Titel der 10/18

Bypass-OP

Ich bin Augenarzt und betreibe Hobbytauchen seit mehr als 40 Jahren ohne Probleme. Im Mai diesen Jahres wurde bei mir eine coronare Bypass-OP durchgeführt. Der Verlauf war komplikationslos. Ferner besteht eine essentielle Thrombophilie. Ich wende mich an Sie wegen der Tauchtauglichkeit. Ich plane in den nächsten Monaten einen Urlaub zu einem vertrauten Tauchrevier mit einer Maximaltiefe von 30 Metern.

Meine Antwort wird Sie wenig erfreuen, denn entsprechend der aktuellsten Empfehlungen zur Tauchtauglichkeit (Checkliste Tauchtauglichkeit, 2. Auflage. Gentner Verlag, Stuttgart, 2014), die im September dieses Jahres erschienen sind, gilt nach einer operativen Revaskularisation des Herzens (Bypass-OP) nach wie vor eine Mindestwartezeit von einem Jahr. Außerdem wird empfohlen, nach der OP einmalig nach Ablauf des Jahres vor Erteilung einer Tauchtauglichkeit eine HR-CT des Thorax durchzuführen, um relevante OP-bedingte pulmonale Veränderungen auszuschließen. Grundsätzlich gilt, dass Beschwerdefreiheit und eine gute Leistungsfähigkeit bei objektiv guter Pumpfunktion (Herzecho!) vorliegen muss. Das scheint bei Ihnen gegeben zu sein. Es könnte gut möglich sein, dass Sie eine Tauchtauglichkeit erhalten. Aber denken Sie an die Pause! Von einer Reise in den kommenden Monaten rate ich Ihnen ab.