© Die Bundesregierung hat sich auf ein Gutscheinmodell für Reiseveranstalter geeinigt (Foto: Von Todd Neville from Scottsdale, USA, Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2081096)

Aktuell: Bundesregierung plant Gutscheinlösung für Reiseveranstalter

Hoffnung in Zeiten der Corona-Krise: Am Donnerstag den 2. April 2020 hat sich die Bundesregierung auf ein Gutscheinmodell für Reiseveranstalter geeinigt. Kann dadurch die Tourismusbranche gerettet werden?

Die Corona-Krise hat die Tourismusbranche schwer erwischt. Uns erreichten etliche Hilfeaufrufe von Reiseveranstaltern, die ihre Kunden dazu aufriefen, ihre gebuchten Reisen nicht zu stornieren, sondern entweder umzubuchen oder einen Reisegutschein zu akzeptieren. Die Krise trifft insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen.

Warum Stornierungen nicht die Lösung sind

Was bedeutet eine Stornierung für einen Tauchreiseveranstalter eigentlich genau? Anders als in anderen Branchen gibt es nicht nur von einem auf den anderen Tag keine Einnahmen mehr, sondern zugleich Mehrkosten und Rückzahlungsansprüche, die die Liquidität von heute auf morgen entziehen. Denn bis ein Reisender im Zielgebiet eintrifft, haben bereits viele Beteiligte ihre Arbeit getan und ihren „Lohn“ erhalten. Das kann keine Firma stemmen! Deshalb gab es unter anderem vom AER e.V, der Interessensvertretung selbstständiger Reisebüros, einen dringenden Forderungskatalog an die Bundesregierung.

Plan der Bundesregierung

Am heutigen Donnerstag den 2. April 2020 hat die Bundesregierung sich nun auf eine Gutscheinlösung für Reisekunden geeinigt. Beschlossen wurde folgendes: Touristen erhalten für abgesagte Reisen keine Rückzahlung, sondern eine Gutschrift. Neben Deutschland pochen auch weitere EU-Mitgliedsstaaten auf diese Lösung. Jetzt muss nur noch die EU-Kommisson zustimmen.

Weiterhin müssen diese Reisegutscheine bis Ende 2021 befristet sein, und gelten für alle Tickets, die vor dem 08. März 2020 gekauft wurden. Wenn der Kunde den Gutschein nicht bis Ende 2021 einlöst, muss der Reiseveranstalter ihm den Wert erstatten. Allerdings sind sogenannte Härtefallklauseln geplant, wenn ein Gutschein bei einem Kunden aufgrund seiner finanziellen Situation nicht zumutbar ist.

Der verbraucherpolitische Sprecher Jan-Marco Luczak der Union stimmte dieser Entscheidung zu: "Ziel ist, insbesondere die kleinen und mittleren Reiseveranstalter und Reisebüros vor dem wirtschaftlichen Aus zu retten“, so Luczak. "Unabdingbar sei, den Wert der Gutscheine durch Staatsbürgschaften abzusichern." Tourismuspolitiker Markus Tressel von den Grünen lehnte dieses Modell ab.

Gutachten verdeutlicht die Dramatik

Ein Gutachten des Deutschen Reiseverbandes wies die Bundesregierung auf folgendes hin: "Kommt es nicht zur Gutscheinregelung, müssten die Reiseveranstalter in den kommenden Wochen mindestens 3,5 Milliarden Euro auszahlen! Der Zahlungsanspruch der Verbraucher gegenüber Reiseveranstaltern übertrifft bei weitem die vorhandene Liquidität“, heißt es in dem Gutachten und weiter: „Es droht ein Zusammenbruch der gesamten Reisebranche!“

 

 



  1. Heiko

    Aber Hallo

    was ist wenn der Veranstalter oder Reisebüro pleite geht und das werden viele sein obwohl diese Geld von Staat als Hilfen erwarten. Warum soll ein Reisender einen Veranstalter oder Reisebüro ein Zinsloses Darlehen geben und das Geld ist dann weg. Wo ist die Sicherheit für den Kunden.

    Es kann doch nicht sein das der Staat die Bürger bevormundet, das hatten wir schon mal mit der Stasi, es wird jetzt noch schlimmer als damals.

    So eine hirnrissige Idee von da oben.
    Ich bin schon für Hilfen aber die Gelder müssen auch da ankommen und nicht durch Auflagen nicht machbar sein. Ich denke da sollte der Staat mal nicht so viele Milliarden ins Ausland verschleudern. Jetzt werden viele auf der Strecke bleiben, ich hoffe nur wenn es mich mit den Virus so erwischen sollte, das ich da ordentlich im Krankenhaus als Steuerzahler versorgt werde. Wer bezahlt denn die Behandlung für die die eingeflogen werden.

  2. Raue Manuela

    Bin stinkend sauer die Regierung is doch einfach nur zu blöde um zu regieren was is wenn die Gutscheine nächstes Jahr eingelöst werden ,dann haben wir das gleiche Problem, das geld für die Reisen bis April werden wohl die Hotels schon haben

  3. losdedos

    Wenn ich das schon lese: „Gutachten des Deutschen Reiseverbandes“. Klar, dass die Lobby der Reiseveranstalter auf derartige Einschätzung kommt. Für mich ist die angedachte Gutscheinlösung eine Sauerei. Es kann nicht sein, dass Kunden, die bei Reiseanbietern und Airlines gebucht und bezahlt haben, quasi zu einem kostenlosen Darlehen gezwungen werden – ohne eine Sicherheit oder Garantie. Der Anbieter kann insolvent werden, die Preise für spätere Reisen steigen und es muss draufgezahlt werde, Flug oder Reise werden nicht mehr angeboten usw. Und es kommt noch dicker: Viele Reisende können heute den bereits bewilligten Urlaub nicht mehr stornieren oder verschieben, da die Arbeitgeber dies verweigern – gedeckt durch deutsches Recht. Nein, wenn Kunden dies wollen und fordern, müssen die Kosten vollständig erstattet werden, wenn Flug oder Reise storniert wurden. Gutscheine müssen dagegen freiwillig sein. Für eine finanzielle Schieflage der Unternehmen muss eine zentrale Lösung gefunden oder der Rettungsschirm genutzt werden. Es dürfen nicht die Verbraucher doppelt dafür bezahlen. Danke.

  4. losdedos

    Einschätzung kommt. Für mich ist die angedachte Gutscheinlösung eine Sauerei. Es kann nicht sein, dass Kunden, die bei Reiseanbietern und Airlines gebucht und bezahlt haben, quasi zu einem kostenlosen Darlehen gezwungen werden – ohne eine Sicherheit oder Garantie. Der Anbieter kann insolvent werden, die Preise für spätere Reisen steigen und es muss draufgezahlt werde, Flug oder Reise werden nicht mehr angeboten usw. Und es kommt noch dicker: Viele Reisende können heute den bereits bewilligten Urlaub nicht mehr stornieren oder verschieben, da die Arbeitgeber dies verweigern – gedeckt durch deutsches Recht. Nein, wenn Kunden dies wollen und fordern, müssen die Kosten vollständig erstattet werden, wenn Flug oder Reise storniert wurden. Gutscheine müssen dagegen freiwillig sein. Für eine finanzielle Schieflage der Unternehmen muss eine zentrale Lösung gefunden oder der Rettungsschirm genutzt werden. Es dürfen nicht die Verbraucher doppelt dafür bezahlen. Danke.

  5. Harald

    Guten Morgen,
    Vielleicht sollte man den Kunden mal fragen, ob er das überhaupt möchte. Ich weiß nämlich nicht ob ich nächstes Jahr überhaupt Urlaub machen möchte oder kann!
    Wenn die jetzige Situation keine Reise zulässt, kann ich das zu 100% verstehen.
    Aber es gibt auch Verträge, die ich einhalten muss und mein Vertragspartner schließlich auch!
    Schönen Tag.

  6. Harald

    Guten Morgen,
    Vielleicht sollte man den Kunden mal fragen, ob er das überhaupt möchte. Ich weiß nämlich nicht ob ich nächstes Jahr überhaupt Urlaub machen möchte oder kann!
    Wenn die jetzige Situation keine Reise zulässt, kann ich das zu 100% verstehen.
    Aber es gibt auch Verträge, die ich einhalten muss und mein Vertragspartner schließlich auch!
    Schönen Tag.

  7. Uwe

    Zudem werden viele Kunden das Geld im Lastschriftverfahren wieder zurück ziehen oder das Back Charge der Kreditkarte nutzen um an ihrer Geld zu kommen.

  8. Jäcker

    Ok, versetze ich mich in die Lage der RV, dann würde ich mit der Lösung konform gehen.
    Allerdings bin ich nicht damit einverstanden, würde neben der Anzahlung auch noch die Restzahlung eingezogen, für eine Reise, die im Mai 2020 wahrscheinlich nicht mehr stattfindet.
    Helmut Jäcker
    0160 7437 117

  9. Monika BROMBACH

    Wir sind schon lange Rentner und dementsprechend älter. Was ist, wenn wir 2021 nicht erleben. Unser Geld ist dann weg, oder?

  10. Monika BROMBACH

    Wir sind schon lange Rentner und dementsprechend älter. Was ist, wenn wir 2021 nicht erleben. Unser Geld ist dann weg, oder?

  11. Rita Zebisch

    Es ist eine Schweinerei das es einfach so von der Regierung beschlossen werden kann.Ich bin damit nicht einverstanden und möchte mein Geld.Weiß nicht ob wir im nächsten Jahr noch reisen können.Wir sind auch schon 68 und 67 Jahre.

  12. Christian Gersch

    Es ist einfach Betrug seitens der Regierung, den Konzernen wird geholfen, dem Endverbraucher werden alle Lasten auferlegt, wenn mir als Endverbraucher das Geld ausgeht kommt keine Unterstützung von der Regierung.
    Nun sollen die Reisenden noch Zinslosen Kredit den Veranstaltern geben, damit die Bosse sich noch richtig bereichern können, am Ende gehen die Insolvenz, siehe Thomas Cook, eine der größten Veranstalter, hier hat der Endverbraucher auch schon eingebüßt. Sollen die Reiseveranstalter Kredit aufnehmen um die Gelder zurückzuzahlen, haben doch Jahrelang richtig Kasse gemacht

  13. Günter

    Wir sind 76 und 73 und nicht mehr so ganz fit ,sollte unsere letzte Auslandsreise sein und möchte nicht noch bis Ende 2021 auf mein Geld warten

  14. Klaus Hörl

    Aus Sicht der Veranstalter verständlich. Wir haben im Dez.19 gebucht, heisst Darlehen für 2 Jahre. Beide sind wirRentner mit fast 70 Jahren, die 12 Monate auf den Urlaub sparen. Wer weiß, ob wir alters- oder coronabedingt Ende 2021 noch leben. Das Unternehmerrisiko wird wieder auf den kleinen Mann abgewälzt. Nicht akzeptabel!

  15. Barbara

    Haben den gesamten Reisepreis für eine Pauschalreise am 23.03. bezahlt. Am 18.03. wurde die Reise vom Veranstalter storniert. Nun sollen wir dem Reiseveranstalter über 6.000 Euro als zinslosen Kredit überlassen.
    Ich bin entsetzt, was der Staat seinen Bürgern abverlangt.

  16. Annette

    Auch meine Freundin und ich sind betroffen. Wir haben jetzt schon 3 Wochen auf die im Reisebüro mündlich angekündigte Rückzahlung gewartet. Am Dienstag kam der Stornobescheid ohne Rücküberweisungsabsicht. Da wusste zumindest unser Reisebüro also schon, daß nichts zurückbezahlt wird. Abgekartetes Spiel? Liebe Mitbetroffene, bitte berücksichtigt bei Eurer nächsten Wahl auch, daß die Grundlage dafür von der C.D.U. gelegt wurde! Ich hoffe es gibt bald Sammelklagen, wir sind auf jeden Fall dabei. Wo sind wir – als sauberes Deutschland – gelandet, daß die Regierung einfach einseitig Verträge ändern kann zum Nachteil des normalen Bürgers?

  17. Cornelia Rademacher

    Wie kann es sein, dass Gesetze rückwirkend durch die Regierung geändert werden? Was haben wir für Zeiten und worauf kann man sich hier noch verlassen? Was wird als nächstes rückwirkend geändert? Es ist eine einseitige Entscheidung und man wird als Bürger dieses Landes mal wieder entmündigt.

  18. Cornelia Rademacher

    Wie kann es sein, dass Gesetze rückwirkend durch die Regierung geändert werden? Was haben wir für Zeiten und worauf kann man sich hier noch verlassen? Was wird als nächstes rückwirkend geändert? Es ist eine einseitige Entscheidung und man wird als Bürger dieses Landes mal wieder entmündigt.

  19. Kjs

    Wenn ich irgendeinen Unternehmen ein zinslosen Kredit einräumen wollte, dann würde ich das selbst entscheiden, oder kann ich auch über das Geld des Staates einfach verfügen. RESULTAT der Bürger wird verbracht. Aus der Tomas Cook Geschichte hätte der Staat lernen müssen, bisher haben wir noch kein staatliches Geld gesehen.

  20. Torsten Haby

    Es ist eine Sauerei. Hatte eine Reise gebucht ab 18.4.
    Am 19.3. bekam ich eine Erinnerung von Jahn Reisen, meine Restzahlung zu tätigen. Dabei wünschten sie mir noch eine gute Reise, obwohl bis dato keine Reisen mehr stattfinden. Ich zahlte die Restzahlung ein und 8 Stunden später bekam ich eine Stornierung meiner Rechnung. Und jetzt will man mich mit Gutscheinen abspeisen. Was will ich mit Gutscheine, mir ist das Reisen vergangen! Man fühlt sich total übers Ohr gehauen. Vertrag ist Vetrag, basta!
    Bleibt alle schön gesund

  21. Otto

    Ist ja wieder mal interessant zu sehen wie es mit der Hilfsbereitschaft in Deitschland aussieht. Leute…wir haben eine Krise ungeahnten Ausmaßes…nicht nur in Deutschland. In den Ländern wo wir unseren selbstverständlichen Luxusurlaub machen steht den Menchen das Wasser bis zum Hals…kein Geld…kein Essen…keine medizinische Versorgung. Trotz Krise geht es uns da sehr viel besser. Die jetzige Lage mit Stasi-Zeiten zu vergleichen kann nur jemand der sie nicht erlebt hat. Es werden endlich Maßnahmen ergriffen, die dafür sorgen, daß nach Corona unser Leben wieder so sein kann wie wir es kannten. Ein bißchen Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens wären mal angebracht. Seht zu das Ihr gesund bleibt…dann bekommt ihr auch euer Geld zurück oder könnt wieder in Urlaub fahren…das setzt aber voraus das die Menschen bei uns und in den Urlaubsländern noch am Leben sind bzw. Ihren Job haben.
    Wenn jeder nur an sich denkt bricht die Welt zusammen. Dann sind alle gleichermaßen betroffen.


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