symbolbild: shutterstock

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5.000 Schildkröten aus eiskaltem Wasser gerettet

Gelähmt durch das eiskalte Wasser um South Padre Island in Texas (USA) wurden Hunderte von Meeresschildkröten an die Strände gespült, wo Freiwillige sie retteten.


Als die kalten Temperaturen den Strom abschalteten und die Wasserleitungen in den Häusern auf der texanischen Insel South Padre Island im Golf von Mexiko einfroren, begannen die Bewohner mit einer groß angelegten Rettungsaktion: Sie retteten die frierenden Meeresschildkröten.

Mindestens 4.900 Schildkröten wie gelähmt

Es handelt sich um das größte in den Vereinigten Staaten dokumentierte Kälte-Ereignis, seit das Sea Turtle Stranding and Salvage Network, 1980 mit der Aufzeichnung begann. Im ganzen Bundesstaat wurden mehr als 7.000 durch die Kälte wie betäubte Schildkröten registriert.

Eine seltene Kaltfront aus der Arktis erreichte Texas Ende letzter Woche (ca. 20. Februar 2021) und ließ die Temperaturen drastisch sinken. Kaltblütige Tiere wie Meeresschildkröten sind auf die Umgebungswärme angewiesen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren, und wenn das Wasser unter 10 Grad Celsius fällt - was in der Gegend um South Padre Island selten vorkommt - verlangsamt sich der Herzschlag der Schildkröten, wodurch sie gelähmt, aber bei Bewusstsein sind.

Eine riesige Rettungsaktion

Die Rettung begann im Meer. Über das Wochenende patrouillierten Bootsfahrer in kommerziellen Schiffen und Beibooten durch die eisigen Gewässer und sammelten Hunderte von Schildkröten ein, die an der Oberfläche trieben.

Teilnehmer sagen sie seien überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft der Einwohner von South Padre. "Wir haben Leute, die seit drei bis vier Tagen weder Strom noch Wasser in ihren Häusern haben, die 15 bis 18 Stunden am Tag arbeiten, um Schildkröten zu retten. Die Tankstellen haben kein Benzin mehr, und die Lebensmittelgeschäfte haben kein Wasser mehr. Aber die Leute kommen trotzdem um zu helfen. Das sagt etwas über unsere Gemeinde aus."