Wissenschaftler identifizieren neue Tiefsee-Spezies nur durch Video

Wissenschaftler haben zum ersten Mal einen kleines gallertartiges Lebewesen in der Tiefsee als neue Spezies identifiziert, und zwar ausschließlich mit hochauflösenden Unterwasserkameras.


Die Kreatur, die offiziell als Duobrachium sparksae bekannt ist, ist eine neue Art von Ctenophore oder Rippenqualle.

Sie wurde im April 2015 in einem Unterwasser-Canyon nordwestlich von Puerto Rico entdeckt, aber erst jetzt in einer Forschungsarbeit beschrieben.

Es wurden keine physischen Exemplare des Tieres gesammelt, aber die Art wurde anhand von Videoaufnahmen erklärt, die 3.900 Meter unter der Oberfläche bei einer Expedition unter der Leitung der US National Oceanic and Atmospheric Administration (Noaa) gemacht wurden.

Die Noaa verwendete ein ferngesteuertes Roboterfahrzeug namens Deep Discoverer, um hochauflösende Bilder aufzunehmen, die eine vollständige Analyse der Lebewesen ermöglichten.

"Wunderschön und einzigartig"

"Es war ein wunderschöner und einzigartiger Organismus", sagte Mike Ford, ein Noaa-Fischereiwissenschaftler. "Wir sammelten hochauflösende Videos und beschrieben, was wir sahen. Wir gingen das historische Wissen über Ctenophoren durch und es schien klar, dass dies eine neue Art und auch eine neue Gattung war. Wir haben dann daran gearbeitet, es richtig in den Baum des Lebens einzuordnen."

Rippenquallen, wie Duobrachium sparksae, können nur wenige Millimeter lang sein. Sie sind aber Fleischfresser, die sich von kleinen Arthropoden ernähren und sich durch Strukturen, die sich auf ihrer Oberfläche befinden, vorwärts bewegen können. Obwohl sie ähnlich aussehen, sind sie nicht eng mit Quallen verwandt.

Drei Individuen der neuen Art wurden vom Tauchroboter gesichtet und faszinierten die Wissenschaftler durch ihr ungewöhnliches Verhalten. Die Rippenqualle hat zwei lange Tentakel, die sie am Meeresboden zu verankern und so ihre Position zu kontrollieren scheinen, während sie sich wie ein Heißluftballon bewegt.

Weitere Forschungen werden nötig sein, um die genaue Rolle der neuen Art in ihrer Umgebung zu erfahren. Aber vorerst werden nur die Videos im Smithsonian National Museum of Natural History in Washington DC anstelle von physischen Exemplaren aufbewahrt.

Form der Identifizierung umstritten

"Die Identifizierung per Video kann umstritten sein", sagt Allen Collins, ein weiterer Noaa-Wissenschaftler, der an der Expedition beteiligt war.

"Zum Beispiel wurden einige Beschreibungen von Insektenarten mit Bildern von geringer Qualität gemacht und einige Wissenschaftler haben gesagt, dass sie das nicht für eine gute Methode halten. Aber bei dieser Entdeckung gab es keine Probleme. Es war ein wirklich gutes Beispiel dafür, wie man es mit Video richtig machen kann."