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Hai beißt Touristen Arm und Bein ab

Zwei Touristen aus der Ukraine und ihr Schnorchel-Guide wurden im Roten Meer von einem Hai gebissen.


Dabei verlor ein Junge einen Arm und ein Mann ein Bein. Augenzeugen Berichten zufolge handelt es sich um einen Weißspitzen Hochsee Hai (Carcharhinus longimanus), der den Schnorchlern diese schweren Verletzungen zufügte.

Wir von SHARKPROJECT werden immer wieder zu Unfallursachen befragt und natürlich auch was wohl konkret diesen schrecklichen Zwischenfall in Ägypten ausgelöst haben könnte.

Seriöser Weise müssen wir betonen, dass wir das nicht mit Gewissheit beurteilen können, da niemand von uns dabei war und es – wie bei den meisten Haiunfällen - auch keine verlässlichen Quellen über die Unfallhergänge gibt.

Jedem Unfall folgt ein Abschlachten

Gründe, die solche Unfälle verursachen beschäftigen SHARKPROJECT seit vielen Jahren. Meistens sind dabei eher kleine Weißspitzen Hochseehaie zwischen 1 und 2 Metern beteiligt. Nicht nur für die betroffenen Personen, sondern auch für die Haie und deren Schutz bleibt das ohne Konsequenzen. Jedem Unfall folgt ein Abschlachten des oder der „schuldigen Haie“.

Zwischen den ersten Expeditionen neugieriger Taucher in den 1960er Jahren und  dem seit den 1990ern herrschenden Massentourismus in Ägypten stieg auch die Zahl der Begegnungen zwischen Menschen und Haien. Um diese Abenteuer noch besser und spannender verkaufen zu können, wurden Haie mehr und mehr illegal angelockt und geködert und auch nicht absichtlich ins Wasser geleitetes Futter wie Essensreste oder anderer organische Stoffe machten die Haie in den letzten Jahren zu regelmäßigen Begleitern von Tauchern und Schnorchlern.

Sinkender Respekt der Menschen

Gepaart mit zum Teil sinkendem Respekt der Menschen kommt es wiederkehrend zu ungewollten Zwischenfällen und manchmal auch schweren Unfällen. Schnorchler gehören eigentlich nicht zur Hauptrisikogruppe der Wassersportler, da sie unter Wasser schauen und sich bei einer Haiannäherung richtig verhalten könnten – eine ordentliche Schulung vorausgesetzt.

Mögliche Gründe

Möglicherweise locken aber schnelle, plantschende Bewegungen oder auch die undeutliche Silhouette gegen die Sonne Haie an oder machen sie wenigstens neugierig. Ist dann vielleicht auch noch Futter im Wasser oder reagiert der Schnorchler mit Flucht anstatt das Tier im Auge zu behalten und hat auch nichts in der Hand mit dem er sich den aufdringlichen Hai vom Leibe halten kann, kommt es schnell zu schweren Verletzungen.

Der erste Schritt auf einem langen Weg

SHARKPROJECT arbeitet seit Jahren mit ägyptischen Behörden, der Umweltorganisation HEPCA Hurghada Environmental Protection & Conservation Association) und dem CDWS (ägyptischer Dachverband für Tauch- und Wassersport) zusammen und hat bereits umfangreiche Schulungen für Ranger, Schnorchel und Tauchguides angeboten und Lehrmaterial zur weiteren Ausbildung bereitgestellt.

Der erste Schritt auf einem langen Weg. Dass dies auch von ägyptischer Seite gewünscht wird, zeigen die wiederkehrenden Gespräche mit den Verantwortlichen der Nationalparks. Eine langfristige Kooperation mit SHARKPROJECT wurde erstmals bereits 2008 besprochen und erste Eckpunkte dafür festgelegt – allein fehlt es an der Umsetzung auf ägyptischer Seite. Nach den letzten Unfällen 2018 und einer mehrmonatigen Sperre der Nationalparks wurde erneut ein umfangreicher Maßnahmenkatalog beschlossen, aber bislang leider nur teilweise umgesetzt.

Angekündigt wurden

  • Generelles Fütterungsverbot
  • Verbot der Entsorgung von Küchenabfällen
  • Verbot der Entleerung von Toiletten
  • Reduzierung der Genehmigungen von Safarischiffen
  • Genehmigungspflicht für Schnorchelboote
  • Reduzierung der Schiffe an den Außenriffen
  • Umfangreiche Schulungen von Tauch- und Schnrochelguides sowie Crews
  • Lehrvideos und Schulungen von Schnorchlern und Tauchern
  • Zertifizierungen für seriöse gut ausgebildete Anbieter
  • Hohe Strafen für Verletzung der Vorschriften
  • Langzeit Studien zum Verhalten der Haie und Massnahmenevaluierung


  1. Elke Bojanowski

    Nur zur Klarstellung: Niemandem wurde ein Bein abgebissen! Trotzdem ein schrecklicher Unfall, von dem sich hoffentlich alle Beteiligten schnell erholen…


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