Hunderte tote Meerestiere vor russischer Halbinsel

An einem Strand auf der russischen Halbinsel Kamtschatka wurden hunderte tote Meerestiere angeschwemmt. Auch Surfer beschwerten sich über toxische Verbrennungen.


Massen von Meerestieren wurden an einem beliebten Touristenstrand in Kamtschatka angespült, nachdem Surfer über Augenverbrennungen klagten. Es wurde eine Probe entnommen. Tests zeigen einen erhöhten Gehalt an Erdölprodukten im Wasser.

Kamtschatka ist eine große Halbinsel im Fernen Osten Russlands, die in den Pazifischen Ozean und das Ochotskische Meer hineinragt.

Die ersten Anzeichen dafür, dass am malerischen Strand von Chalaktyr, einem beliebten Touristen- und Surfspot, etwas nicht stimmt, zeigte sich, als Menschen nach einem Sprung ins Wasser Symptome entwickelten. "Seit Wochen haben alle Surfer nach ihrer Rückkehr vom Wasser Augenprobleme", schrieb Jekaterina Dyba, Inhaberin einer örtlichen Surfschule. Sie fügte hinzu, dass die Betroffenen "eine Abnahme der Sehkraft" sowie Fieber, Übelkeit und Halsschmerzen verspürten.

"Hier ist es wie auf einem Friedhof"

Zwei Tage später entdeckten schockierte Strandbesucher, dass Dutzende von Kraken, Krebsen, Seesternen, Schwämmen, Seeigeln und anderen Meerestieren an die Küste gespült worden waren. "Hier ist es wie auf einem Friedhof", hörte man eine Person sagen, als sie eine dicke Schicht von Kadavern filmte, die den Sand bedeckten.

Greenpeace erklärte die Situation zu einer "Umweltkatastrophe". Unterdessen stellten die Behörden fest, dass die Konzentration von Erdölprodukten im Wasser 3,6-mal höher war als normal. Die Phenolmenge war 2,5-mal höher.

Die Suche nach der Ursache

Es wurde eine Task Force eingerichtet, die sich mit der Situation befassen soll. Offizielle Stellen haben die genaue Ursache der Umweltverschmutzung noch nicht ermittelt. Das Umweltministerium Kamtschatkas sagte, dass Schiffe, die die lokale Bucht passieren, schuld sein könnten. Oder sogar "Unterwasserobjekte", wie zum Beispiel ein chinesisches Frachtschiff, das 2011 sank.

Der Strand befindet sich unweit des Militärübungsplatzes Radygino und wird gelegentlich aufgrund von Marineübungen, die in dem Gebiet stattfinden, teilweise gesperrt. Die russische Pazifikflotte bestritt jedoch jegliche Verbindung zu der Katastrophe.