© D. Brinckmann

Spendenaufruf: Auf den Spuren der atlantischen Megafauna

Auf den Azoren sollen mehr als 30 Tiere mit Satelliten-Sendern getaggt werden, um ihre Wanderwege zu verfolgen. Spenden Sie jetzt, damit noch mehr Schutzgebiete für diese Tiere errichtet werden können.


Spätestens seit Ende der 2000er sind die Azoren als aufregendstes Blauwasser-Revier Europas im Tauchsport-Mainstream angekommen. Zu den fast alltäglichen Begegnungen mit Blauhaien, Pottwalen, Delfin-Herden, Schwärmen von Mobula-Rochen und anderen Schwergewichten des offenen Meeres kommt es, weil die Inseln und ihre umliegenden Seeberge als Spitzen des Mittelatlantischen Rückens ganzjährig biologisch produktiven Oasen in der blauen Wasserwüste bilden und gleichzeitig wichtige Fixpunkte auf den Wanderungen vieler Hochseebewohner darstellen.    
Sofern sie nicht im Schleppnetz oder an den Millionen von Langleinen-Haken enden, die im Nordatlantik außerhalb der prozentual winzigen Reservate tagtäglich im Wasser hängen. Dabei kommen gerade den in europäischen Gewässern schwindenden Hai-Beständen eine Kernbedeutung zu: Fehlen sie als Topräuber im Nahrungsnetz, dezimieren die immer häufiger werdenden Beutetiere etwa Kleinfische, die beispielsweise Algenbewuchs im Zaum halten.  
 

Durch "Tagging" können Wanderrouten kartiert werde. Das wiederum hilft bei der Errichtung von Schutzzonen. Tagging kostet aber Geld. Jede Spende hilft den Tieren.

 

Projekt "Megalodon"  

Um die Migrationsrouten speziell von Mako-, Wal- und Blauhaien, Mobulas und Mondfischen vor den Azoren zu verstehen und mit den Forschungsergebnissen der Politik gegenüber Argumente für die Einrichtung neuer Schutzgebiete zu schaffen, hat der Tauch- und Whale-Watching-Anbieter Pico Sport jetzt gemeinsam mit der Stiftung proWin das Projekt »Megalodon« ins Leben gerufen: In diesem Jahr sollen dafür mehr als 30 Satelliten-Sender angeschafft werden, mit denen Tiere »getaggt« und ihre Wanderwege verfolgt werden sollen. Tagging und wissenschaftliche Betreuung erfolgen dabei durch Biologen von »DOP« (Ozeanografisches Institut der Uni Lissabon auf der Azoren-Insel Faial), die Jahrzehnte lange Erfahrung in der Megafauna-Forschung haben.

Um den hohen Kostenaufwand für die Sender und deren Betrieb zu schultern, appellieren die Initiatoren um Frank Wirth an Reiseveranstalter, Ausrüstungshersteller, Tauchschulen und -shops sowie Privatpersonen. Im Gegenzug erhalten die Unterstützer – möglich sind auch anteilige Spenden an einem Sender – je nach Größenordnung mindestens eine Adoptions-Urkunde, Bild, Factsheet zur Art (ab 100€), bis hin zu wöchentlichen Statusberichten, Videos, Online-Präsentationen mit Jorge Fontes von DOP und die Möglichkeit, ein Tier der persönlichen Wahl zu taufen. Bereits im Juli markierte Fontes einen zwei Meter langen, also halbwüchsigen Kurzflossen-Mako auf der Condor Bank bei Faial, der bis zum Oktober nahezu 2000 Meilen zurückgelegt hatte und neben kurzen Ausflügen über den Mittelatlantischen Rücken immer wieder dieselben Seeberge bei den Azoren aufgesucht hat. Der erste Schritt ist getan.

Die Spenden werden über die "proWin pro Nature Stiftung" gesammelt. Infos: pico-sport.de 

 

 

 

Text & Fotos : Daniel Brinckmann


 

Gruppenreise:

Wer beim Tagging von Mobula und Hai live dabei sein und Infos von Biologen aus erster Hand erhalten möchte, hat vom 5. bis 18. August im Rahmen einer Gruppenreise mit unserem Azoren-affinen Autor Daniel Brinckmann die Gelegenheit dazu. Bei den Reiseveranstaltern Wirodive und Absolut Scuba sind je acht Plätze zu haben. Das Paket mit Flügen, 13 Nächten im halben DZ eines Gasthauses von Pico Sport mit Frühstück, 4 Küstentauchgängen, 2 Ganztagesausflügen zur Princess Alice Bank, 3 Haitauchgängen, je zwei Whale Watching und Delfin-Schnorchel-Ausfahrten sowie zwei Präsentation kostet ab 2.549 Euro. Weitere Infos: www.wirodive.de, www.absolut-scuba.dewww.pico-sport.com.