Der Einreise-Richtlinien-Entwurf für die Malediven wurde nach starken Protesten wieder entschärft.

Der Einreise-Richtlinien-Entwurf für die Malediven wurde nach starken Protesten wieder entschärft.

Protest-Welle: Malediven ändern Einreise-Richtlinien für Touristen

Auf den Einreise-Richtlinien-Entwurf der maledivischen Regierung folgte eine Protest-Welle. Nun gab das Tourismusministerium nach und strich einige der unter Kritik stehenden Gebühren.

Am Mittwoch den 20. Mai 2020 veröffentlichten wir den Einreise-Richtlinien-Entwurf der maledivischen Regierung zum Neustart des Tourimus. Es gab eine Welle der Entrüstung auf Seiten der Touristen, Hoteliers und Tauchbasenbetreiber. Geplant waren verschiedene Gebühren, die nicht nur die Einreisenden, sondern auch die Fluglinien, Resorts und Schiffseigentümer hätten tragen müssen - und das in Zeiten, in denen es gerade der Tourismusbranche extrem schlecht geht. Alleine auf unserer Facebook Seite kamen auf die Meldung über 165 Kommentare, die meisten von Urlaubern, die bereits auf den Malediven waren, das Inselreich eigentlich lieben, aber nicht bereit sind, solche Regelungen mitzumachen.

Am Donnerstag den 21. Mai 2020 tagte das Tourimusministerium erneut und entschied, die im Richtlinienentwurf vorgeschlagenen Gebühren für die Wiedereröffnung der maledivischen Grenzen für Besucher zu streichen. Dazu gehört unter anderem die Visagebühr von 100 USD und eine Gebühr von 100 USD für einen Corona-Test bei Ankunft am Flughafen. Außerdem war im ersten Entwurf die Rede von einer Landegebühr von 50 000 USD für Privatjets und 10 000 USD Startgebühr für Yachten. Resorts sollten außerdem 50 000 US-Dollar zahlen, um eine sogenannte "Save Tourism Resort Lizenz" für sicheren Tourismus zu erhalten.

Entwurf-Änderung wegen Protesten

Ein Beamter des Tourismusministeriums sagte am Donnerstag, dass die Gebühren nun aufgrund von Rückmeldungen von Interessensvertretern der Branche gestrichen wurden. Die Richtlinien wurden ebenfalls dreimal überarbeitet und werden vor dem 1. Juni fertiggestellt, fügte er hinzu. Andere Änderungen an den Richtlinien sind jedoch noch unklar. In der Zwischenzeit hat sich Tourismusminister Ali Waheed virtuell und persönlich mit Vertretern der Industrie getroffen. Auf ein virtuelles Treffen mit Reiseveranstaltern am Mittwoch folgte am Donnerstag ein persönliches Treffen mit der einflussreichen Branchenvertretung der Malediven Association of Tourism Industry (MATI). An dem Treffen am Donnerstagabend nahmen auch Beamte der Tourismusförderungsorganisation Maldives Marketing and Public Relations Corporation (MMPRC) und des staatlichen Flughafenbetreibers Maldives Airport Company Limited (MALC) teil. Nach dem Treffen informierte Minister Waheed den Chef der Welttourismusorganisation (UNWTO), Zurab Pololikashvili, über den Prozess der Wiedereröffnung der maledivischen Grenzen für Besucher.

Optimistische Minister

„Ich freue mich, mit der Welttourismusorganisation UNWTO telefonisch zu sprechen. Die UNWTO versicherte mir, bei unserer Richtlinie zur Wiederaufnahme des Tourismus auf den Malediven und zur uneingeschränkten Unterstützung des Prozesses behilflich zu sein. Die Gespräche mit den Stakeholdern für einen guten Start dauern an “, sagte der Minister Waheed auf Twitter.

Die maledivischen Beamten äußerten sich optimistisch, den Ausbruch des Coronavirus einzudämmen und das Land im dritten Quartal des Jahres wieder zu öffnen. Die Regierung hat fünf Szenarien mit möglichen Fristen für die Wiedereröffnung der Grenzen und des Tourismussektors formuliert. Im besten Fall öffnet das Land die Grenzen bis Mai wieder, aber im wahrscheinlichsten Szenario ist ein Juli-Datum für die Wiedereröffnung der Grenzen und die Wiederaufnahme des Tourismus vorgesehen. Im schlimmsten Fall dürfen die Grenzen erst im Januar 2021 geöffnet werden.

In einer Fernsehansprache am Mittwochabend kündigte Präsident Ibrahim Mohamed Solih Pläne an, die Landesgrenzen wieder zu öffnen und so die am stärksten betroffene Tourismusbranche im Juli wieder zu unterstützen.



  1. Michael Ritschel

    Hallo, ich habe bereits für Oktober 2020 gebucht. Sollten die Voraussetzungen weiter so wie geplant bestehen bleiben, so werde ich nicht mehr auf die Malediven Fliegen und auch meine Reise dort hin stornieren. Schade, war immer gerne dort, aber unter solchen Auflagen komme ich nicht wieder. Michael


Schreibe einen neuen Kommentar