Ein Taucher schwebt im Lampenlicht durch eine Schieferhalle im gefluteten Bergwerk Nuttlar
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Tauchen im Bergwerk Nuttlar: Zeitreise durch geflutete Schieferstollen

Martin Strmiska und Alexander Kaßler tauchen ins geflutete Schieferbergwerk Nuttlar bei Bestwig im Sauerland: über 120 Jahre Bergbaugeschichte, Stollen voller Relikte und ein Höhlentauchkurs, der Spuren hinterlässt. Mit Reiseinfos zu Öffnungszeiten, Preisen, Voraussetzungen, Wassertemperatur und Kursen.

Martin Strmiska, Björn Dorstewitz

Für ambitionierte Höhlentaucher ist Nuttlar der heilige Gral unter den europäischen Topspots ihrer Zunft. Doch auch Sporttaucher können im gefluteten Schieferbergwerk bei Bestwig im Sauerland abtauchen. Martin Strmiska und Alexander Kaßler erzählen von Lampenkegeln in absoluter Dunkelheit, verrosteten Loren und über 120 Jahren Bergbaugeschichte, die seit 1985 unter Wasser liegt.

Text: Martin Strmiska & Alexander Kaßler · Fotos: Martin Strmiska, Björn Dorstewitz
Erschienen in TAUCHEN 02/2026

Während der scharfe Strahl meiner Lampe versucht, das Wasser zu durchdringen, schweben bräunliche Partikel im Weg und verhindern, dass er weiter als fünf Meter reicht. Beide Seiten des Gangs sind gesäumt von ordentlich gestapelten Schieferplatten. Doch das geflutete Untertagebauwerk hat nicht das leuchtend blaue Aussehen, das ich von Fotos aus dem Internet kenne. Als Michael uns durch mehrere »geheime« Durchgänge führt, verbessert sich die Sicht erheblich, und das Schieferbergwerk Nuttlar ist nun bereit, seine über hundertjährige Geschichte zu enthüllen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Destination: Schieferbergwerk Nuttlar, Ortsteil von Bestwig im Hochsauerlandkreis, oberes Ruhrtal, Nordrhein-Westfalen
  • Tauchplatz: stillgelegtes Schieferbergwerk mit über 20 km Gängen und Schächten auf fünf Ebenen; die beiden unteren Sohlen sind seit 1985 geflutet, rund 12 km Tauchlabyrinth
  • Tiefe: mittlere Sohle bis ca. 14 m, untere Sohle bis ca. 30 m
  • Wassertemperatur: ca. 7 bis 8 °C, ganzjährig
  • Sicht: wechselnd; im Frühjahr trübt Schmelzwasser der Ruhr das Wasser, in entlegeneren Bereichen ist es klarer
  • Saison: April bis November, samstags und sonntags, nur mit Voranmeldung
  • Erfahrungsniveau: Cavern-Schnuppertauchen ab Open Water Diver mit Guide, tiefere Bereiche nur mit Höhlen- bzw. Minentauchausbildung
  • Highlights: Schienen, Loren, Fördertechnik, Werkzeuge und Bergmannsrelikte, hohe Hallen und schmale Stollen

Schiefer aus dem Sauerland

In der Zeit der preußischen Monarchie, lange vor der Industrialisierung, entwickelte sich der Schiefer aus dem Sauerland zu einem gefragten Baumaterial. Bereits 1703 wurde ein Steinbruch in Ossenberg bei Nuttlar im Tagebau betrieben. Der Nuttlarer Schiefer diente unter anderem 1742 zur Eindeckung des Dachs der Kirche Kloster Brunnen. Aufgrund der schwierigen Transport- und Kommunikationswege verschwanden viele dieser frühen Schiefersteinbrüche im Laufe des folgenden Jahrhunderts, obwohl die Nachfrage nach Schiefer stieg.

Eine alte Lore auf Gleisen, die auf einer trockenen Sohle des Schieferbergwerks Nuttlar im Wasser verschwinden
Wo die Gleise im Wasser verschwinden: Eine alte Lore steht auf einer trockenen Sohle des Bergwerks. Foto: Björn Dorstewitz

Vom Handwerk zur Aktiengesellschaft

In der Nähe des Dorfes Nuttlar, das damals aus etwa 40 Häusern und 450 Einwohnern bestand, wurde 1857 die »W. Geßner & Co. – Commanditgesellschaft« gegründet, und der Abbau verlagerte sich in den Untertagebau. Das Schneiden und Bearbeiten der Schieferplatten war reine Handarbeit und fand in begrenztem Umfang statt. Zehn Jahre später erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Mit der Einführung der ersten Dampfmaschine konnte die Produktivität deutlich gesteigert und das Sortiment erweitert werden.

Der Bau des sogenannten Kaiser-Wilhelm-Tunnels (ein betriebsinterner Förderstollen, nicht zu verwechseln mit dem Eisenbahntunnel an der Mosel) sowie der Ausbau der Bahnverbindungen lösten die logistischen Probleme. Ende des 19. Jahrhunderts beschäftigte das Unternehmen rund 180 Arbeiter. Die Nachfrage nach Schieferprodukten erreichte Rekordhöhen, die Plattenschneiderei in Nuttlar war nahezu ununterbrochen in Betrieb.

Mit der Inbetriebnahme einer elektrisch betriebenen Untertagefördermaschine begann die Erschließung der Lagerstätten unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Stollens. Druckluftbohrer und Abbauhämmer gehörten nun zur Standardausrüstung im Bergbau. In dieser Zeit entstanden viele der heute betauchbaren Bereiche.

Blütezeit, Niedergang und die Flut

1907, zum 50. Firmenjubiläum, erreichte das Unternehmen den Höhepunkt seines Erfolgs. In den folgenden Jahrzehnten wechselten sich gute und schlechte Phasen ab, begleitet von mehreren Eigentümerwechseln. Neue Produkte, wie elektrische Isolierplatten aus Schiefer, und eine steigende Nachfrage hielten den Betrieb am Leben. Einen letzten starken Impuls brachte die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Deutschland unzählige zerstörte Gebäude reparieren musste. Diese Phase dauerte über zehn Jahre an und reichte bis zum 100-jährigen Firmenbestehen.

Zurückgelassene Bergmannsstiefel auf dem Grund einer gefluteten Sohle im Bergwerk Nuttlar
Zurückgelassen, als die Pumpen stillstanden: Bergmannsstiefel auf dem Grund einer gefluteten Sohle. Foto: Björn Dorstewitz

Danach ging die Nachfrage nach Schiefer langsam zurück, was zur Schließung anderer Bergwerke in der Region führte, darunter die Grube Eva in Bestwig und die Grube Christine in Willingen. 1985 ereilte die Grube Nuttlar dasselbe Schicksal: Der letzte Betreiber, die »Schieferbau Schmelzer & Co. KG«, konnte die Stromkosten nicht mehr tragen. Die Pumpen fielen aus, und das Wasser der Ruhr begann, die tieferen Sohlen zu fluten.

Das Bergwerk heute

An diesem wolkenverhangenen Apriltag wirkt die Fahrt durch die Sauerländer Dörfer etwas düster. Da sich die Natur im Tal noch nicht ganz vom Winter erholt hat, erscheinen Himmel, Straßen und die aus Schiefer gedeckten Häuserdächer in unterschiedlichen Grautönen. Doch in Nuttlar ändert sich die Stimmung: Als wir die Brücke zum Stolleneingang überqueren, wirkt die sanft plätschernde Ruhr wie eine Grenze zu einer anderen Welt. Die Szenerie erinnert nicht mehr an das industrielle Bild alter Fotografien. Im Gegenteil: Die Natur erobert zurück, was ihr einst genommen wurde. Hohe Bäume verbergen die Eingänge, Gras und Moos sprießen zwischen gestapelten Schieferplatten. Nur ein gelber Container am Eingang weist noch auf die industrielle Vergangenheit hin.

Ein Blick auf die Karte des Stollensystems verrät zunächst wenig. Laut Michael umfasst das unterirdische Netz über 20 Kilometer Gänge und Schächte auf fünf Ebenen. Seit dem Abschalten der Pumpen 1985 sind zwei der unteren Sohlen überflutet, wodurch ein etwa 12 Kilometer langes Tauchlabyrinth entstanden ist.

Geflutete Unterwelt

Schon beim Betreten des gelben Containers verschwindet das Tageslicht vollständig. Die Schieferwände sind so dunkel, dass sie selbst das Licht unserer Tauchlampen zu verschlucken scheinen. Schienen, die in ein Wasserbecken führen, lassen die Dimensionen des früheren Bergbaus erahnen. Dieser offen zugängliche Wasserbereich eignet sich für geführte Cavern Dives und gibt zugleich einen ersten Eindruck von der Mine. Für einen Cavern Dive ist kein spezielles Höhlentauchbrevet nötig. Wer aber tiefer in die Dunkelheit vordringen will, bewegt sich bald im Bereich des echten Höhlentauchens.

Taucher in einer großen, ausgeleuchteten Abraumhalle des gefluteten Bergwerks Nuttlar
Dieses einmalige Bild zeigt die Dimensionen der riesigen Abraumhallen von Nuttlar. Beim »realen Tauchgang« bleibt dieser Anblick den meisten Tauchern jedoch verborgen. Foto: Björn Dorstewitz

Die Sicht ist heute eingeschränkt, große Hallen und weite Stollen lassen sich nur erahnen. Wasser war schon immer der größte Feind der Bergleute, und auch heute beeinflusst es den gefluteten Untergrund stark. Im Frühjahr bringt die Ruhr Schmelzwasser und drückt es durch Spalten ins Bergwerk, wodurch Sedimentwolken entstehen, die die Sicht auf wenige Meter reduzieren. In entlegeneren Bereichen wird das Wasser klarer. Wir erkunden die oberen, flacheren Sohlen mit großen Hallen und Gleisanlagen.

Ein Taucher über zurückgelassener Fördertechnik in einem nicht geräumten Stollen des Bergwerks Nuttlar
Zeitkapsel: Die Stollen sind in vielen Teilen nicht geräumt, was einerseits für ein einmaliges Szenario sorgt, andererseits aber auch Vorsicht beim Durchtauchen fordert, um nirgends »hängen« zu bleiben. Foto: Martin Strmiska

Die sauber gestapelten Schieferplatten wirken wie kunstvolle Dekoration, dienten jedoch einst dazu, den knappen Platz optimal zu nutzen und Ordnung zu halten. Manche dieser Mauern sind über 100 Jahre alt und zeigen die Langlebigkeit des Materials. Materialhaufen in der Sägemühle belegen, dass die Schließung unerwartet kam. Beladene Loren standen bereit zum Abtransport, Brecher zum Zerkleinern von Restmaterial. Nach dem Pumpenstopp 1985 dauerte es Jahre, bis die beiden unteren Sohlen vollständig überflutet waren. Da die Maschinen der Aufbereitung beschädigt waren, konnte der Betrieb nicht wieder aufgenommen werden. Die Geschichte blieb in den Stollen eingeschlossen und wartet nun auf Taucher, die sich von Dunkelheit und acht Grad Celsius kaltem Wasser nicht abschrecken lassen.

Ein Rebreather-Taucher leuchtet eine verrostete Maschine im gefluteten Bergwerk Nuttlar an
Ein Rebreather-Taucher erkundet eine verrostete Maschine aus der Zeit des Schieferabbaus. Foto: Björn Dorstewitz

»Wenn Faszination zur Sehnsucht wird …«

TAUCHEN-Chefredakteur Alexander Kaßler hat selbst schon an einem Höhlentauch-Kurs in Nuttlar teilgenommen (erfolglos). Dennoch hat ihn das Bergwerk-Virus gepackt. Seine Nachgedanken zum Bergwerk:

»Hier unten riecht es nach Schiefer und Geschichte. Ein Lichtkegel tastet die Wand ab, folgt alten Bohrlöchern, streift eine verrostete Lore, und plötzlich öffnet sich der Gang zu einer Halle, so hoch wie eine Kathedrale. Das Schieferbergwerk Nuttlar ist kein gewöhnlicher Tauchplatz. Es ist ein Zeitarchiv unter Wasser: kilometerlange Stollen, kunstvoll gesetzte Bergemauern, Schienen, Werkzeuge, zurückgelassen, als hätte die Schicht gestern geendet. Wer hier abtaucht, taucht in die Arbeit von Generationen ein.

Dass dieser Ort heute so erlebbar ist, verdankt die Szene maßgeblich Matthias Richter. Der Tauchpionier machte 2013 aus einer Vision ein geführtes, sicheres Angebot, von Cavern-Schnuppertauchgängen bis zu ambitionierten Minen- und Cave-Tauchkursen. Sein Team organisiert Zugang, Orientierung und Ausbildung; Nuttlar wurde so zur Referenz für das Bergwerktauchen in Deutschland.

Schon im Eingangsbereich, einem abgedunkelten »Surface-See«, stellt sich echtes Höhlenfeeling ein. Zugleich bleibt ein sicherer Luftzugang vorhanden: ideal, um Schnuppertauchen im Cavern-Bereich zu erleben und den Zauber gefluteter Minen kennenzulernen. Wer tiefer ins System will, lernt Leinenführung, Kommunikation, Tarierung und Lichtmanagement. Geführte Touren führen durch schmale, teils hohe Stollen, vorbei an Laderampen und Lorenzügen. Jeder Tauchgang entdeckt neue Winkel des Labyrinths. Sicht und Stimmung wechseln mit der Jahreszeit, mal glasklar, mal feiner Schiefernebel in der Ferne.

Ein Taucher an einer gemauerten Tür in den gefluteten Stollen des Bergwerks Nuttlar
Durch eine gemauerte Tür geht es tiefer ins Labyrinth der gefluteten Stollen. Foto: Martin Strmiska

Nuttlar fordert schon vor dem Abtauchen Respekt: Der Weg zum Einstieg ist steil, was vor allem auf dem Rückweg »ins Gewicht fällt«. Die Ausrüstung will bergauf wie bergab getragen werden. Erst wer hier schwitzt, versteht, warum ein guter Tauchplan an der Oberfläche beginnt. Und unten wartet die Belohnung: absolute Dunkelheit, in der jede Lampe zur Erzählstimme wird. Zwischen Relikten der Bergleute spürt man, wie Arbeit, Risiko und Hoffnung hier einst klangen. Heute schreibt die Tauchgemeinschaft das nächste Kapitel: kontrolliert, respektvoll, mit Gänsehautgarantie. Nuttlar ist kein bunter Rifftraum. Es ist Ehrfurcht in Schiefer.

Und für mich ganz persönlich noch immer eine Geschichte, die zu Ende geschrieben werden will. Mein erster Sehnsuchtsmoment tauchte auf, als ich vor vielen Jahren die unglaublichen Aufnahmen von Björn Dorstewitz sah. Das musste und wollte ich auch erleben. Also galt es einen Höhlentauch-Kurs zu machen. Mehr als drei Tage habe ich hier geschwitzt, gefroren, bin an Skills gescheitert, beim Tauchen mit Blindmaske an mir selbst gewachsen und war jede Sekunde im Bann des Berges gefangen, der mir eindeutig meine Grenzen aufgezeigt hat. Dabei weiß ich genau, dass wir die »besten Freunde« werden und uns noch besser kennenlernen wollen. Ich komme wieder, mein Freund, und hoffe, dass du mich willkommen heißt.«

Wer hat’s »erfunden«?

Matthias Richter ist der Mann hinter dem Bergwerktauchen in Nuttlar. Er ist Inhaber und leitet die Tauchschule Sorpesee in Sundern, die Tauchschule Biggesee in Olpe und die Firma Bergwerktauchen UG in Nuttlar, die alle ein breites Ausbildungsprogramm vom Anfänger bis zum Profi anbieten. Die Tauchschule Sorpesee, die Tauchschule Biggesee und das Tauchcenter Nuttlar sind zugleich lebendige Treffpunkte für die Community, an denen regelmäßig gemeinsame Tauchgänge, Reisen und Events stattfinden.

Das Schieferbergwerk Nuttlar im Sauerland zählt zu den außergewöhnlichsten Tauchplätzen Deutschlands, ein Ort, an dem Geschichte und Abenteuer unmittelbar spürbar werden. 2024 bekam das Bergwerk Nuttlar sogar den boot Dive Award als beste Tauchdestination. Möglich wurde dies vor allem durch das Engagement von Matthias Richter. Der passionierte Taucher erkannte das Potenzial des stillgelegten Bergwerks und setzte sich unermüdlich dafür ein, es für den Tauchsport zu erschließen. Mit viel persönlichem Einsatz entwickelte er ein sicheres und geführtes Tauchkonzept, das sowohl Einsteigern im Cavern Diving als auch erfahrenen Höhlentauchern einmalige Erlebnisse bietet. Dank seiner Initiative ist Nuttlar heute nicht nur ein Ort für spektakuläre Unterwasserfotos, sondern auch ein Stück bewahrter Industriekultur, das erlebnisreich und verantwortungsvoll erlebbar gemacht wird.

Unter Tage, unter Wasser

Fazit

Das Schieferbergwerk Nuttlar ist kein Tauchplatz für einen schnellen Wochenendgang, sondern ein Zeitarchiv unter Wasser. Wer hier abtaucht, schwebt durch über hundert Jahre Sauerländer Bergbaugeschichte, zwischen Schienen, Loren und Werkzeugen, die liegen geblieben sind, als die Pumpen stillstanden. Für Höhlen- und Minentaucher ist Nuttlar eine der Top-Adressen Europas. Sporttaucher mit Kaltwassererfahrung bekommen mit einem geführten Cavern-Schnuppertauchgang einen ersten, eindrucksvollen Einblick.

Reiseinfo: Bergwerk Nuttlar

DestinationSchieferbergwerk Nuttlar, Briloner Straße 48a, 59909 Bestwig-Nuttlar, Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen. Nuttlar liegt im oberen Ruhrtal im Sauerland.
TauchbetriebBergwerktauchen UG (Inhaber Matthias Richter), in Verbindung mit der Tauchschule Sorpesee in Sundern. Buchung online, Tauchen nur nach vorheriger Anmeldung. bergwerktauchen.de · tauchschule-sauerland.de
ÖffnungszeitenApril bis November, samstags und sonntags 9 bis 18 Uhr, montags bis freitags geschlossen.
Angebote und PreiseLaut Betreiber-Website (Stand Oktober 2026): Cavern-Schnuppertauchen (45 Min.) 69 €, VIP-Cavern-Schnuppertauchen (60 Min.) 199 €, Tageskarte für zertifizierte Höhlentaucher 69 €, Guidance für technische Taucher 129 € pro Tauchgang, Kurs SSI Limited Mine Diver bzw. TDI Cavern Diver (3 Tage) 449 €, SSI bzw. TDI Intro to Mine (4 Tage) 1.300 €. Aktuelle Preise beim Anbieter.
Voraussetzungen Cavern-BereichMindestens Open Water Diver oder gleichwertig, zwei getrennte Atemreglersysteme, mindestens zwei Lampen (Haupt- und Backup-Lampe), angemessener Kälteschutz, gültige Tauchtauglichkeit und eine Versicherung, die Tauchunfälle abdeckt. Empfohlen werden 50 Tauchgänge und Kaltwassererfahrung. Für die Bereiche jenseits der Cavern-Zone ist eine Höhlentauch-Zertifizierung nötig.
AusrüstungVor Ort gibt es keinen Verleih. Leihausrüstung vorab über die Tauchschule Sorpesee in Sundern organisieren. Füllungen sind vor Ort möglich.
TauchbedingungenWassertemperatur ca. 7 bis 8 °C. Rund 12 km geflutete Stollen auf zwei Sohlen, die mittlere bis ca. 14 m, die untere bis ca. 30 m tief. Sicht wechselnd: Im Frühjahr drückt die Ruhr Schmelzwasser ins Bergwerk und reduziert die Sicht auf wenige Meter, in entlegeneren Bereichen ist das Wasser klarer. Der Weg zum Einstieg ist steil, die Ausrüstung muss getragen werden.
AnreiseMit dem Auto ins obere Ruhrtal nach Bestwig-Nuttlar.
Tipp über WasserDas Bergwerk ist in Teilen als Schaubergwerk erhalten. Das Besucherbergwerk Schieferbau Nuttlar bietet seit 2026 wieder Führungen durch die trockenen Bereiche an, auf Anfrage und bei Veranstaltungen. Ein Muss für Taucher und Nichttaucher.

FAQ: Tauchen im Bergwerk Nuttlar

Wo liegt das Bergwerk Nuttlar?

Im Bestwiger Ortsteil Nuttlar im Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen, im oberen Ruhrtal im Sauerland.

Kann ich ohne Höhlentauchschein im Bergwerk Nuttlar tauchen?

Ja, im Cavern-Bereich mit Guide. Voraussetzung ist mindestens ein Open-Water-Brevet, dazu zwei getrennte Atemregler, zwei Lampen und Kälteschutz. Der Betreiber empfiehlt 50 Tauchgänge und Kaltwassererfahrung. Die tieferen Bereiche sind Höhlentauchern vorbehalten.

Wie kalt ist das Wasser?

Rund 7 bis 8 °C, das ganze Jahr über. Ein Trockentauchanzug ist üblich.

Wie gut ist die Sicht?

Sie schwankt. Im Frühjahr drückt die Ruhr Schmelzwasser ins Bergwerk, Sedimentwolken reduzieren die Sicht dann auf wenige Meter. In entlegeneren Bereichen ist das Wasser klarer.

Wie tief ist das Bergwerk?

Die mittlere geflutete Sohle reicht bis etwa 14 m, die untere bis etwa 30 m.

Wann kann man in Nuttlar tauchen?

Von April bis November an Wochenenden, jeweils 9 bis 18 Uhr, und nur nach Online-Anmeldung.

Kann ich Ausrüstung leihen?

Nicht im Bergwerk selbst. Leihausrüstung muss vorab bei der Tauchschule Sorpesee in Sundern reserviert werden.

Welche Kurse gibt es in Nuttlar?

Unter anderem den dreitägigen Kurs SSI Limited Mine Diver bzw. TDI Cavern Diver und den viertägigen Kurs SSI bzw. TDI Intro to Mine.

Über die Autoren

Martin Strmiska ist internationaler Unterwasserfotograf mit Schwerpunkt auf Bergwerks-, Höhlen- und technischen Tauchumgebungen (aquasphere.sk). Als CCR-Rebreather-Instruktor bildet er fortgeschrittene Taucher im technischen Bereich aus. Mit dem Level3-Club (level3.club) bietet er eine Plattform für anspruchsvolle Trainings, Expeditionen und Workshops. Alexander Kaßler ist Chefredakteur von TAUCHEN und hat in Nuttlar selbst einen Höhlentauchkurs besucht. Die Fotos stammen von Martin Strmiska und Björn Dorstewitz.

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Dieser Beitrag von Martin Strmiska und Alexander Kaßler erschien in TAUCHEN 02/2026 und wurde für die Veröffentlichung auf tauchen.de redaktionell bearbeitet und angepasst.