Die neue TAUCHEN Januar Ausgabe ist da!
Tauchen in Alter: Gar kein Problem, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Tauchen in Alter: Gar kein Problem, wenn man ein paar Dinge beachtet. © Foto: Wolfgang Pölzer

Tauchen im Alter: Bin ich zu alt zum Tauchen?

Tauchen ist nicht unbedingt eine Frage des Alters – auch mit 80 Jahren spricht nichts dagegen, wenn es keine sportmedizinischen Bedenken gibt. Worauf Ü-70-Taucher achten sollten, erläutert das TAUCHEN-Medizinerteam.

Schaut man sich Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung an, stellt man fest, dass mitteleuropäische Menschen eine immer längere Lebenserwartung haben und dadurch der Anteil der Älteren stetig zunimmt. Viele sind auch im höheren Lebensalter noch sportlich sehr aktiv, und so ist es wenig verwunderlich, dass man auch bei Tauchsafaris immer mehr rüstige Rentner sieht. Bereits mit dem 40. Lebensjahr hat man ein Alter erreicht, bei dem die Untersuchung zur Tauchtauglichkeit jährlich empfohlen wird. Sollte das Tauchen ab einem gewissen Alter besser beendet werden? Unser (inzwischen auch nicht mehr ganz junges) Medizinerteam gibt hierzu Auskunft.

Tauchen im Alter: Der Körper verändert sich

Ein wichtiger Punkt vorweg: Altern ist keine Krankheit. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass es mit zunehmendem Alter zu verschiedenen Änderungen des Körpers kommt: So verliert der Körper jenseits des 30. Lebensjahres zunehmend an Muskelmasse, falls kein spezielles Training durchgeführt wird. Der Stoffwechsel wird langsamer und es kommt zu geringeren Trainingseffekten. Ab der fünften Lebensdekade nimmt die Häufigkeit von Erkrankungen deutlich zu. Ein zu hoher Blutdruck und beginnende Arteriosklerose können oft schon nachgewiesen werden. Zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr nehmen die körpereigenen Fettreserven um durchschnittlich zwei Kilogramm zu. Dabei verändert sich das Körpergewicht meist nur unwesentlich, da gleichzeitig die Muskelmasse weiter reduziert wird. Auch Erkrankungen des Stoffwechsels wie Altersdiabetes treten vermehrt auf. Im weiter fortschreitenden Alter folgen häufig Veränderungen der Gelenke, und die Knochen werden poröser. Die Sinneswahrnehmungen verschlechtern sich und es kommt zu Altersfehlsichtigkeit sowie häufig auch zu Altersschwerhörigkeit. Abgesehen von diesem körperlichen Umbau nimmt auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns ab. Dies zeigt sich in einer verminderten Leistung des Kurzzeitgedächtnisses.

Wer hat nur die Ausrüstung enger genäht? Mit dem Alter nimmt die Muskelmasse ab und der Körperfettanteil häufig zu. Foto: Wolfgang Pölzer

Wer hat nur die Ausrüstung enger genäht? Mit dem Alter nimmt die Muskelmasse ab und der Körperfettanteil häufig zu. Foto: Wolfgang Pölzer

Aus diesen Gründen wird von der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin eine jährliche Beurteilung der Tauchtauglichkeit für Personen ab dem 40. Lebensjahr unbedingt empfohlen. Diese beinhaltet auch zwingend eine Untersuchung der Leistungsfähigkeit mit Hilfe eines Belastungs-EKGs, während diese bis zum 40. Lebensjahr nur bei bestehenden Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems notwendig ist. Die Änderungen der Kreislauffunktion im höheren Lebensalter sind auf Veränderungen der Struktur der Gefäßwände und der Herzmuskulatur zurückzuführen. Durch den Umbau der Gefäßwände und durch arteriosklerotische Veränderungen werden die Arterien zunehmend steifer. Hierdurch kommt es meist zu erhöhten Blutdruckwerten und einer größeren Belastung des Herzens. Da sich aber auch die Struktur der Herzmuskulatur mit der Zeit verändert, nimmt die Leistungsfähigkeit im Alter insgesamt ab. Diese Veränderungen treten nicht plötzlich auf, sondern sind ein langsam fortschreitender Prozess. Die betreffende Person bemerkt die fehlende körperliche Belastbarkeit daher oftmals erst spät.