Kunstwerk aus Plastikmüll.

Kunstwerk aus Plastikmüll. © Foto: Maren Detering

Kampagne gegen Plastikmüll im Meer

Trauriger Rekord: Deutschland verbraucht das meiste Plastik in Europa! Es ist Zeit für einen Sinneswandel bei den Verbrauchern und Produzenten. Die Walschutzorganisation WDC startet eine groß angelegte Kampagne zum Thema Plastikmüll in unseren Meeren.

Die Stimmen gegen Plastikmüll werden sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik immer lauter – nun verbietet Frankreich nach kostenlosen Plastiktüten sogar den Verkauf von Einweggeschirr. Für die Wal- und Delfinschutzorganisation WDC ein Schritt in die richtige Richtung, denn das Problem der Verschmutzung unserer Meere mit Plastik wird dringlicher, was auch auf den extremen Konsum von Verpackungen, Tüten oder Mikroplastik in Kosmetikartikeln zurückzuführen ist.

Deutschland führend im Plastikverbrauch

Unfassbar, aber wahr: Deutschland verbraucht das meiste Plastik in Europa (11,7 Millionen Tonnen) und trägt einen Anteil von acht Prozent an der weltweiten Plastikproduktion. Beim Thema Plastik darf sich der deutsche Verbraucher also durchaus angesprochen fühlen, denn auch wenn es eine funktionierende Mülltrennung und Entsorgung gibt, landet durch Wind und Wetter Plastik in Flüssen und letztendlich im Meer. Beispielsweise zeigte eine Studie aus dem Jahr 2015, dass der Rhein im Vergleich zu allen weltweit untersuchten Flüssen am stärksten mit Mikroplastik belastet ist. Durch Deutschlands zweitlängsten Fluss gelangen jährlich ungefähr zehn Tonnen Mikroplastik ins Meer.

Spitze des Müllberges

Der Großteil des Plastikmülls im Meer liegt außerdem auf dem Grund und treibt nicht wie oft angenommen an der Oberfläche. Forscher fanden selbst auf dem Grund der  Tiefsee Plastikstühle und -flaschen. Wir sehen also nur die Spitze des Müllberges, der inzwischen den Lebensraum von Walen und Delfinen verunreinigt. Erst Anfang des Jahres sind an der Nordseeküste 26 Pottwale gestrandet. Man fand in ihren Mägen Unmengen an Plastikmüll. WDC-Geschäftsführerin Franziska Walter: „Plastik ist zu einem globalen Problem geworden: Es konnte bereits im Regenwasser oder in Honig nachgewiesen werden. Es ist Zeit, unseren Plastikkonsum zu überdenken und einzuschränken, damit wir alle wieder auf einem saubereren und gesünderen Planeten leben können.“

Die WDC-Kampagne „Weniger Plastik ist Meer“ findet seit Beginn im Mai 2016 großen Anklang und wird nun dank Unterstützung des Trinkwasserfilter-Herstellers BRITA fortgeführt. Ziel der Kampagne ist es, ein Umdenken in der Gesellschaft anzustoßen und praktische Tipps zu geben, wie man im Alltag weniger Plastik verbrauchen kann. Im Rahmen der Kampagne ist WDC auch in deutschen Schulen unterwegs und hält dort Vorträge über die Auswirkungen von Plastik auf das Ökosystem Meer.

Wer ist die Whale and Dolphin Conservation (WDC)

WDC, Whale and Dolphin Conservation, ist die weltweit größte gemein­nützige Organi­sation, die sich ausschließlich dem Schutz von Walen und Delfinen widmet. Gegründet 1987 in Großbritannien sind wir seit 1999 mit einem Büro in Deutschland vertreten. Weitere Büros befinden sich in Argentinien, den USA und in Australien. Im Rahmen von Kampagnen, politischer Überzeugungsarbeit, Bildung, Beratung, Forschung, Rettungs- und Schutzprojekten verteidigen wir Wale und Delfine gegen die zahlreichen Gefahren, denen sie heute ausgesetzt sind. WDC-WissenschaftlerInnen arbeiten in nationalen, europäischen und internationalen Arbeitsgruppen, sind in allen relevanten internationalen Foren vertreten und haben direkten Einfluss auf maßgebliche Entscheidungen zur Zukunft von Walen und Delfinen. Wir sind AnsprechpartnerInnen für EntscheidungsträgerInnen, Medien und Öffentlichkeit. WDC ist eine als gemeinnützig anerkannte Körperschaft. Wir arbeiten politisch unabhängig und finanzieren uns über Spenden und Stiftungsmittel.




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