Titel der 10/18
Ein Höhlentaucherteam dringt immer weiter in die Gorgazzo-Quelle vor.

Ein Höhlentaucherteam dringt immer weiter in die Gorgazzo-Quelle vor.

Neuer Vorstoß in die Gorgazzo-Quelle

Ein internationales Höhlenforscher-Team dringt immer tiefer in die nordostitalienische Gorgazzo-Quelle in Polcenigo ein. Ihr Ziel: die maximale Tiefe von 212 Metern zu überschreiten und das Höhlensystem immer weiter zu erforschen.

Casati filmt mit der kleinen Kamera die Expedition in die Quelle.

Casati filmt mit der kleinen Kamera die Expedition in die Quelle.

Luigi Casati (51) aus Lecco im Norden Italiens ist einer der bekanntesten italienischen Höhlentaucher der Welt. In diesen Tagen ist er zusammen mit seinem Team aus italienischen, französischen und schweizer Höhlentauchern mit dem Projekt der weiteren Erforschung der Gorgazzo-Quelle in Polcenigo beschäftigt.
 
Schon 2008 erreichte Casati die Tiefe von 212 Meter. Einen zweiten Versuch weiter in die Höhle einzudringen, musste er im Februar 2015  wegen starker Strömung abbrechen. Seit dem 16. Januar 2016 organisiert das Team in Polcenigo vor der Gorgazzo-Quelle die  Ausrüstung und plant die Tauchgänge. Die Vorbereitungsphasen sowie jeder Tauchgang werden dokumentiert und gefilmt. Dafür verantwortlich sind Andrea Mescalchin (Video und Foto, www.digitalmovie.it) und Patrick Deriaz.
Zuerst wurde die Dekompressionsglocke in einer Tiefe von zehn Metern positioniert. Casati sowie die französischen Taucher Fred Troiscent und Didier Quartiano haben anschließend den Zustand der Sicherheitsleine bis auf 130 Meter Tiefe überprüft, eine Rolle für den nächsten Vorstoß und Dekoflaschen positioniert.
Die Wassersituation ist dieses Jahr etwas problematisch: die Sicht beträgt nur acht Meter, sie ist damit weit entfernt von den üblichen 30 Metern. Strömungsmangel hat die Sedimentation von Lehm verursacht. Die Blasen offener Presslufttauchgeräte würden weitere Sedimente lösen und dadurch zusätzlich für eine mit konsequente Verringerung der Sicht sorgen; mit Kreislauftauchgeräten gibt es das Problem dagegen nur bei der Befestigung der Sicherheitsleinen.
Das schon niedrige Quelleniveau sinkt täglich zusätzliche 15 Zentimeter. Wahrscheinlich ist dies das Ergebnis der letzten sehr trockenen Monate. Casati überprüft daher täglich die Wasserkonditionen während weitere Aufnahmen von Andrea Mescalchin mit Unterstützung von Stephan Girardin, Adriano, Patrick Deriaz, Carlo Venezia und Giobbi Alessandro. 
Am 29. Januar 2016 wollten sie versuchen, die bisher erreichte maximale Tiefe von 212 Metern zu überschreiten. Wir bleiben an der Expedition dran und werden berichten.

www.prometeoricerche.eu

Leda Monza