Was für ein gruseliger Anblick: ein Himmelsgucker liegt im Sand vergraben (Foto: F. Banfi).

Was für ein gruseliger Anblick: ein Himmelsgucker liegt im Sand vergraben (Foto: F. Banfi).

Die seltsamsten Meerestiere der Welt

Die Ozeane sind voller skurriler Kreaturen! Krebse, die wie Aliens aussehen, Fische, die in Eingeweiden leben und Quallen, die so groß sind, dass sie Fischerboote zum Sinken bringen. Wir stellen Ihnen die seltsamsten Meerestiere der Welt vor!

Unheimliche Riesenkraken, Fische ohne jeden Anstand und Krebse, die so manche Film-Monster in den Schatten stellen – wir zeigen Ihnen die seltsamsten Meerestiere der Welt!

Japanische 
Riesenkrabbe

Mit bis zu 3,7 Meter Spannweite hat eine Japanische Riesenkrabbe beachtliche Ausmaße (Foto: Deutsches Meeresmuseum).

Sie ist gigantisch groß und sie macht einem Angst. Sie fragen sich warum? Dann lassen Sie sich einmal diese Fakten durch den Kopf gehen: Ihr Gewicht kann bis 19 Kilogramm betragen, der Körper hat einen Durchmesser von fast 40 Zentimetern und die Beine – jetzt kommt’s – bringen es ausgestreckt auf bis zu 3,7 Meter Länge. Noch Fragen? Auch interessant: In einigen Ländern sind die Krabben eine Delikatesse.

Schafskopf-Lippfisch

Bei den Schafskopf-Lippfischen tragen die Männchen eine angeschwollene Stirn (Foto: WDR/BBC DER BLAUE PLANET).

Männliche Schafskopf-Lippfische sind mit ihrer markanten Stirn und dem drohenden Gebiss echte Machos – mit einem gut gehüteten Geheimnis: Alte Weibchen gehen nicht etwa in den Ruhestand, nein, sie ziehen sich zurück in eine Höhle und machen eine Verwandlung durch. Die Stirn schwillt an, sie wechseln die Farbe und verlassen das Versteck als kräftiges Männchen!

Igelwurm

Igelwürmer-Weibchen tragen die Männchen in ihrer Gebärmutter (Foto: JKIRKHART35/WIKIPEDIA)

Das grenzt doch schon an Diskriminierung: Manche weibliche Igelwürmer tragen in ihrer Gebärmutter nicht nur Eizellen, sondern auch sogenannte Zwergmännchen. Ihre Aufgabe: für Nachwuchs sorgen, und zwar stetig!

Koboldhai

Seit über 125 Millionen Jahren verstecken sich Koboldhaie in der Tiefsee.

Lange Nase, krumme Zähne, unförmige Gestalt. Dieser Tiefsee-Hai ist wahrlich keine Schönheit, aber dennoch schafft er es immer wieder auf die Cover von Hochglanzmagazinen. Grund: Der Koboldhai hat prähistorische Wurzeln. Seine Art lebte schon vor 125 Millionen Jahren. Außerdem wird dieser Tiefseehai nur selten gesichtet, da er in Tiefen von 300 bis 1300 Metern lebt.

Quastenflosser

Quastenflosser wurden erst im Jahr 1987 entdeckt (Foto: BLANCPAIN, OCEAN COMMITMENT)

Die Quastenflosser zählen zu den lebenden Fossilien. Ihr zeitliches Auftreten reicht 409 Millionen Jahre zurück, ohne dass sie sich stark verändert haben! Der Fisch ist vor allem als Brückentier so faszinierend – denn aus den Quastenflossern entwickelten sich die Lurche, also Landwirbeltiere.

Coleman-Partnergarnelen

Coleman Partnergarnelen leben ihr ganzes Leben auf einem Feuerseeigel (Foto: W. Pölzer).

Sie leben auf Feuerseeigeln und richten sich dort häuslich ein: Coleman-Partnergarnelen knipsen in einem Areal die Stacheln und Füßchen des Seesterns mit ihren Kneifzangen ab, so können sie sich dort besser bewegen. Übrigens leben sie meist als Pärchen ihr Leben lang auf solch einem Feuerseeigel. Zu fressen gibt es Reste, die der Seeigel nicht isst.

Gespensterkrebs

Aliens im Miniformat: Gespensterkrebse auf einem Tangwedel (Foto: W. Pölzer).

Diese furchteinflößenden Minimonster gibt es wirklich: Sie sind robust, tolerieren hohe Schwankungen in der Wassertemperatur und im Salzgehalt. Und haben in unseren Gefilden eigentlich nichts zu suchen. Der Japanische Gespensterkrebs erobert seit den 90er-Jahren die Nord- und Ostsee. Experten sind sich nicht einig, ob sie in Ballasttanks von Schiffen oder als Begleiter der Pazifischen Auster den Weg zu uns gefunden haben.

Glaskopffisch

Dem Glaskopffisch kann man wahrlich beim Denken zusehen! (Foto: 2004, MBARI)

So wie er aussieht, wundert man sich nicht, dass der Glaskopffisch zur Familie der Gespensterfische gehört. Durch die durchsichtige Haube kann der Tiefseefisch fast in alle Richtungen gucken – und nach Quallen Ausschau halten, die er so gern frisst. Die durchsichtige Haube dient dann als Schutz vor den Nesselzellen.

Mondfisch

Der Mondfisch besitzt eine der ungewöhnlichsten Fischformen im Ozean (Foto: F. Banfi).

Wie ein gigantischer Mühlstein schwimmt der Mola Mola gemächlich durchs Meer. Er ist der schwerste Knochenfisch der Welt, es wurden schon Exemplare mit fast drei Tonnen Gewicht gefunden! Damit hat er es nicht ins Guinnesbuch der Rekorde geschafft, dafür aber mit der Tatsache der fruchtbarste Fisch der Welt zu sein: Weibchen können bis zu 300 Millionen Eier in sich tragen!

Riemenfisch

Vorbild für etliche Seeungeheuer-Geschichten: der Riemenfisch (Foto: SANDSTEIN/WIKIPEDIA).

Warum er so heißt? Ein Tipp: Er ist der längste lebende Knochenfisch. Ein echter Riemen eben! Es sind schuppenlose Tiere, bis zu zehn Meter lang, wobei auch schon Exemplare gesichtet sein sollen, die bis zu 17 Meter lang waren. Kein Wunder, dass die alten Seefahrer ihn für ein Seemonster hielten, oder?

Kegelschnecke

Kegelschnecke sehen harmlos aus, haben es aber faustdick hinter der Schale! (Foto: KORA27/WIKIEPDIA)

Jetzt wird’s gefährlich, und zwar richtig. Diese Schnecke sieht harmlos aus, ist aber eine richtige Giftspritze, die auch Menschen gefährlich werden kann. Sie geht mit einem hochtoxischen Nervengift auf Beutezug nach Fischen. Warum besitzt diese Schnecke solch ein potentes Gift? Weil sie sehr langsam ist, da muss jeder „Schuss“ sitzen!

Himmelsgucker

Was für ein gruseliger Anblick: ein Himmelsgucker liegt im Sand vergraben (Foto: F. Banfi).

Was für ein Träumerle! Himmelsgucker liegen mit ihrem recht massigen Körper im Sand vergraben und warten auf Beute. Nur das Gesicht ist im Sand erkennbar. Aber wäre es nicht netter, wenn sie auch mal lächeln würden?

Zigarrenhai

Ganz schön hinterlistig: Zigarrenhaie beißen anderen Meeresbewohnern runde Fleischstücke aus der Haut (FOTO: M. CONRATH).

Nein, Sympathiepunkte gewinnt dieser Hai nicht! Der Zigarrenhai wird im Englischen Cookiecutter Shark genannt, so viel wie Plätzchenstecher-Hai. Und das bezieht sich auf seine Ernährungsweise: Mit seinem messerscharfen Gebiss beißt er mehr oder weniger runde Fleischstücke aus Thunfischen, Haien, Rochen, Walen und See-Elefanten – an diesen Tieren konnten die Narben jedenfalls schon nachgewiesen werden.

Axolotl

Der Axolotl lebt eigentlich im Süßwasser, wir mussten ihn hier aber trotzdem aufnehmen, da er einfach so seltsam ist! (Foto: Herbert Frei).

Er sieht aus wie ein Lurch. Das liegt daran, dass er einer ist, und zwar ein Schwanzlurch. Alexander von Humboldt brachte 1804 das erste Exemplar von Mexiko nach Europa. Er sieht ziemlich knuffig aus, wird bis zu 30 Zentimeter lang und ernährt sich von Insektenlarven, kleinen Fischen und, ganz hemmungslos, auch von Artgenossen. Für die Wissenschaft ist der kleine Kerl hochinterressant, weil er in der Lage ist, nicht nur verlorene Gliedmaßen, sondern auch lebenswichtige Organe wie Herz oder Gehirn nachwachsen zu lassen.

Salpen

Salpen sehen aus wie Quallen, sind aber eine ganz andere Tiergruppe (Foto: P. COLLA).

Falls sie diese Glibber-Kette für Plastikmüll halten, liegen Sie falsch: Bei der frei schwimmende Gelee-Masse handelt es sich um hoch spezialisierte Salpen. Die Manteltiere leben als Kolonie zusammen, wobei die Einzeltiere klare Aufgaben übernehmen: Ernährung, Abwehr oder Fortpflanzung. Also, gehen Sie das nächste Mal etwas behutsamer mit der Glibber-Masse um!

Zottiger Anglerfisch

Mit einer Angel lockt der Zottige Anglerfisch seine Beute vor das Maul (Foto: N. Probst).

Bewegungslos sitzt der Zottige Anglerfisch auf dem Boden, er wartet, bis ein schmackhafter Bissen ihm direkt vors Maul schwimmt. Um die Beute anzulocken schwingt er direkt vor seinem riesigen Gebiss eine Angel mit Köder! Ja, ganz richtig gehört, seine erste Rückenflosse ist zur Rute umgewandelt, an der Hautfetzen einen Wurm imitieren. Dann, in Sekundenschnelle, reißt er sein Kiefer auf und saugt das Opfer ein – ein Entkommen ist aussichtslos!

Seewalzenkrabbe

Seewalzenkrabben leben ihr ganzes Leben auf einer Seegurke (Foto: D. FLEETHAM).

Seegurken sind das Zuhause der nur vier Zentimeter großen Seewalzenkrabbe. Sie passt sich ihrem Untergrund farblich an und ist dann nur mit geschultem Blick zu erkennen. Wenn es ganz brenzlig wird versteckt sie sich sogar im After der Seegurke, hier fühlt sie sich generell sehr wohl, da beim Verdauen des Sandbodens immer auch ein Bissen für sie übrig bleibt. Für uns Menschen ein echt schräges Zuhause, für den kleinen Krebs ist es das Glück auf Erden!

Seenadel

Seenadeln sind perfekt an ihren Lebensraum, den Seegraswiesen, angepasst (Foto: W. Pölzer)

Seegraswiesen sind langweilig? Wohl nur, weil Sie nicht genauer hingeschaut haben! Denn dann hätten Sie vielleicht einen echten Tarnkünstler bei der Arbeit beobachten können: die Seegrasnadel. Die skurrilen Fische stehen bewegungslos zwischen den Grashalmen und warten darauf, dass ein schmackhafter Bissen direkt vors Maul schwimmt.

Bobbit-Wurm

Bobbit-Würmer sehen aus wie Monster aus einem Science-Fiction-Film (Foto: W. Pölzer).

Jetzt wird es fies! Bobbit-Würmer sind zwar schillernde Tiere, aber sympathisch sind sie nicht. Mit ausgeklappten Fangzähnen, die wie ein aufgespanntes Mordwerkzeug aussehen, gehen sie auf die Lauer. Kommt ihnen ein Fisch zu nahe, geht es rasend schnell: Der Fang-
apparat schnappt zu und gleichzeitig verzieht sich der Wurm samt Beute im Sandboden. Dann ist nichts mehr von ihnen zu sehen, bis der knurrende Magen den Wurm wieder an die Oberfläche treibt.

Mimic Octopus

Der Mimic Octopus ist ein echter Tarnkünstler (Foto: J. Bird).

Alle Kraken sind Tarnkünstler, aber der Mimic Octopus ist der König unter ihnen! Er ahmt nicht nur bis zu 15 unterschiedliche „Tarntrachten“ anderer Meeresbewohner nach, er imitiert auch ihr Verhalten und wird dann plötzlich zur Flunder, Seeschlange oder Qualle.

Disko-
Muschel

Die Diskomuschel schlägt Feinde mit Lichtblitzen in die Flucht (Foto: T. EIDENWEIL).

Nein, sie tanzen nicht, aber sie kreieren ein Feuerwerk vom Feinsten. Die blauen Lichtblitze, die von der kleinen Muschel ausgehen, dienen dazu, ihre Feinde davon abzuhalten, sie zu vertilgen. Die Lichtorgie scheint ein Resultat von reflektiertem Umgebungslicht zu sein, das von verschiedenen Teilen des Weichgewebes unterschiedlich reflektiert wird. Dieses Phänomen ist von keiner anderen Tierart bekannt.

Seewespe

Seewespen zählen zu den giftigsten Tieren im Meer (Foto: A. SADEK).

Das Gift einer Seewespe reicht aus, um 250 Menschen zu töten. Sie zählt damit zu den giftigsten Tieren der Welt! Die Würfelquallen sind im Wasser kaum zu erkennen. Durchsichtig schwimmen, ja richtig, sie sind im Gegensatz zu ihren Quallen-Verwandten aktive Schwimmer, gehen sie in Küstennähe auf Beutejagd. Dank ihrer 24 Augen nehmen sie Kurs auf ihre ahnungslosen Opfer. Vor australischen Stränden sind ganze Abschnitte mit Netzen eingezäunt, nicht als Schutz vor Haien, sondern vor ihnen. Sie sind die Könige der Kriegsführung und ihre Nesselkapseln sind ihre chemischen Kanonen!

Großer Fetzenfisch

Der Große Fetzenfisch sieht aus, als wäre er einem Märchenwald entsprungen (Foto: B. Cole).

Er sieht aus, als wenn er sich sehr heftig mit einem deutlich größeren Fisch gefetzt hätte. Das täuscht, denn Fetzenfische sind sehr friedliche Tiere, die vor Australien leben. Ihre Optik dient der Tarnung, denn in den Tangwäldern erkennt ihn keines seiner Lieblingshappen mehr, egal ob Plankton, Fischlarven oder winzige Krebse. Und die witzige Nase? Die ist eigentlich ein Rüssel, mit der „Mr. Fetz“, der zur Gruppe der Seenadeln gehört, seine Beute aufsaugt. Muss er, denn Zähne hat er keine!

Schützenfisch

Schützenfische erlegen ihre Beute mit einem Wasserstrahl (Foto: F. Banfi).

Was für ein rotzfrecher Jäger! Diese ausgebufften Fische sind wahre Kunst-Spucker: Schützenfische spritzen mit einem gezielten Wasserstrahl weit entfernte Insekten und Spinnen von den Blättern, um sie dann im Wasser zu verspeisen. Deshalb werden sie auch umgangssprachlich Spuckfisch genannt. Diese raffinierte Jagdtechnik erfordere ein ähnliches Timing wie die Wurftechnik beim Menschen.

Riesenqualle

Riesenquallen können ganze Fischerboote zum Sinken bringen!

200 Kilogramm schwer, bis zu zwei Meter im Durchmesser – die Qualle Nomura aus Japan schlägt alle Rekorde und bereitet den Fischern große Probleme. Es gibt Gerüchte, nachdem ganze Schwärme in den Netzen schon Boote zum Sinken gebracht haben!

Zungenassel

Zungenasseln haben eine perfide Lebensweise entwickelt (Foto: Von Marco Vinci - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30119814).

Ein ziemlich witziges Tier, außer natürlich für seinen unfreiwilligen Wirt. Denn Zungenasseln heißen nicht umsonst so! Diese Parasiten beißen sich an der Zunge des Wirts, meist Fische, fest, saugen dessen Blut und schneiden ihm so die Blutzufuhr weitgehend ab. Seine Zunge stirbt in der Folge ab. Aber die Asseln sind ganz schön raffiniert: Statt den Tod des Wirts-Fisches in Kauf zu nehmen, der ohne Zunge nicht überleben würde, tun sie so, als wären sie seine Zunge. Mit diesem Ersatz kann der Fisch weiterleben und die Assel behält ihre Nahrungsquelle.

Eingeweidefisch

Der Eingeweidefische hat sich ein ganz spezielles Zuhause ausgesucht! (Foto: Von Etrusko25 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11153454)

Diese Fischart hat sich ein ganz besonderes, ungewöhnliches Versteck im Meer ausgesucht: den After einer Seegurke. Findet der lang gezogene, aalförmige Fisch solch ein Stachelhäuter, sucht er das Körperende auf und dringt mit dem Schwanz zuerst in den Leib der Seegurke ein. Gut geschützt vor anderen Räubern lebt er manchmal sogar sein Leben lang in der dunklen „Höhle“. Er kommt nur raus, um kurz zu fressen. Wird das Nahrungsangebot allerdings knapp, bedient er sich auch einfach an den Eingeweiden der Seegurke und frisst sie von innen auf. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig den Tod der Seewalze, sie kann ihre Eingeweide nachbilden! Ein immer reich gedeckter Tisch also, der immer wieder nachgefüllt wird – wer würde hier nicht gerne leben?

Fangzahn

Was für furchteinflößender Geselle: ein Fangzahnfisch (Foto: Von © Citron, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21522102).

Kieferorthopäden würden sich bei diesem Gesellen die Zähne ausbeißen: Aufgrund seiner langen Beißer kann der Fangzahn sein Maul kaum schließen. Deshalb saugt er seine Beute ein, den Rückweg versperren die Zähne. Der Fangzahn wird bis 18 Zentimeter lang und lebt in der Tiefsee.

Penisfisch

Badende sollten sich vor dem Penisfisch in Acht nehmen! (Foto: Dr. Peter Henderson, PISCES Conservation Ltd lizenziert unter Creative Commons 3.0)

Wer im Amazonas seine Blase im Wasser entleert, könnte die Bekanntschaft mit einem Candirú machen. Dieser Wels wird vom Urinstrahl wie eine Motte vom Licht angezogen und dringt in die Harnröhre ein. Das Opfer hat ohne chirurgische Hilfe keine Chance, ihn zu entfernen, denn der „Penisfisch“ schwimmt immer tiefer Richtung Blase und verankert sich dort mit Dornen im Fleisch des Opfers. 

 

Tiefsee-Anglerfisch

Ein Tiefsee-Anglerfisch-Weibchen mit einem winzigen Zwergmännchen (Foto: Von Andrew Butko, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4914101).

Die Tiefsee ist ein lebensfeindlicher Ort, und es ist einsam da unten, sehr einsam! Damit die Fortpflanzung gesichert ist, haben Tiefsee-Anglerfische eine verblüffende Lösung gefunden: Findet ein Weibchen ein Männchen, verschmelzen die beiden und bleiben für immer beisammen. Das Männchen schrumpft zur Zwergform und dockt an das Weibchen an. Ihr Blutkreislaufsystem verschmilzt miteinander, die Kiefer der Männchen bilden sich zurück, nur sie Sexualorgane bleiben bestehen. Das Weibchen versorgt ihren „Samenspender“ mit Nahrung und bekommt im Gegenzug immer zum richtigen Zeitpunkt Spermien geliefert.

Riesenkalmar

Riesenkalmare leben in der Tiefsee und sind noch kaum erforscht (Foto: José-Manuel Benito Álvarez/Wikipedia).

Auch wenn die fälschlich bezeichneten Riesenkraken wohl kaum ein Schiff versenkt haben, gibt es tatsächlich Kopffüsser mit fußballgroßen Augen und zwölf Meter lange Fangarmen. 2012 gelang es einem japanischen Team erstmals, ein Exemplar zu filmen.

Decorator Crab

Schmücken ihr Haus mit Anemonen und Schwämmen: Decorator Crabs (Foto: F. Banfi).

Was soll ich heute bloß anziehen? Ganz so spontan zieht sich die Deocrator Crab zwar nicht um, aber unbekleidet – also ohne die aufgesetzten und sie schützenden Nesseltiere – sieht man sie nie. Welche Nesseltiere von den verschiedenen Krabben bevorzugt werden, ist übrigens sehr unterschiedlich. Ist gerade mal keine Anemone zur Stelle greifen die Krebse auch auf kleine Feuerseeigel zurück, die sie sich zum Schutz auf den Rücken setzen.

Phronima-Krebs

Der Phronima-Krebs war Vorlage für das Alien-Monster (Foto: David Shale/https://ocean.si.edu/)

Dieser Tiefsee-Bewohner soll die Vorlage für das Science-Fiction-Monster „Alien“ gewesen sein. Der frei schwimmende Krebs sucht sich eine Salpe, bohrt diese an und weidet sie schließlich aus. Nur die Hülle des Manteltieres bleibt übrig. In diese Hülle legt der Tiefsee-Krebs seine Eier - er funktioniert die leere Salpenhülle quasi zum Kinderhort um!

Vampir-Tintenfisch

Vampir-Tintenfische leben versteckt in der Tiefsee (Foto: Von © Citron, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10421043).

Rote Farbe, gezackte Flossen, strahlend blaue Augen. Der Vampir-Tintenfisch wurde vor knapp 100 Jahren während der ersten deutschen Tiefsee-Expedition entdeckt und ist vermutlich 300 Millionen Jahre alt. Zwischen seinen Armen spannt sich eine Haut wie ein Umhang, damit umschließt er seine Beute – Dracula lässt grüßen!

Bachflohkrebs

Manche Bachflohkrebse sehen aus wie Urzeit-Tiere (Foto: A. NEKRASOV).

Sympathisch geht anders: Mit Stacheln bewehrt sieht diese Bachflohkrebsart aus dem Baikalsee aus wie ein urzeitliches Monster. Die bis zu zehn Zentimeter langen Krebse übernehmen eine sehr wichtige Rolle im tiefsten See der Welt: Sie sind quasi die Müllabfuhr und kümmern sich ums Reinemachen – sie fressen tote Tiere.