Project Natick, Vessel retrieval Stromness, Orkney. Microsoft – Tuesday 7th to Wednesday 15th of July 2020

Project Natick, Vessel retrieval Stromness, Orkney. Microsoft – Tuesday 7th to Wednesday 15th of July 2020

Das Unterwasser-Datenzentrum von Microsoft

Das Projekt „Natick“ von Microsoft ist ein Experiment für ein Unterwasser-Datenzentrum. Es soll die Machbarkeit der Datenspeicherung auf dem Meeresboden bestätigen.


Microsoft hat ein jahrelanges Experiment abgeschlossen, bei dem ein Unterwasser-Rechenzentrum in der Größe eines Schiffscontainers auf dem Meeresboden vor der Küste der schottischen Orkney-Inseln aufgestellt wurde. Das Unternehmen zog Anfang dieses Jahres sein Unterwasser-Datenlager "Project Natick" aus dem Wasser und verbrachte die letzten Monate damit, das Rechenzentrum zu untersuchen, um die Realisierbarkeit des Modells zu bestimmen.

Bis zu 8mal zuverlässiger

Die Ergebnisse zeigten nicht nur, dass die Nutzung dieser Offshore-Rechenzentren unter Wasser in Bezug auf die Leistung gut zu funktionieren scheint, sondern auch, dass die im Rechenzentrum unter Wasser befindlichen Server sich als bis zu achtmal zuverlässiger erwiesen als ihre Pendants auf dem Trockenen.

Die Forscher werden genau untersuchen, was für diese höhere Zuverlässigkeit verantwortlich war. In der Hoffnung, diese Vorteile auch auf Serverfarmen an Land übertragen zu können, um die Leistung und Effizienz auf breiter Front zu steigern.

Weitere Vorteile

Zu den weiteren Vorteilen gehörte die Möglichkeit, mit größerer Stromeffizienz zu arbeiten. Insbesondere in Regionen, in denen das Netz an Land nicht als zuverlässig genug für einen nachhaltigen Betrieb angesehen wird.

Dies ist zum Teil auf den geringeren Bedarf an künstlicher Kühlung für die in der Datenfarm befindlichen Server aufgrund der Bedingungen am Meeresboden zurückzuführen. Das Gebiet der Orkney-Inseln wird von einem zu 100 % erneuerbaren Netz abgedeckt, das sowohl durch Wind- als auch durch Sonnenenergie gespeist wird. Obwohl sich Unterschiede in der Verfügbarkeit beider Energiequellen als Herausforderung für den Strombedarf der Infrastruktur eines traditionellen, über Land betriebenen Datenzentrums in derselben Region erwiesen hätten, war das Netz für den Betrieb unter Wasser in derselben Größe mehr als ausreichend.

Das Natick-Experiment von Microsoft sollte zeigen, dass flexible Rechenzentren in Küstengebieten auf der ganzen Welt sich als eine modulare Möglichkeit erweisen könnten. So konnten die Anforderungen an das Rechenzentrum skaliert und gleichzeitig die Energie- und Betriebskosten niedrig gehalten werden. Gleichzeitig könnte man kleinere Rechenzentren näher am Kundenbedarf bereitstellen.

Spektakulär

Bislang scheint das mit dem Projekt spektakulär gut gelungen zu sein. Als Nächstes wird Microsoft prüfen, wie es die Größe und Leistung dieser Rechenzentren steigern kann, indem es mehr als ein Rechenzentrum miteinander verbindet, um deren Fähigkeiten zu kombinieren.