Medizin

Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth

Tauchmedizin-Experte

Es ziept, es zwickt, du brauchst Rat in Sachen Tauchtauglichkeit? Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth, langjähriger TAUCHEN-Medizin-Experte, beantwortet eure Fragen zum Thema Tauch- und Überdruckmedizin. Schickt eure Fragen per E-Mail an sprechstunde@tauchen.de.

Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Muster-Berufsordnung für Ärzte:
1. Die voranstehenden Beiträge sind allgemeine Stellungnahmen, die, ausgehend von Ihren Anfragen, mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurden.
2. Bitte wenden Sie sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens! 3. Soweit spezielle Ärzte oder Behandlungseinrichtungen namentlich genannt werden, dienen diese Angaben lediglich dazu, dass Sie sich dort weitere Informationen beschaffen können. Sie dienen nicht der Werbung oder besonderen Hervorhebung gegenüber anderen Ärzten oder Behandlungseinrichtungen.

Herzrhythmusstörungen

Seit Mai letzten Jahres habe ich angeblich Herzrhythmusstörungen und nehme seitdem "Meto Hexal sug 95". Nun möchte ich auf eine Tauchtiefe von etwa 25 bis 30 Metern. Muss ich hierbei etwas beachten?

Marcumar

Ich habe Ihre Ausführungen zum Thema Faktor-V-Leiden in der April-Ausgabe 2008 gelesen. Da ich vor einigen Jahren ebenfalls eine Thrombose hatte und die Ärzte bei mir auch ein Faktor-V-Leiden festgestellt haben, muss ich seither dauerhaft "Marcumar" nehmen, damit der INR-Wert zwischen zwei und drei liegt. Damals ging es allerdings nur um Heparin und nicht um Marcumar. Meine Frage lautet daher: Wie sieht das Tauchen mit "Marcumar" aus?

Kalkablagerungen in der Schulter

Vor Kurzem konnte ich plötzlich meinen Arm nicht mehr bewegen! Im Krankenhaus stellte man fest, dass ich Kalkablagerungen in der Schulter habe. Ich muss mich einer Operation unterziehen. Wie lange etwa muss ich nach dieser mit dem Tauchen aussetzen? Ich plane etwa drei Wochen, dann muss ich wieder in meiner Tauchbasis parat stehen. Und wird die OP ambulant gemacht?

Tauchen nach Herzinfarkt II

Kann man nach einem Herzinfarkt noch tauchen? Ich hatte am 23. Mai dieses Jahres einen Herzinfarkt, man hat mir vier Stents gesetzt. Im November soll nochmals eine Katheteruntersuchung zur Kontrolle stattfinden. Der Oberarzt in der Reha meinte, ich solle diese Untersuchung abwarten und mich dann mit einem Taucharzt in Verbindung setzen.

Tennisarm

Ich habe seit einiger Zeit einen Tennisarm. Gibt es diesbezüglich Bedenken beim Tauchen? Ich gehe nächste Woche auf Tauchsafari, tauche mit Nitrox, also eigentlich sehr konservativ.


Aortenverschluss und Y-Prothese

Bei mir wurde im September nach einer MRT (Magnetresonanztomographie) ein Aortenverschluss festgestellt, der im Oktober durch eine OP und das Einbringen einer Y-Prothese verhindert wurde. Die klinische Diagnose: Y-Prothesen-Implantation mit Thrombendarteriektomie der infrarenalen Bauchaorta und der Iliakalgabel beidseitig, wegen kurzstreckigem distalen Aortenverschluss und peripherer arterieller Verschlusskrankheit II. Ich bin in regelmäßiger ärztlicher Kontrolle, mit einer täglichen Medikation von "ASS 300"-Tabletten. Kann ich darauf hoffen, mein Hobby wieder ausführen zu dürfen, oder muss ich es bleiben lassen?


Literatur über giftige Meerestiere

Ich interessiere mich für Literatur über die Therapie von Unfällen mit giftigen (Meeres-)Lebewesen. In einschlägigen Büchern findet man je nach Problematik immer wieder Aussagen wie Heißwasserbehandlung, kreuzweises Einschneiden, Aussaugen, Salzwasser- und Essigbehandlung. Renommierte medizinische Fachzeitschriften wie beispielsweise "Notfall & Rettungsmedizin" von Springer haben bereits vor Jahren derartige Vorgehensweisen als unwirksam oder gar gefährlich herausgestellt. Trotzdem schreibt seit Jahren offensichtlich einer vom anderen ab. Können Sie mir diesbezüglich gute, aktuelle Fachliteratur empfehlen?


Überfunktion der Schilddrüse

Ich leide zurzeit an einer Schilddrüsenüberfunktion und bekomme am Montag eine Radiojodtherapie. Zurzeit nehme ich "Thiamazol" und "Beloc Zoc" gegen die Symptome. Kann ich vier Wochen nach der Radiojodtherapie wieder tauchen? Mein Arzt meint, wenn die Schilddrüsenwerte in Ordnung seien, könnt ich wieder ins Wasser.


Klopfgeräusche im Ohr

Im Urlaub in Sri Lanka (1994) hatte ich eine starke Mittelohrgangentzündung. Diese habe ich mit einem Zimtöl "behandelt". Seitdem habe ich einen Tinnitus. Ich tauche jetzt schon einige Jahre und stelle immer wieder fest, dass nach einigen Tauchgängen die Geräusche lauter werden. Bisher sind sie nach einigen Tagen immer zurückgegangen. Ich habe Angst, dass die Geräusche nach dem Tauchen chronisch "laut" bleiben. Haben Sie eine Empfehlung, was ich unternehmen kann?


Stillen & Tauchen

Vor Kurzem habe ich unser Kind geboren und stille dieses bis auf Weiteres. Dass man während der Schwangerschaft nicht tauchen sollte, ist mir klar. Wie steht es mit der Zeit während des Stillens aus? Darf ich tauchen und hat es allenfalls einen Einfluss auf die Milch, Milchbildung oder auf das Kind?

Schwerhörigkeit & Tympanoplastik

Mein 17-jähriger Sohn hat letztes Jahr den OWD absolviert und ist nun dem Tauchen verfallen. Ich möchte nun gern wissen, ob das Tauchen wirklich mit seiner Gesundheit zu vereinbaren ist. Er hat linksseitig eine kombinierte Schwerhörigkeit, die seit zehn Jahren hörgerätversorgt ist. Nun steht dieses Jahr eine Tympanoskopie gegebenenfalls mit anschließender Tympanoplastik an. Mein Sohn erhofft sich davon, dass die Schallleitungsschwerhörigkeit wesentlich geringer wird. Darf er mit dieser Vorgeschichte überhaupt tauchen? Wenn ja, wie lange muss die Tauchpause nach einer Tympanoskopie sein?


Faktor-V-Leiden

Bei mir ist vor einigen Monaten die Thrombophilie Faktor-V-Leiden festgestellt worden. Laut meines Humangenetikers hat dies die Konsequenz, dass ich vor Tauchgängen von nun an eine geringe Dosis Heparin spritzen muss. Gibt es darüber Erfahrungen? Ich bin 32 Jahre alt, tauche schon recht lange, treibe regelmäßig Sport und achte immer auf ausreichend Flüssigkeit vor und nach dem Tauchen. Ich tauche in einem vernünftigen Rahmen (auch mit Dekompressionsstopps) und wiege bei 168 Zentimetern 52 Kilo. Zwei weitere Faktoren, die getestet wurden, haben keine Auffälligkeiten gezeigt. Ich habe allerdings ein angeborenes Rückenleiden (Klippel-Feil) und deshalb hin und wieder eine Migräne. Ich trage daher integrierte Gewichte im Jacket und lege das Equipment in der Regel erst im Wasser an. Der Rücken hat also nie zu Problemen geführt. Nur die Blutgerinnungsneigung ist neu und macht mir etwas Sorge.