Medizin

Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth

Tauchmedizin-Experte

Es ziept, es zwickt, du brauchst Rat in Sachen Tauchtauglichkeit? Prof. Dr. med. Claus-Martin Muth, langjähriger TAUCHEN-Medizin-Experte, beantwortet eure Fragen zum Thema Tauch- und Überdruckmedizin. Schickt eure Fragen per E-Mail an sprechstunde@tauchen.de.

Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Muster-Berufsordnung für Ärzte:
1. Die voranstehenden Beiträge sind allgemeine Stellungnahmen, die, ausgehend von Ihren Anfragen, mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurden.
2. Bitte wenden Sie sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens! 3. Soweit spezielle Ärzte oder Behandlungseinrichtungen namentlich genannt werden, dienen diese Angaben lediglich dazu, dass Sie sich dort weitere Informationen beschaffen können. Sie dienen nicht der Werbung oder besonderen Hervorhebung gegenüber anderen Ärzten oder Behandlungseinrichtungen.

Künstliche Gelenke

Aus Artikeln zum Thema "Tauchen mit einem künstlichen Gelenk" konnte ich entnehmen, dass – gute Verheilung vorausgesetzt – keine Einschränkungen fürs Tauchen bestehen, außer dass konservativ ausgetaucht werden soll. Wie sieht es aus, wenn man bereits vier künstliche Gelenke (beide Hüften und Knie) sein Eigen nennt und demnächst noch ein fünftes in der Schulter verpasst kriegt? Ich bin 67 Jahre alt und tauche seit 50 Jahren regelmäßig. Mein Tauchtauglichkeitszeugnis konnte ich bis jetzt immer problemlos erneuern. 

Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten

Ich nehme seit einer Stent-Operation vor sieben Jahren (kein echter Infarkt, sondern Atemnot beim Sport durch eine 95-prozentige Stenose in der RIA-Arterie) ein blutdrucksenkendes, ein cholesterinreduzierendes und ein Aspirin-Medikament ein (eine halbe Tablette "Metobeta50", eine Tablette "ASS 100" und eine halbe Tablette "Zocor20"). Seit rund sechs Wochen nehme ich zusätzlich auf Anraten meines Kardiologen das Mittel "Olmetec40" (eine halbe Tablette) ein, wodurch der Blutdruck durch leichte Erweiterung der Blutgefäße zusätzlich gesenkt werden soll.
Haben Sie bei dem Medikament "Olmetec20" in dieser geringen Dosis einen medizinischen Einwand? Soll ich dieses zusätzliche Mittel während meines Tauchurlaubs für zwei Wochen absetzen? Mit meinen bisherigen Medikamenten kam ich wunderbar klar und habe meinen Blutdruck mit der beschriebenen Dosis im Griff und bin bei 125/85 mmHg.

Tauchen mit Pro-Ear-Maske

Seemann Sub vertreibt die Tauchmaske „Pro Ear 2000“. Diese Maske hat zwei seitliche Silikonhalbschalen für die Ohren, die über Faltenschläuche mit der Maske verbunden sind. Laut Beschreibung dienen diese Halbschalen den Ohren zur Verhütung von Gehörgangsentzündungen. Der Druckausgleich erfolgt über den Maskenkörper. Meine Frage ist: Kann diese Maske auch bei Trommelfellschäden, zum Beispiel Verwachsungen oder Loch im Trommelfell, zum Tauchen verwendet werden? Mit einer angepassten Neoprenkopfhaube könnte doch ein Verrutschen der Ohrschalen verhindert werden. Wenn dies möglich wäre, könnten einige Personen, die heute mit dem Handicap Loch oder Verwachsungen am/im Trommelfell vom Tauchsport ausgeschlossen sind, diesen schönen Sport dann doch ausüben.


Reisethrombose

Ich habe derzeit eine Reisethrombose im Unterschenkel. Wenn sich der Thrombus aufgelöst hat - und alles wieder okay ist -, kann ich dann wieder uneingeschränkt tauchen?



Nasen-OP

Bei mir ist in Kürze eine KTP-Laserung der Nasenmuschel, Septumplastik, Nasenklappenerweiterung/Spreader Grafts wegen folgender Diagnose „chronische Nasenatmungsbehinderung bei Sep­tumdeviation und Nasenklappenengstelle, Ansaugphänomen“ geplant. Ich persönlich würde nur die Laserung durchführen lassen. Nach Aussage des Arztes sind die anderen Eingriffe ebenfalls ratsam. Meine Frage: Wie wirkt das Ganze sich auf die Tauchtauglichkeit aus? Nach Aussage des Arztes, übrigens keinem Tauchmediziner, ist der gesamte Eingriff nach circa acht Wochen verheilt. Der Taucherei steht dann nichts im Wege. Sehen Sie das auch so?


Schlafapnoe-Syndrom

Bei mir wurde letzte Woche ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert. Da ich keine Operation wollte (sehr geringe Erfolgsquote), habe ich mich für eine Maskenbeatmung entschieden. Ich werde im Januar im Schlaflabor ein entsprechendes „cpap“-Gerät erhalten. Meine Werte (Blut, Blutdruck und so weiter) sind okay. Momentan macht mir nur die Tagschläfrigkeit zu schaffen. Ich habe trotz intensiver Suche keine Informationen über Schlafapnoe und Tauchen gefunden. Meine Tauchtauglichkeit ist nach Aussage der Ärzte nicht eingeschränkt. Jetzt wollte ich mal bei Ihnen nachfragen, ob eventuell Studien vorliegen oder ob ich bestimmte Faktoren berücksichtigen sollte? Ich weiß nicht, wie viele Taucher von der Schlafapnoe betroffen sind, aber das wäre sicher auch ein interessantes Thema für einen Artikel?

Exostosen im Gehörgang

Ich tauche seit zehn Jahren (600 Tauchgänge). Vor einigen Jahren wurden bei mir Gehörgangsex­ostosen festgestellt, mittlerweile sind die Gehörgangsexostosen rechts 75 %, links 65 % vorangeschritten. Ein OP-Termin ist in Kürze angesetzt. Meine Frage dazu wäre, ab wann ich wieder tauchen darf und ob die Gehörgangsextostosen nach der Operation nach einiger Zeit wieder auftreten können?



Neues Kniegelenk

Bei mir wird in absehbarer Zeit eine Knie-OP nötig sein. Es soll dann eine Knie-Endoprothese eingebaut werden. Kann ich damit tauchen?


Betablocker und Tauchtauglichkeit

Bestehen Einschränkungen der Tauchtauglichkeit bei regelmäßiger Einnahme von Beta-Blockern? Ich bin KHK-Patient (KHK: koronare Herzkrankheit) mit einer Arteriosklerose der Herzkranzgefäße, schaffte vor zwei Jahren 200 Watt und jetzt unter Beta-Blocker 150 Watt auf dem Fahrradergometer.

Empfindliches Mittelohr

Leider habe ich jetzt schon im zweiten Jahr nacheinander eine Mittelohrentzündung im Tauchurlaub bekommen. Meine Ohrprobleme treten immer nach circa einer Woche auf, bei einem Tauchgang pro Tag. Sowohl im Roten als auch im Mittelmeer betrug die Durchschnittstiefe 18 Meter. Ab dem vierten Tauchgang hatte ich leichte Probleme beim Druckausgleich und ein Knacken im Ohr. Die Ärzte im Urlaub sprachen beide Male von Liquor hinterm Trommelfell. Eine Gehörgangsentzündung lag nicht vor. Mit Ibuprofen dauerte es jeweils rund drei Wochen, bis die Beschwerden verschwanden. Mein HNO-Arzt meint nun, dass ich tauchuntauglich sei. Er vermutet, dass der häufige Druckausgleich die Media Otitis auslöst. Können Sie mir einen Rat geben?


Beruhigungsmittel

Ich habe im August angefangen zu tauchen und plane im Winter eine einwöchige Tauchreise nach Ägypten. Da ich starke Flugangst habe, werde ich den Flug dorthin nicht ohne Beruhigungsmittel (zum Beispiel „Tavor“) überstehen. Ich nehme ansonsten nie Medikamente. Habe ich ein Problem mit dem Tauchen, wenn ich am Tag des Hinflugs ein bis zwei Tabletten einnehme?


Blutspende

Wie lange sollte man nach einer Vollblutspende mindestens warten, bevor man wieder tauchen geht? Ich habe hierzu widersprüchliche Angaben gehört. Auf der Webseite eines Blutspendediensts wird das Tauchen mit anderen Sportarten gleichgestellt und eine Wartezeit von ein bis zwei Tagen empfohlen. Eine Allgemeinärztin nannte mir hingegen eine Wartezeit von etwa drei Monaten!


Depressionen

Ich nehme schon seit circa 1 1/2 Jahren wegen Depressionen Citalopram (30mg) morgens und Mirtazapin (15mg) abends ein und für Aufregungszustände untertags auch ab un zu Lorazepam (0,5mg). Ich bin in heimischen Gewässern schon beim Tauchen gewesen und hatte keine Probleme, aber da war ich auf maixmal fünf bis sechs Metern Tiefe. Jetzt fliege ich bald nach Ägypten, um mal wieder im Roten Meer zu tauchen, und da werde ich die 20-Meter-Marke nicht ankratzen. Haben Psychopharmaka Auswirkungen auf meine Tauchtauglichkeit? Sollte ich da auf etwas Bestimmtes achten? Ich habe auch einen Freund und meine Frau dabei, die immer mit von der Partie sind und sozusagen meine Buddys darstellen.
Was sagen Sie zu diesen Medikamenten? Danke für die Antwort!