Reise Reiseberichte

Reisetagebuch Indonesien: Von Bali nach Sulawesi

Alexander Kassler

Drei Tage Bali, ein Flug nach Sulawesi, eine Fahrt vom westlichsten Punkt der Insel bis in den Südosten nach Makassar und Bira – und dazwischen einige der schönsten Tauchspots Indonesiens. Dieses Reisetagebuch begleitet eine Recherche-Reise, erzählt in mehreren Teilen.

Anreise: Über Istanbul nach Bali

Der Weg nach Südostasien ist lang – und oft schon ein Teil des Erlebnisses. Unsere Route führt über Istanbul mit Turkish Airlines nach Bali. Der Nachtflug (Abflug um 1:20 Uhr) dauert rund zwölf Stunden, lässt sich aber durch die Schlafenszeit gut bewältigen. Wer Reisen mit dem Fokus auf Tauchen plant, sollte Indonesien, Bali und Sulawesi in Betracht ziehen.

Nach der Landung geht es direkt weiter in den ruhigen Nordosten der Insel. Drei Stunden Autofahrt trennen uns von unserem Ziel, dem Bali Villa Dive Resort. Wer es entspannter angehen möchte, kann eine Zwischenübernachtung in Flughafennähe einplanen – wir entscheiden uns für die direkte Weiterreise und erreichen das Resort kurz nach Mitternacht.

Poolblick Bali Villa Dive Resort

Ankommen in Nordbali

Wellenrauschen, Palmen, tropische Wärme – der erste Morgen auf Bali liefert genau das, was man sich erhofft. Der Norden der Insel wirkt deutlich ruhiger als die bekannten Regionen im Süden. Weniger Verkehr, weniger Trubel, mehr Gelassenheit. Übrigens: Bali Tauchen Sulawesi Indonesien sind für viele ein Synonym für unvergessliche Erlebnisse.

Das Bali Villa Dive Resort liegt eingebettet zwischen Meer und grünem Hochland. Beim Frühstück mit Blick über Pool und Küste wird schnell klar: Hier fällt das Ankommen leicht. Frisches Obst, Kaffee, warme Luft – ein sanfter Einstieg in die kommenden Tage.

Tauchen in Nordbali: Erste Eindrücke unter Wasser

Nur etwa 20 Minuten vom Resort entfernt liegt einer der beeindruckendsten Tauchplätze der Region. Der Einstieg erfolgt direkt vom Strand – zwischen Fischerbooten und dem alltäglichen Leben vor Ort.

Schwamm & Korallen

Unter Wasser eröffnet sich eine vielseitige Landschaft: Zunächst ein flacher, steiniger Bereich, bevor das Riff in Tiefen zwischen zehn und 25 Metern abfällt. Wer der empfohlenen Route folgt, entdeckt eine große Fächergorgonie, die bereits aus der Ferne sichtbar ist. Für Taucher, die Sulawesi und Indonesien genauso lieben wie Bali, ist dieser Spot ein echtes Highlight.

Es folgen Korallengärten, Schwämme, Fischschwärme und mit etwas Glück auch Schildkröten oder Sepien. Die Mischung aus Farben, Strukturen und Leben macht diesen Spot besonders – vor allem für Fotografen.

Anglerfisch

Zweiter Tauchgang: Noch mehr Vielfalt

Der zweite Tauchgang am gleichen Spot zeigt eine andere Seite des Riffs. Dichtere Fischschwärme, zusätzliche Korallenformationen und ein Anglerfisch, der sich zwischen Schwämmen perfekt tarnt, sorgen für neue Eindrücke.
Am Ende bleibt vor allem eines hängen: Dieser Spot gehört zu den besten der Region – und sollte auf keiner Tauchroute durch Bali fehlen. Auch Sulawesi Indonesien und Tauchen bieten viele solcher Momente.

Zwischen Entspannung und Jetlag

Nach den Tauchgängen verläuft der Tag ruhig. Pool, Sonne, frische Kokosnuss – viel mehr braucht es nicht. Wer möchte, nutzt die Zeit für einen Nachttauchgang am Hausriff, das direkt vor der Anlage liegt.

Andere geben dem Jetlag nach und ziehen sich früh zurück. Beides passt hier gleichermaßen. Besonders nach intensiven Tagen in Indonesien – ob Tauchen auf Bali oder Sulawesi – sorgt Entspannung für einen gelungenen Ausgleich.

Hausriff BVDR

Hausriff & Riffaufforstung

Am letzten Tauchtag steht das Hausriff im Fokus. Nur wenige Schritte vom Zimmer entfernt beginnt der Tauchgang. Das Wasser ist warm, die Sicht klar, das Lichtspiel am Morgen besonders intensiv. Bali Tauchen Sulawesi Indonesien verbinden hier nachhaltige Ansätze mit Abenteuer.

Neben natürlichen Riffstrukturen fällt vor allem ein Projekt ins Auge: künstliche Strukturen zur Korallenaufzucht. Gemeinsam mit reefvillage.org wird hier aktiv an der Wiederherstellung des Riffs gearbeitet.

Korallenfragmente werden befestigt, wachsen langsam an und verwandeln sandige Flächen langfristig wieder in lebendige Unterwasserlandschaften. Ein Ansatz, der vielerorts auf Bali zu beobachten ist – und Hoffnung macht.

Abschied von Bali

Nach dem letzten Tauchgang geht es zurück in den Süden der Insel. Ein kurzer Zwischenstopp führt nach Sanur – etwas ruhiger als Kuta, aber dennoch deutlich lebhafter als der Norden.

Restaurants, Geschäfte, moderne Einkaufszentren – hier zeigt sich Bali von seiner touristischen Seite. Ein starker Kontrast zu den vergangenen Tagen. Bali Tauchen Sulawesi Indonesien sind nicht nur für Taucher, sondern auch für Reisende mit vielseitigen Interessen interessant.

Bali Aussichten
Zum Resortrundgang im Bali Villa Dive Resort

Weiterreise nach Sulawesi

Früh am Morgen startet der Flug nach Sulawesi. Nach rund 1,5 Stunden landet die Maschine in Makassar. Die Stadt wirkt laut, dicht und intensiv – eine typische indonesische Metropole im Wandel.

Von hier aus beginnt die Weiterreise per Auto. Rund 190 Kilometer liegen zwischen Makassar und Bira. Die Strecke führt durch dichten Verkehr, vorbei an kleinen Orten, Märkten und immer wieder auch an weniger schönen Seiten wie Müll und Umweltproblemen. Wer Tauchen und Erkundungen schätzt, findet auf Bali, Sulawesi und in Indonesien zahlreiche Möglichkeiten.

1,5h Flugstunden von Bali nach Sulawesi

Roadtrip mit Kontrasten

Die Fahrt ist anstrengend, aber eindrücklich. Sie zeigt Indonesien jenseits der Postkartenmotive: lebendig, chaotisch, im Wandel. Wer die Kontraste erleben und Tauchen auf Bali, Sulawesi und in Indonesien verbinden möchte, kommt hier auf seine Kosten.

Mit jedem Kilometer wird es ruhiger. Der Verkehr nimmt ab, die Landschaft wird grüner – bis schließlich das Ziel erreicht ist.

Ankunft in Bira

Bira empfängt uns mit einem völlig anderen Bild: breite Sandstrände, klares Wasser und ein weiter Blick auf vorgelagerte Inseln wie Selayar.

Der Ort gilt als beliebtes Reiseziel – auch für Einheimische – und wirkt dennoch entspannt und ursprünglich. Kleine Resorts säumen die Küste, das Meer schimmert in verschiedenen Blautönen. Für Taucher und Reiselustige sind Bali, Sulawesi und Indonesien echte Paradiese.

Nach den intensiven Eindrücken der vergangenen Tage fühlt sich dieser Ort fast wie ein Neuanfang an.

Ausblick

Mit der Ankunft in Bira beginnt der nächste Abschnitt dieser Reise. Neue Tauchspots, neue Eindrücke und neue Geschichten warten. Wer Bali Tauchen Sulawesi Indonesien vereint, findet unzählige spannende Perspektiven.

Akasha Beach Club Bira

Angekommen im Akasha Beach Club Bira

Resortrundgang Akasha Beach Club Bira/Südsulawesi

Die kleine Resort-Anlage befindet sich ein paar Kilometer außerhalb vom Hauptort Bira. Azurblau glitzerndes Meer, 50 Meter breiter Sandstrand, ein kleiner Grünstreifen. Danach erhebt sich entlang des gesamten Strandes ein Felshang. Am oberen Ende des Hanges reihen sich entlang des mehrere Kilometer langen Strandes verschiedene Resort-Anlagen. Darunter auch das Akasha Beach Resort. Vor acht Jahren vom Deutsch-Indonesier Stefan Reinhard aus Paderborn erdacht und gebaut, reiht sich die Anlage in eine von mehreren Resorts und Restaurants ein, die seine Familie hier betreibt. Mit Abstand die exklusivste, modernste und »instagrammableste« ist sein Resort. Hier findet sich nicht nur der einzige Billardtisch in Bira, sondern auch das Restaurant mit dem besten Essen: Fusion Food trifft auf traditionell indonesische Küche. Dazu gibt es zwei — in Zukunft drei — Sea-View-Villen, Suiten in zweiter Reihe und eine größere Familien-Suite direkt über dem Restaurant. Das passende Rundgangsvideo gibt es später auf unserem YouTube-Kanal.

Diving.de Bira eröffnet

Zwischen Resort und Strand gibt es seit 1. April die kleine Basis von diving.de. Schick, praktisch, mit »loungiger« Terrasse. Gerade kommt die nagelneue Leihausrüstung an und findet Platz in den ebenso nagelneuen Nebenräumlichkeiten. Die Sonne geht unter, das Restaurant füllt sich. Das Essen kommt, schmeckt fabelhaft, ist für europäische Verhältnisse preiswert. Einzig die Flasche Bintang-Bier kostet knapp vier Euro und wird in den nächsten Tagen das Ausnahmegetränk sein. Fürs Ankommensbier im Pool mit Meerblick reicht es heute aber noch. Morgen geht’s dann los: Hausriff-Check, Anlagenrundgang, Planung für die nächsten Tage.

Basenrundgang Diving.de Bira mit Mikro Obermann

Ab ins Wasser

Um 9:00 Uhr trifft unsere kleine Gruppe inklusive diving.de-Chef Mirko an der Basis ein: Ausrüstung checken, kleines Briefing und dann ab ins Wasser. Nach der Devise »Der Weg ist das Ziel« geht es etwa 200 Meter bis zur Riffkante. 30 Grad Wassertemperatur, azurblaues Wasser, ein 30 Meter breiter Streifen Seegraswiese, der neben dem typischen Seegras auch die kleinen runden Blätter präsentiert, auf denen man anderswo immer wieder die beliebten Shaun-das-Schaf-Schnecken finden kann. Geschaut, gefunden und erkundet hat das bisher noch niemand. Ein Seepferdchen wurde in den letzten Wochen öfter entdeckt — spannend.

Nach dem Seegras zeigen sich dann die ersten Hartkorallen-Formationen. Oder besser gesagt: ein breiter, geschlossener Teppich aus selbigen. Dazwischen wuselt Kleinfisch umher. Zusammen mit den schräg einfallenden Sonnenstrahlen ein wunderschönes Szenario. Fürs Tauchen noch zu flach, ist dieser Streifen perfekt fürs Schnorcheln geeignet. Und so wird der Weg zur Riffkante optimal »überbrückt«. Immer mal wieder zum Ufer schauen! Sonst bekommt man nicht mit, wenn die Strömung aus der Vorwärts- eine Seitwärtsbewegung macht.

In etwa fünf Meter Tiefe fällt das Riff dann schräg in größere Tiefe ab. Kleine Sandflächen schälen sich immer wieder aus den Riffblöcken heraus, die in über 25 Meter Tiefe dann als größere Sandfläche langsam immer tiefer abfallen, gespickt mit größeren Riffblöcken. Schildkröten, reichlich Rifffisch, Muränen, Anemonen, Nacktschnecken und große Schwärme von Drückerfischen finden ihre erste Erwähnung im Logbuch.

Den zweiten Tauchgang ergänzen dann noch Logbuch-Einträge von einer großen Gruppe Büffelköpfe, ein Herzchen-Vermerk hinter dem gesunden Korallenzustand und der Vermerk von mehreren Riff-Konstrukten zur Riffaufforstung. Insgesamt ein solides Erscheinungsbild, optimal zum Eintauchen, für erste Fotoaufnahmen oder aber mehrere Makro-Foto-Tauchgänge. Je nach Tageszeit mit mehr oder weniger Strömung. Schön, gefällt mir. Wird es euch auch.

Und so geht der Tag dann auch schon langsam dem Ende entgegen. Der Sonnenuntergang lockt wieder einige Tagesgäste ins Resort. Und immer auch im Fokus: die Billardplatte. Morgen geht’s dann raus ins Meer zwischen Bira und der kleinen vorgelagerten Fischerinsel Liukang mit direktem Blick auf die nur wenige Kilometer entfernte Insel Selayar.

TAUCHEN TAUCHEN TAUCHEN

Der Tagesablauf der nächsten Tage bringt auf den ersten Blick wenig Abwechslung, ist aber dennoch von extremer Vielfalt geprägt: frühes Aufstehen, erste Anpassungen ans feucht-warme Monsunklima und noch immer Jetlag im Gepäck. Bootsausfahrten finden mit einem »Einheimischen«-Boot statt. Kein Luxus, aber auch kein Grund zum Klagen. Solange der Kapitän der beste der Gegend ist, die Abläufe passen und Sauerstoff für die Sicherheit nicht fehlt – was braucht man mehr?

Alles im Entstehen

Gleiches gilt übrigens auch für die Basis: Alles, was man braucht, ist da. Die nagelneuen Gebäude sind durchdacht und dennoch »sind wir noch lange nicht am Ende«, beschwichtigt Mirko. »Ihr seid gerade die ersten Gäste. Die nächsten Tage werden wir sehen, ob Wege und Abläufe, wie wir sie uns gedacht haben, auch so funktionieren. Am Ende wird sich hier Stück für Stück noch einiges tun. Dazu gehört auch das Angebot von Nitrox for free, was es hier in der Gegend sonst nicht gibt. Für die Tauchgangsprofile der Spots rundherum ist es jedoch absolut sinnvoll, bringt mehr Sicherheit und auch Komfort mit sich.«

Mit dem Boot ins glasklare Wasser

Die Ausfahrten dauern zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Über ein Dutzend Tauchplätze warten darauf, bestaunt zu werden. Jeder ganz eigen. Steilwand, Korallengarten, flach abfallende Korallenriffe, mal mehr und mal weniger Strömung. Jetzt zu Beginn des Ostmonsuns reichen die Sichtweiten weit über 20 Meter hinaus. Mitunter sollen es sogar noch mehr sein.

9 von 10 Punkten

Ich habe mir vorgenommen, meine Erwartungen in einem Punktesystem auszudrücken. 10 von 10 wäre das höchste der Gefühle und sogar noch etwas mehr. Das höchste hier erreichte Ranking war tatsächlich die 9/10. Kamping, The Wall, Aquarium, Mola Mola – meine Highlights. Fischsuppe, gespickt mit Highlights, imposante Fächer-Gorgonien, wunderschöne, gesunde Korallengärten und vor allem auch viel Kleinzeug, das es erst noch zu finden gilt, landen auf der Kamera-Speicherkarte.

Die Spots hier sind trotz vorhandener Strömung für jedes Level meisterbar. Das hat auch unsere kleine Truppe bewiesen, in der von Anfängern bis zu erfahrenen Tauchern alle Könnensstufen vertreten waren. Vor allem der Spot Mola Mola hat das Ranking in die Höhe getrieben. Schaut es Euch am besten selbst mal an, im Video auf unserem YouTube-Kanal. Steilwand, Fischsuppe, Haie, Schildkröten, Korallengarten – gesund und vor allem reichlich. Spätestens dieser Spot lässt die Reise an dieses Ende der Welt lohnenswert erscheinen.

Am Ende waren es 15 Tauchgänge, von denen jeder sein eigenes kleines Highlight mit sich brachte. Der letzte am Hausriff bescherte dann auch noch meinen ersten Geisterpfeifenfisch – der, standorttreu wie er ist, nun zum Inventar des Akasha-Hausriffs zählt. Darüber hinaus kann auch immer wieder mit anderen Vorbeizüglern gerechnet werden: Walhai- und Manta-Sichtungen sind möglich.

Mein erstes Mal

Leider hat sich nach sechs Jahren Schadensfreiheit das Unterwasser-Fotogehäuse drei Tage vor Abreise entschieden, dem »Druck nachzugeben«, und wurde geflutet. Ein Stich ins Fotografenherz. Aber für alles gibt es ein erstes Mal. Dazu zählte beim drittletzten Tauchgang auch eine Erfahrung der ganz anderen Art. Nur so viel: Auf dem Boot gibt es natürlich, wie überall hier, keine Toilette. Eine interessante Erfahrung – mehr möchte ich an dieser Stelle dazu nicht sagen.

Aus der Höhe in die Tiefe

Unser kleines Grüppchen bestand nicht nur aus Tauchern. Das andere Hobby der Jungs – oder besser gesagt deren Profession – ist das Klippenspringen, besser bekannt als »Freestyle Diving«. Dabei stürzt man sich aus waghalsigen Höhen mit noch waghalsigeren Drehungen ins Wasser. Rund um Bira gibt es genau dafür mehr als genug Möglichkeiten. Und so brachte der tauchfreie Tag dann auch für mich meine ersten gewollten (!) Stürze in die Tiefe.

Ich bin zwar talentfrei, was Drehungen um die eigene Achse angeht, hatte aber dennoch Spaß daran, mich aus 14 Metern Höhe ins Meer zu werfen. Einer der perfekten Spots dafür ist gleichzeitig auch ein beliebter Ausflugspunkt der einheimischen Touristen: »Tepping Apparalang«. Wer kein ausgewiesener Klippenspringer ist, muss aber nicht unbedingt hierher. Letztlich ist es ein Rundweg entlang der Steilküste, der 50 Cent Eintritt kostet. Sehenswerte Ziele gibt es andere.

Die letzten beiden Tage & Mangga Lodge

Zwei Tage vor der Rückreise nach Makassar galt es, den Schlussstrich unter das Tauchen zu ziehen. Und so wurde der täglichen Routine aus Frühstück, Tauchen, allabendlichem Billardspielen an Biras einzigem Billardtisch und dem Genießen der vorzüglichen Abendkarte des Akasha an den beiden letzten Tagen etwas mehr Abwechslung eingehaucht.

Mangga Lodge Bira

Zunächst ging es in die Mangga Lodge für ein weiteres TauchenOnTour-Video. Die Mangga Lodge gehört seit Anfang des Jahres unter anderem zu diving.de, wird von Bobby Reinhard betrieben und wirkt aufgrund ihres Baustils wie ein kleines gallisches Dorf zwischen all den anderen Resortanlagen entlang des Bira Beach.

Bobby und der Akasha-Betreiber Stefan sind Brüder und wollen gemeinsam erreichen, dass Bira auch auf dem deutschen Markt als das wahrgenommen wird, was es ist: ein »Geheimtipp« und mehr noch ein lohnenswertes Ziel für Taucher.

Die Mangga Lodge wurde vor vielen Jahren von Elvis, einer hiesigen Taucherlegende, zusammen mit seinem Kumpel Achim erschaffen. Inmitten eines verwunschenen Gartens, in indirekter Strandlage, entstand so Stück für Stück eine Art Gebäudekomplex, der einer verzauberten mediterranen Burganlage ähnelt – nur schöner.

»Es wird noch schöner. Wir werden Stück für Stück sanieren, umbauen und restaurieren«, schwärmt Bobby, der gebürtig aus Paderborn stammt und dessen Familie in und um Bira noch andere kleine Resorts betreibt.

Die ehemalige Basis, die es hier gab, wird nun auch von diving.de genutzt. Allerdings nur als Zweigstelle ohne Gästekontakt; den gibt es in der neuen Basis im Akasha Beach Club, wenige Minuten entfernt – Shuttle-Service inklusive.

Resort-Rundgang durch die Mangga Lodge

Letztes Tauchhighlight

Nach dem Rundgang wird es wärmer und wärmer. Und so keimt der Wunsch auf, noch ein letztes Mal ins Hausriff abzutauchen, was zum Glück auch umsetzbar ist. Der Lohn: ein durch Zufall gefundener Geisterpfeifenfisch. Umso ärgerlicher, dass nur das iPhone als Fotokamera zur Verfügung steht.

Ein schöner Abschluss, ein toller letzter Eindruck des Hausriffs, das übrigens zu einem der längsten Hausriffe Sulawesis gehören soll. Der letzte Tag wird für einen kurzen Ausflug in die nähere Umgebung genutzt.

Schiffswerften & Höhlen

n und um Bira befindet sich das Zentrum des Schiffsbaus. Die Phinisis sind traditionelle Holzboote. Einerseits dienen sie als Transportboote, andererseits werden hier die Boote gebaut, mit denen man sich als Taucher durch die Gewässer Indonesiens bewegt. Beeindruckend anzusehen, wie diese schwimmenden Hotels entstehen. Ein Muss für den tauchfreien Tag.

So bekommt man auch einen Eindruck von der Lebensweise der Leute hier vor Ort. »Der Schiffsbau bringt seit zig Jahren Wohlstand in die Gegend. Hier verdient man mit dem Bau der Boote, und die Männer sind meist auch diejenigen, die auf den Booten als Crew unterwegs sind«, berichtet Bobby.

Das sieht man an den schicken Häusern und den Straßen, die in Schuss sind – auch dort, wo gar keine Autos fahren. Will man sich die Schiffe beim Entstehen anschauen: kein Problem. Ein Abstecher zu den beiden größten Höhlen der Gegend rundet die dreistündige Ausfahrt ab. Sehenswert – danke, Bobby.

Mein Fazit

Ein letztes Frühstück, ein letztes Mal Hühnersuppe mit Nudeln, ein letztes Mal das unglaublich leckere French Toast mit Bananenmus, ein letzter Melonensaft – und dann geht’s zurück nach Makassar, direkt zum Flieger nach Kuala Lumpur.

Bira, mach’s gut. Wir sehen uns wieder. Und für Euch an dieser Stelle der Daumen nach oben als Wertung fürs Tauchen und die Gegend. Dieser bisher nur wenig bereiste Punkt Sulawesis hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient – noch (!) ein kleiner Geheimtipp.

Hier steckt Urlaubspotenzial für den schmalen Geldbeutel, für Familien, für Tauchneulinge ebenso wie für die alten Hasen. Wer die lange Anreise scheut, macht einfach auf dem Hin- oder Rückweg einen Stopp auf Bali.

Allerletzter wichtiger Eindruck: Die Rückfahrt nach Makassar hat gezeigt, dass sich in puncto Müll doch etwas tut. In den größeren Gemeinden waren die Straßen durchaus sauber, und ich konnte so etwas wie eine Müllabfuhr beobachten. Das musste noch gesagt werden.