibt. Jedoch wollen wir in drei Wochen nach Venezuela zum Tauchen fliegen. Ist es möglich, mit so einem Verschluss zu tauchen und einen so langen Flug zu unternehmen? Ich habe gelesen, dass unter diesen Umständen auch für das andere Auge ein gewisses Risiko besteht.


Tauchen nach Rücken-OP

Ich hatte im August 2006 wegen Spondylolisthes, also einem Gleitwirbel zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Kreuzbein, eine Versteifungs-OP, bei der genau dieser letzte Lendenwirbel sowohl am Kreuzbein als auch am Wirbel darüber fixiert wurde.
Aus diesem Grund soll ich auf Dauer eine inklinierende Körperhaltung völlig vermeiden, das heißt, dass ich mich zum Beispiel nicht auf dem Stuhl sitzend nach vorne überbeugen soll, um die Schuhe zu binden. Nun will ich aber mit meinem Freund in den Urlaub und dort auch schnorcheln gehen.
Wie sieht es mit der Abtauchtechnik beim Schnorcheln aus, bei der man den Oberkörper in der Hüfte nach unten abknickt? Kann ich das machen oder kennen Sie zufällig noch andere Methoden, um rückengerecht abzutauchen?

Malariaprophylaxe mit Lariam

Als ich das letzte Mal in Kenia war, habe ich als Malaria-Prophylaxe das Medikament "Lariam" bekommen und überhaupt nicht vertragen. An Tauchen war danach nicht mehr zu denken. Jetzt will ich nach Mosambik zum Tauchen. Gibt es eine Alternative zu "Lariam", bei der ich nicht mit Übelkeit rechnen muss?


Hohe Cholesterinwerte

Ich leide unter sehr hohen Cholesterinwerten und nehme das Medikament "Sortis 20 mg". Sehen Sie für mich Gefahren beim Tauchen? Und gibt es Ratschläge oder Empfehlungen, die Sie mir für die Zukunft geben können?

Höhentraining

Ich habe gerade Gelegenheit, an einem simulierten Höhentraining teilzunehmen. Das sind zehn 50-minütige Einheiten auf dem Laufband in einer speziellen Kammer, in der der Sauerstoffgehalt auf etwa 15 Prozent reduziert wird. Ziel ist die Vermehrung der roten Blutkörperchen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit (zum Zweck der Vorbereitung auf einen Marathonlauf).
Nun meine Frage: Zwei Tage nach Abschluss des Trainings will ich in den Tauchurlaub nach Ägypten fahren. Geht das? Oder stellt das Training fürs Tauchen ein gesundheitsgefährdendes Risiko dar? Etwa weil das dickere Blut in Verbindung mit dem höheren Druck auf Adern und Venen unter Wasser das Risiko von Thrombosen oder Herzinfarkten drastisch steigern könnte?