Taucher belästigen gigantischen Mondfisch

Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein riesiger Mondfisch vor der Küste Portugals auf und schwimmt direkt vor eine Gruppe von Tauchern. Von respektvollem Abstand halten die Fotografen nichts und rücken dem friedlichen Giganten viel zu nah auf die Pelle. Im Blitzlichtgewitter lässt der Mondfisch das Spektakel über sich ergehen.

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, wenn Sie dieses Video sehen, aber mich macht es einfach nur traurig. Da taucht wie aus dem Nichts ein atemberaubend großer Mondfisch vor der Küste Portugals auf und wird von einer Gruppe wild gewordener Taucher verfolgt. Natürlich begeistert und fasziniert solch eine zufällige Begegnung mit einem seltenen Meerestier, aber wo bleibt der Respekt? Ist es wirklich nötig, dass alle gleichzeitig auf ihn zuschwimmen? Kann man sich nicht abwechselnd nähern?

Den Mondfisch erschrecken: Ein absolutes No-Go!

Und dann, sorry, aber es muss mal raus: diese Fotografen! Sie vergessen alles um sich herum, wenn es um das perfekte Foto geht. Kommen mit ihren Kameras auf wenige Zentimeter an den Mondfisch heran und blitzen was das Zeug hält. Feingefühl? Fehlanzeige. Meiner Meinung nach ein absolutes No-Go!



11 Kommentare

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  1. Jan

    Sicherlich richtig, die Kritik. Aber in allen bunten Hochglanzmagazinen wird man heutzutage geradezu angestachelt, Spitzenfotos unter Wasser zu machen und einzureichen. Jeder noch so untalentierte Taucher kann für kleines Geld eine UW-Kamera erwerben und damit geht es dann los auf die Unterwasserziele – ohne Rücksicht auf Verluste. Fotowettbewerbe schüren diesen Trend natürlich immens – ebenso wie die Hersteller, die zufälligerweise auch im Magazin Tauchen werben…!

    Und mal ehrlich: Bei den Profis geht es ohnehin noch weniger rücksichtsvoll im Hinblick auf die Umwelt zu. Hauptsache, das von der Bildagentur oder vom Verlag beauftragte Bild sitzt ordentlich im Kasten. Da werden schon mal die Flossen im sensiblen UW-Biotop verkeilt, damit das ruhige Händchen das Motiv perfekt ablichtet – nein, auch die Profis sind in der Regel alles andere als zimperlich.
    Zeit und Geld spielen die entscheidende Rolle, und wenn das Jagdfieber erstmal geschürt ist, dann bleiben die guten Vorsätze eben mal auf der Strecke.

    Da hilft auch keine Empörung – ob ernst gemeint oder vorgetäuscht.

  2. Tom

    Also wenn Sie das schon schlimm finden….dann waren Sie scheinbar noch nie in Süadostasien mit einer Gruppe „Fotografen“ und (meine persönlichen Lieblinge) GOPRO-„Filmer“ tauchen….Nationalität spielt da noch nicht mal eine Rolle, egal ob Asiaten oder Europäer, da benehmen sich einige (NICHT ALLE!) wie die Axt im Wald. Nicht nur sprichwörtlich. Da wird die tolle gopro schon mal auf einen 2m Stick geschraubt, damit ich das Dinge jedem und allem direkt ins Gesicht halten kann, ohne mich selber dem komsichen Tier nähern zu müssen …natürlich mit entsprechnder Beleuchtung eines „Buddies“. Da räumt ein „Filmer“ auf dem Boden liegend mals schnell 2qm Weichkorallen ab, um in Ambon einen Rhinopia zu filmen, der guide hilft dabei,,, Die Veranstalter und guides sind auf Gäste / Trinkgelder angewiesen, somit wird leider oft mehr „geduldet“ als für das Foto-Objekt und Umgebung vertretbar ist. Im obigen Film halten die meisten doch noch einen respektablen Abstand (wohl auch der größe des Objekts geschuldet, da wohl nicht jeder dort ein super WW + Domeport draufhatte), der Fisch wirkt auf micht eher entspannt neugierig als gestresst…wohl im Wissen, da er von den komischen Meeresbewohnern nicht wirklich etwas zu fütrchten hat. Bin selber bei meinem letzten Manta auf Ihn zugeschwommen (na ja, bis auf 3-4m Abstand halt), er schien auch eher neugierig und kam näher und hat ein paar Mal Runden gedreht….aber das obige Video finde ich ich gegensatz zu vielem erlebtem doch vergleichsweise harmlos, was nicht heisst, dass das Verhalten als „o.k.“ empfinde, aber die Realität ist oft viel schlimmer.

  3. Hias

    Also ich sehe hier auch keine Verfehlung. Der Mondfisch ist sichtlich gelassen und gleitet ruhig weiter. Die Taucher versuchen auch offensichtlich sich nicht gegenseitig vor die Linse zu manövrieren. Im Hintergrund immer einige die warten. Zwei, drei Schwimmbewegungen von dem Tier und die Foto- u. Filmhaie brauchen ein Tele für ein Foto von hinten. Wenn ich da an Delphine in Hurghada oder so manche Schildkröten Begegnung mit Tauchgruppen auf den Malediven denke, die diese Tiere treiben bzw. berühren und festhalten dann wird mir schlecht und ich würde so gerne die eine oder andere Flasche (ein wenig) zu drehen.
    Der einzige Makel den ich sehe, ist der Taucher der mit seiner GOPRO gegen den Felsen streift weil er offensichtlich sehr abgelenkt ist. Da dort aber keine empfindlichen Korallen sind wird der Felsen es auch überleben. (Wären dort welche, hätte er sie sicherlich beschädigt.) Zur Reinigung / Putzerstation: Wenn ich mich einmal im Jahr nicht dusche, weil unerwarteter Besuch an der Tür läutet werde ich sicher nicht an Hygiene- oder Pflegemangel eingehen. 😉

  4. Jörg

    @HIAS:
    „(..)Putzerstation: Wenn ich mich einmal im Jahr nicht dusche, weil unerwarteter Besuch an der Tür läutet werde ich sicher nicht an Hygiene- oder Pflegemangel eingehen.(..)

    Der Verglich hinkt und kann ja bitte nicht ernst gemeint sein. Es gibt dazu auch Untersuchungen das die Fische an Putzerstationen massgeblich gestört werden.

    Der Vergleich mit der Dusche hinkt insofern als das die Fische sich ja nicht jeden Tag putzen lassen sonder gezielt dann kommen wenn sie geputzt werden müssen. http://www.aquanaut.ch/neue-studie-taucher-stoeren-fische-an-korallenriffen/

    In Ihrem Kommentar spiegelt sich halt die menschliche Ignoranz anderen Lebewesen. Da wirkt Ihr Zwinkersmiley wie ein Hohn gegenüber der Natur und andern Lebewesen.

  5. al

    Ich finde das Gezeigte liegt auch eher am unteren Ende der moeglichen Fehlverhalten die Taucher begehen koennen. Der Mondfisch wirkt ziemlich entspannt und wer Mondfische mal erlebt hat, die sich gesoert fuehlen, weiss auch, dass die ganz schoen schnell sein koennen, wenn sie das Weite suchen.
    Wie Tom schon richtig sagte, es gibt viel schlimmeres was anderswo auf der Welt schon an der Tagesordnung ist. Vor allem bei Makrofotografen habe ich das schon oft erlebt, die gerne mal einen halben TG „auf der Lauer“ liegen und sich einen Dreck darum scheren was unter ihnen ist. Wenn man dann abends hoert das der ein oder andere irgendwelche unerklaerlichen Stiche oder Bisse abbekommen hat, weiss man schon wie sie den TG verbracht haben.
    Um auf das das obige Video zurueckzukommen: Ich kann hier relativ wenig Fehlverhalten erkennen und denke, das mit dem Artikel etwas Panikmache betrieben wird.

  6. Jörg

    Ja so ist der Mensch. Da wird dann gerne mit was anderem schlimmeren verglichen um das worum es geht dann zu relativieren. Grundsätzliche Diskussionen in der Sache sind halt nicht gewollt.

    Wie sieht denn Ihre Skala von Taucherfehlverhalten aus? Woran orientieren Sie sich und wo ist die Grundlage? Auf welche Erkenntnisse von Tierischen Verhalten bei Mondfischen beziehen Sie sich denn?

    Woher wissen Sie das der Mondfisch gelassen war? Aufgrund welches Schwimmverhalten des Fisches ziehen Sie Ihre Erkenntnis?

    Nur weil es noch schlimmeres Verhalten von Tauchern in anderen Situationen gibt relativiert das doch noch lange nicht ein anderes Verhalten.

  7. al

    Fragen ueber Fragen. Wenn Sie derart argumentieren, dann muessten wir doch gleich dabei anfangen, dass wir Menschen nichts in diesem „feindlichen“ Lebensraum zu suchen haben. Wir sollten uns komplett raushalten und am besten gleich die Fischerei usw einstellen.
    Ist zwar alles etwas ueberspitzt dargestellt, aber ich kann im Gegenzug die gleiche Frage stellen: woran erkennen Sie, dass dem Mondfisch unwohl war bzw. es gestresst wirkte? Koennen Sie das belegen oder plappern sie nur im Sinne des Artikels nach?
    Ich habe Mola Molas erlebt, die ziemlich flink waren als Taucher in ihre Naehe kamen. Da gab es dann eben keine Begegnung aus naechster Naehe. Das respektiere ich und freue mich auch, wenn sie die Moeglichkeit dazu haben.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin auch der Meinung, dass der Mensch sich ruecksichtsvoll gegenueber Tieren verhalten und ein hohes Mass an Vorsicht walten lassen sollte, damit den Lebewesen nichts passiert. Aber der Mensch ist nunmal von Natur aus neugierig und wissbegierig. Das schliesst halt auch ein, dass man genauer hinschaut und sich den Wesen naehert. Man sollte aber auch in der Lage sein die Signale und die Koerpersprache der Tiere zu verstehen um zu wissen wann es gut ist.

  8. Hias

    @AL
    Ich glaube unser Jörg ist entweder der Partner der Artikel verantwortlichen J. Jaerisch oder ein guter Freund vom Herausgeber des Magazins?
    Auf jedenfall dürfte er kein Taucher sein.

  9. Seehase

    Hallo Jasmin, vielen Dank für Deinen Beitrag. So etwas muss auch mal gezeigt werden.
    Ich finde es wirklich traurig… Umwelt- und nachhaltiges Tauchen war das nicht… allein schon die Blasen, die die Taucher bei der Annäherung an das Tier stressen. Wir sind Gast in dieser faszinierenden Welt und wir wissen nicht in welchen Zustand das Tier ist, nur weil der Mondfisch nicht gleich geflüchtet ist.
    … und dann in den Leserbriefen mit schlimmeren Vergehen anderer Taucher zu argumentieren ist auch nicht gerade sinnvoll. Aus meiner Sicht ist die Grenze hier eindeutig überschritten.
    Traurig das noch nicht einmal Verständnis oder ein Einsehen für dieses Fehlverhalten gibt. Schließlich wollen ja vielleicht auch andere dieses Tier mal wiedersehen können… und nicht nur vor den gemachten Bildern sitzen…

  10. Nicole

    Ich sehe es genauso wie der Autor! Als ich das Video gesehen habe, hab ich sofort dasselbe gedacht!
    Unmöglich, belästigend, aufdringlich und respektlos!

    Und nur weil es Menschen gibt die noch schlimmer sind, ist das hier noch lange nicht harmlos!

  11. Baseman

    So Leute, jetzt alle mal durchatmen und bis 21 zählen. Ihr seid alle auf dem Holzweg.
    1. Der Mondfisch hat so gut wie keine natürlichen Feinde und daher eine sehr geringe Fluchtdistanz. Jedes Tier hat eine Fluchtdistanz und wird diese unterschritten, kommt es spätestens dann zur Flucht oder zum Angriff, so quasi als Vorwärtsverteidigung oder das Tier juckt das Gegenüber nicht und es geht seinen Befindlichkeiten nach ohne sich stören zu lassen. Dazu gab es einen schönen Filmbeitrag auf dem RBB, „Mondfische- Rätselhafte Giganten“. Da war ein Mondfisch in einer „Putzstation“ und hat sich einen Sch… um die filmenden Taucher gekümmert. Aus der Tiefe tauchten dann noch mehr Mondfische auf, von denen einige die Taucher umkreist haben und sich dann seelenruhig putzen ließen und andere schreckhaft und sehr flink die Flucht ergriffen haben. Auch Tiere haben da unterschiedliche Befindlichkeiten und können in der Regel sehr gut auf sich selbst aufpassen, wenn man nicht gerade mit Harpunen, Schleppnetzen u. ä. hinter ihnen her ist oder ihren Lebensraum vergiftet, abholzt oder sonstwie nachhaltig zerstört.
    2. Diejenigen die hier argumentieren, ja, aber woanders wäre es ja noch schlimmer haben wohl nicht richtig nachgedacht, denn eins entschuldigt doch das Andere nicht. Ich möchte diejenigen mal erleben, wenn deren Tochter oder Ehefrau vergewaltigt wird und als Rechtfertigung vom Täter angeführt wird, ja, aber woanders hätte man sie anschließend auch noch umgebracht.

    Also, an die Gutmenschen, regt euch mal nicht so auf über einen angeblichen Tiermissbrauch, bei dem das Tier frei ist und jede Möglichkeit zur Flucht oder zur verteidigung hat. Kümmert euch mal lieber um die hunderttausende von Haien die von asiatischen Flotten gefangen, an Bord gezerrt und ihnen bei lebendigem Leibe die Flossen abgeschnitten werden und der Rest des immer noch lebendigen Hais zum elendiglichen Ertrinken achtlos ins Meer geworfen wird. Darüber kann man sich aufregen oder über Massentierhaltung, Kükenschreddern und sonstige Abartigkeiten die sich die Menschheit ausdenkt!!!
    Und an die „Verteidigerfraktion“, ihr habt ja im Grunde genommen nicht ganz unrecht, aber wie ihr die Argumentation dafür aufgezogen habt ist schon grenzwertig. Demnächst vielleicht mal ne Minute länger nachdenken und einen tragfähigeren Argumentationsstrang entwickeln, denn so wie o. g. geht es gar nicht und schreit geradezu nach Widerspruch, obwohl ihr im Grunde genommen, wie bereits gesagt, ja eigentlich Recht habt.

    Also, an alle beiden Parteien, tief durchatmen, nochmal nachdenken und sich ein Betätigungsfeld suchen über das man sich wirklich aufregen kann s. o.!!!


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