Erster fluoreszierender Fisch in der Arktis gefunden

Museumsforscher haben erstmals Biofluoreszenz bei einer arktischen Fischart dokumentiert.


Man hat sie schon bei vielen Fischen, Meeresschildkröten und sogar bei Schnabeltieren, Opossums, Flughörnchen und Springhasen gefunden. Biofluoreszenz - die Fähigkeit, Energie aus dem Sonnenlicht zu absorbieren und sie in einer anderen Farbe wieder abzugeben - tritt vor allem bei Tieren auf, die in tropischen Lebensräumen leben. Nun haben Museumsforscher erstmals Biofluoreszenz bei einer arktischen Fischart dokumentiert.

Der rot-grün leuchtende Schneckenfisch wurde während der Constantine S. Niarchos Expedition bei Tauchgängen zwischen Eisbergen vor der Küste Ostgrönlands entdeckt.

Fluoriszierend in 2 Farben

"Insgesamt haben wir festgestellt, dass marine Fluoreszenz in der Arktis ziemlich selten ist, sowohl bei Wirbellosen als auch bei Wirbeltieren", sagt John Sparks, Kurator in der Abteilung für Ichthyologie des Museums und einer der Autoren der Studie, die diese Woche in den American Museum Novitates veröffentlicht wurde. "Daher waren wir überrascht, dass diese juvenilen Schneckenfische nicht nur in einer, sondern in zwei verschiedenen Farben fluoreszieren, was bei einer einzigen Art sehr ungewöhnlich ist."

Sparks und sein Kollege David Gruber, haben zuvor mehr als 180 neue Arten von Fischen identifiziert, die biofluoreszieren.

Obwohl diese Fähigkeit bei tropischen Fischen, die in Regionen leben, in denen das ganze Jahr über eine gleichmäßige Menge an Tageslicht vorhanden ist, inzwischen gut dokumentiert ist, war bisher nicht bekannt, wie sich längere Perioden der Dunkelheit in der Arktis auf die Biofluoreszenz der Fische auswirken könnten.

Eine Ausnahme

In Grönland fanden Sparks und Gruber nur sehr wenig marine Fluoreszenz, selbst bei Fischgruppen, die in tropischen und gemäßigten Regionen hell leuchten. Aber es gab eine Ausnahme: zwei juvenile Exemplare des Bunten Schneckenfisches (Liparis gibbus), der ersten Art, die in der Arktis biofluoreszierend nachgewiesen wurde.

"Einen rot und grün biofluoreszierenden Schneckenfisch bei einem nächtlichen Tauchgang zwischen Eisbergen zu finden, fühlte sich an wie ein Moment direkt aus The Life Aquatic mit Steve Zissou", sagte Gruber.

Darüber hinaus berichten die Autoren von roter Biofluoreszenz bei einem erwachsenen Kelp-Schneckenfisch (L. tunicatus), der in der Beringstraße vor Little Diomede Island, Alaska, gesammelt und von Kollegen des NOAA Fisheries Service gescannt wurde.

Funktion bleibt ein Rätsel

In den sieben Jahren, seit Sparks und Gruber zum ersten Mal über die weit verbreitete Biofluoreszenz bei Fischen berichteten, wurde sie in einer Reihe von neuen Linien gefunden, aber ihre genaue Funktion bleibt ein Rätsel.

"Wir konzentrieren uns jetzt darauf, die Funktion der Fluoreszenz in verschiedenen Fischgruppen zu bestimmen, einschließlich Katzenhaien, bei denen wir gezeigt haben, dass die hellgrüne Fluoreszenz den Kontrast in ihrem Pigmentierungsmuster verstärkt, was es für die Individuen einfacher macht, sich gegenseitig in der Tiefe zu sehen", sagte Sparks.