Die Regierung der Malediven hat einen Richtlinen-Entwurf für die Tourismusbranche vorgelegt, der es in sich hat! (Foto: Sakis Papadopoulos)

Die Regierung der Malediven hat einen Richtlinen-Entwurf für die Tourismusbranche vorgelegt, der es in sich hat! (Foto: Sakis Papadopoulos)

Corona-News: Malediven geben Einreise-Richtlinien für Touristen bekannt

Die Malediven zählen zu den schönsten Tauchgebieten der Welt. Jetzt hat die Regierung einen äußerst umstrittenen Richtlinien-Entwurf für die Einreise von Touristen bekannt gegeben.

Die Regierung der Malediven hat Richtlinien für den Tourismus und Einreise-Leitlinien für Touristen vorgestellt. Bislang ist das noch kein Beschluss, sondern ein Vorschlag. Wir zitieren hier die neuen Richtlinien und geben zum Schluss noch einen Kommentar dazu. Ob diese Leitlinien tatsächlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Wir bleiben an diesem Thema natürlich dran und werden darüber berichten.

Safe Tourism Lizenz

Es soll eine sogenante 'Safe Tourism Resort Lizenz' geben. Für die Erteilung der Lizenz für sicheren Tourismus wird eine Lizenzgebühr von USD 50.000 erhoben. Die Lizenz für sicheren Tourismus wird für Resorts ausgestellt, die allen relevanten Gesetzen und den folgenden Standards entsprechen:

  • Die Resorts teilen 10 Prozent der registrierten Gästezimmer für Isolationszwecke zu.
  • Die Resorts weisen Einrichtungen für die Quarantäne von Personal zu, die 10 Prozent der Personalbevölkerung entsprechen
  • Das Personal des Gästeservice muss in der Verwendung von PSA (Persöhnliche Schutzausrüstung) geschult sein.
  • Das Personal sollte in sozialen Distanzierungsverfahren geschult werden.
  • Das Personal sollte in Desinfektionsverfahren geschult sein.
  • Es müssen Notfallverfahren eingerichtet werden, um Verdachtsfälle von COVID-19 einschließlich Isolierungsverfahren zu behandeln. Alle Mitarbeiter müssen in diesen Verfahren geschult sein.
  • Das Resort muss einen ausreichenden Bestand an medizinisch zertifizierten PSA (Masken, Handschuhe, Gesichtsschutz, Kleider, Mützen und Stiefel oder Stiefelabdeckungen) vorhalten.
  • Das Resort muss über einen niedergelassenen Arzt und eine Krankenschwester verfügen (von den zuständigen Genehmigungsbehörden zertifiziert).

Zeitleiste für die Wiedereröffnung

Das Tourismusministerium hat eine schrittweise Wiedereröffnung vorgeschlagen, um den Tourismussektor anzukurbeln. Privatjets und Superyachten sind ab dem 1. Juni 2020 gestattet. Für Charterflüge und Privatjets wird eine Landegebühr von USD 50.000 erhoben, für Superyachten eine Startgebühr von USD 10.000. Einen Monat später, ab dem 1. Juli 2020, wird der Zugang zu Charterflügen und kommerziellen Fluggesellschaften folgen. Pensionen und Hotels dürfen ab dem 1. August 2020 ihren Betrieb aufnehmen, während noch kein Plan in Kraft ist, Kreuzfahrtschiffe in das Land zuzulassen.

Einreise auf die Malediven

Während eine zuvor bestätigte Buchung in einer Touristeneinrichtung mit einer Lizenz für sicheren Tourismus obligatorisch ist, erfordert die Einreise auf die Malediven ein spezielles Touristenvisum in Höhe von 100 USD, das „bis auf weiteres“ von der Regierung angewendet wird. Dieses spezielle Touristenvisum wird nur für Touristen gewährt, die einen Mindestaufenthalt von 14 Nächten auf den Malediven haben.

Die Touristen müssen außerdem ein ärztliches Attest vorlegen, das nicht älter als sieben Tage für den Antigen-PCR-Test oder 14 Tage für den Antikörpertest ist und das negative Covid-19-Testergebnisse bestätigt.

Darüber hinaus ist es für Touristen obligatorisch, sich bei der Ankunft einem PCR-Test zu unterziehen, der USD 100 pro Test kostet.

Gästeempfang und Transport

Alle Flughäfen müssen über Desinfektionsverfahren für Körper-, Gepäck- und Reisedokumente der Besucher verfügen. Das Personal sollte über obligatorische Schutzausrüstung wie Gesichtsmasken und Handschuhe verfügen und einen Abstand von 1 Meter zwischen dem Touristen und dem Personal einhalten.

Während des Transports müssen Schnellboote und Flugzeuge, die Touristen vom Flughafen zu Resorts und Tauchsafaris befördern, jeden alternativen Sitzplatz frei halten.

Bei der Ankunft in der Touristeneinrichtung sollten die Gäste direkt zu ihren Zimmern gebracht werden, ohne auf das Einchecken an der Rezeption warten zu müssen. Sie erhalten ein Online-Check-in-Formular, das Sie auf Ihrem Zimmer ausfüllen können.

Gäste können ihre Zimmer erst verlassen, wenn sie die Ergebnisse ihres PCR-Tests bei der Ankunft am Flughafen erhalten haben. Während dieser Zeit werden die Mahlzeiten direkt auf den Zimmern serviert.

Nachdem die Testergebnisse eingegangen sind, können die Gäste alle Einrichtungen des Resorts nutzen. Sie müssen jedoch die Protokolle zur sozialen Distanzierung einhalten, während sie mit anderen Gästen oder Mitarbeitern interagieren. Die Tische in Restaurants werden in einem Abstand von mindestens zwei Metern gedeckt, und es werden keine Buffets serviert.

Das Tourismusministerium gibt an, dass diese Richtlinien bis September 2020 gelten werden, sofern sie nicht von der Regierung verlängert werden.

Kommentar zu diesem Richtlinien-Entwurf

"Ich bin sprachlos. Natürlich sind wir alle darauf eingestellt, dass es Richtlinien zur Einreise in viele Urlaubsländer geben wird, aber meiner Meinung nach sind diese Richtlinien mit einem klaren Hintergedanken entstanden: Zusätzlich Geld verdienen! Wer hat sich den Namen 'Save Tourism Lizenz" ausgedacht? Ich würde sie umtaufen in: 'Earn Money Lizenz'. Und finde es unglaublich, den Resorts, die eh schon eine sehr schwierige Zeit überbrücken mussten, 50 000 US-Dollar Lizenzgebühr abzunehmen! Davon mal ganz ab, dass natürllich auch das Einhalten aller Richtlinen für diese Lizenz zu weiteren Kosten führen wird. Nächste Frage: Was genau sind denn Superyachten? Zählen dazu auch Tauchsafarischiffe? Auch sie müssen sich wie die Fluggesellschaften auf zusätzliche Kosten einstellen. Charterflüge müssen eine Landegebühr von 50 000 US-Dollar zahlen, Superyachten eine Startgebühr von 10 000 US-Dollar. Man könnte auch einfach froh sein, dass die Fluggesellschaften die Malediven wieder anfliegen, oder die Schiffe überhaupt noch fahren. Kommen wir zu den Einreise-Bestimmungen. Touristen benötigen ein Einreise-Visum, kostet 100 US-Dollar. Mindestaufenthalt sind 2 Wochen. Jeder muss einen Covid-Test, nicht älter als eine Woche, vom Arzt bestätigt vorweisen. Muss dann aber noch zusätzlich bei der Ankunft erneut einen Test machen, der kostet dann noch mal 100 US-Dollar. Und jetzt das Beste: Bis dieser Vor-Ort-Test ausgewertet wurde, und natürlich negativ ist, müssen die Gäste auf ihren Zimmern bleiben. Wie viele Test-Labore gibt es auf Male, ich kann mir nicht vorstellen, dass das Testergebniss wirklich schnell vorliegt. Aber kein Problem, bleiben wir Touristen doch einfach im Zimmer solange. Ist ja auch ganz schön!

Ich liebe die Malediven, sehr! Aber bin fassungslos über diesen Entwurf der Regierung, die meiner Meinung nach jetzt zu 100 Prozent hinter den Menschen stehen müsste, die im Tourismus arbeiten. Zuschüsse, Erleichterungen, Entgegenkommen sind scheinbar Fremdwörter für die Regierung. Wir wünschen uns alle, bald schon wieder die wunderschönen Inseln besuchen zu können und natürlich die vielen Menschen vor Ort zu unterstützen. Aber dieser Richtlinien-Entwurf ist nicht tragbar, weder für die Touristen noch für die Tourismus-Branche vor Ort. Den Entwurf fechten hoffentlich viele an und die Regierung wird hoffentlich noch mal ernsthaft darüber nachdenken!!

TAUCHEN-Chefredakteurin Jasmin Jaerisch

20. Mai 15 Uhr: Ergänzender Kommentar von Alexander Rausch Managing Director/Geschäftsführer von EcoProDivers:

Alexander Rausch Managing Director/ Geschäftsführer EcoProDivers .

"Es handelt sich lediglich erstmal um einen Entwurf. Wir sehen das sehr positiv, denn es bewegt sich etwas. Der Entwurf ist auf Druck einiger Luxusresorts entstanden, die natürlich am liebsten schon gestern wieder eröffnet hätten. Es sieht im Moment danach aus, das ab dem 01. Juni wieder „Luxus“-Touristen auf die Malediven kommen können, die bereit sind 50 000 US-Dollar Gebühr, um mit Ihrem Privatjet landen zu können, zu zahlen. Auch die Resorts sollen für die Lizenz 50 000 US-Dollar zahlen. Die Malediven sind eigentlich noch unter Lockdown bis 28.05. Wir hoffen auf einen Start des 'normalen' Tourismus Ende Juli/Anfang August in begrenztem Maße. Bis dahin wird es noch viele Änderungen an dem Entwurf und der Vorgehensweise geben. Da sind wir uns sicher. Viel hängt dann von internationalen Standards ab, ob z.B. bei Abflug getestet wird. Wie wird bei Rückreise verfahren usw. Wir machen uns natürlich auch schon Gedanken, wie unser Betrieb dann aussehen wird. Desinfektionen der Kabinen/Boot, Ab- und Anreise der Gäste usw. Es gibt sehr viele Punkte, die bedacht werden müssen. Wir sehen dem Ganzen aber sehr positiv entgegen und freuen uns, schon bald wieder Gäste auf unseren Safaribooten "MV EcoBlue" und der "Blueshark One" zu begrüßen!"



  1. Ralf

    Ich habe fast 20 Jahre auf den Malediven gelebt und gearbeitet aber was ich hier lese“Haut dem Fass den Boden aus“.
    Es wurde schon immer versucht den Touristen das Geld auf der Tasche zu ziehen aber so was.
    Mir tun Alle die leid die keinen Job mehr haben oder verlieren werden aber bei dieser Abzocke fliegt hoffentlich kein Mensch auf die Malediven.

  2. Raoul

    Es ist ein Entwurf. Nicht mehr und nicht weniger. Hauptsache es bewegt sich überhaupt was – und bis wir alle wieder sorgloser Reisen werden, schätze mal im Herbst, wird das alle wieder ein bisschen normaler sein.

  3. Helmut

    Bei diesem Maßnahmen sollte die Regierung der Malediven noch ein halbes Jahrzehnt warten bis das Corona Virus vollkommen besiegt ist.
    Das ist so beschrieben als ob man in ein
    Luxus Gefängnis geht für ihre Dollarpreise.
    Unter diesen Umständen werden meine Gruppe 10 Personen stornieren.

  4. W.Tetz

    Hier zeigt sich wieder mal die typische „maledivische Geldgier“, die nicht zu überbieten ist. Nicht einmal der Corona-Virus veranlaßt diese corrupte „Bonzen-Regierung“ (nicht die Bevölkerung) nachzudenken. Auch wenn diese Maßnahmen noch nicht amtlich sind, schon der „Entwurf“ ist zum Schämen!!!

  5. Rita

    Wir waren schon 16mal auf den Malediven sie sind schon fast unsere zweite Heimat. Wir haben uns immer sehr wohl gefühlt und die Ruhe das tolle Wasser und den schönen Strand genossen. Ich bin begeisterte Taucherin und wenn ich auf der Arbeit von Urlaub rede erwähne ich nur meine Fische rufen schon täglich an wann ich komme und jeder weiß wohin meine Reise geht. Warum muss man jetzt mit allen verfügbaren Mittel noch mehr Geld scheffeln. Seit wir auf die Malediven fliegen sind schon so viele schöne kleine Inseln in Luxus Resort umgebaut worden, das hat und schon geärgert, aber jetzt bin ich doch schockiert. Wir hoffen das die Regierung zur Besinnung kommt und uns Malediven verliebt die Möglichkeit gibt wieder das Paradies zu geniessen.

  6. Willi

    …Kompliment für den oben genannten Artikel:

    >Kommentar zu diesem Richtlinien-Entwurf<

    Ich kann mich dem was TAUCHEN-Chefredakteurin Jasmin Jaerisch schreibt nur anschließen. Die geldgierige, machtgeile "Bonzen-Regierung" der Malediven versucht sogar aus der Virus Epidemie noch Profit zu schlagen. Anstatt Erleichterungen für die im dortigen Tourismus arbeitenden Bevölkerung zu schaffen, versucht man sich hier auf unmoralischer Art und Weise noch mehr die Taschen zu füllen.

    Auch wenn das oben Aufgeführte erstmal nur ein Entwurf ist, es läßt erkennen, wie skrupellos und beschämend im "Paradies" regiert wird.

    Ob das nicht ein "Eigentor" wird? Bin gespannt, wie die Reaktionen der tauchenden Urlauber dann sind.

  7. Frank

    Dieser Entwurf ist eine Frechheit. Wir wollen im August auf die Malediven fliegen. Sollte der Entwurf so umgesetzt werden suchen wir uns eine Alternative in Deutschland oder im europäischen Ausland. Hoffentlich kommt es bei der maledivischen Regierung noch zu einem Umdenken.

  8. Steffi

    Wenn dieser Entwurf wirklich durchkommt dann ist es sehr schade. Ich fliege mit einer Freundin dieses Jahr im August das erste mal auf die Malediven und wenn wir extra zur Kasse gebeten werden dann denke ich mal werden wir stornieren. Ich hoffe mal sie überlegen es sich noch.

  9. Matze

    Wir wollten eigentlich im Januar 21 das erste mal auf die Malediven fliegen. Nachdem ich dies aber gelesen habe werden wir dieses Vorhaben definitiv streichen. Wir haben ca. 5000€ für eine Pauschalreise für 2 eingeplant. 50000 Landegebühr für einen Flieger in welchen sagen wir mal 400 Personen passen, sind schon mal 250€ mehr, dazu die ganzen Gebühren für die Tests und und und. Auch wenn bis Januar die Regeln geändert werden wir werden uns darauf nicht verlassen. Schade aber tschüss Malediven. Ich hoffe die haben sich kein Eigentor geschossen. Ich bin bestimmt nicht der einzige der so denkt.

  10. Leuffen

    Wir haben Anfang Oktober für 14 Tage Malediven gebucht.Falls das so kommen sollte muss man sich überlegen ob man stoniert-doch geht das so einfach ohne Mehrkosten?

  11. Roger

    Wir fliegen im Dezember auf jeden Fall auf die Malediven, außer man muss wirklich zwei Tage im Zimmer in Quarantäne. Der Rest ist uns egal. Unser Zimmer kostet vierstellig am Tag und die 500 Euro mehr im Urlaub merken wir gar nicht. Jeder Luxusreisende der eines der 30 besten Hotels in Tripadvisor oder Booking wählt kommt auf diese Summe am Tag.

    Es hätte auch den Vorteil das weniger Billig-Touristen auf die Insel kommen, alles am Flughafen ruhiger wird. Im zweiten Schritt könnte man dann das Hardrock Hotel wieder abreisen. Und man hat ja auch beim ersten Mal gesehen wo Corona zuschlug. Auf Kuredo mit 800 Gästen, Sauftouris aus England und nicht im Lux North Male, Milaidhoo oder Six Senses.

    Das liest sich recht arogant. Soll es aber nicht sein. Die Malediven sind teuer und wer nicht das Geld für 200 Euro mehr hat soll eben nach Ägypten fahren oder in die Dom Rep. Es bietet sich ja auch für diejenigen die weniger Geld haben an, einfach einen Tag kürzer zu bleiben. Sich jedoch den Urlaub in so einem tollen Land wegen der kurzfristigen Einschränkungen vermiesen zu lassen kommt für uns nicht in Frage.


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