Archäologen des Wrackmuseums in Stockholm haben ein Schiffswrack untersucht, das möglicherweise das älteste bekannte Kraweelschiff aus dem Norden ist. Vorläufige Datierungen deuten darauf hin, dass das Schiff in den 1480er oder möglicherweise in den 1460er Jahren gebaut wurde. Besonders bemerkenswert ist die Bauweise des Wracks, die im Gegensatz zu den damals vorherrschenden Klinkerschiffen steht. Das Schiff wurde in der Kraweel-Bauweise konstruiert. Bei dieser Bauweise werden die Planken Kante an Kante auf einem Rahmen platziert, um einen glatten Rumpf zu bilden.
Diese Bauweise ermöglichte den Bau stärkerer und größerer Schiffe. Viele Forscher gehen davon aus, dass die Einführung dieser Bauweise eine Reaktion auf die Einführung von Kanonen auf Schiffen im 15. Jahrhundert war. Um Artillerie an Bord zu haben, waren die Schiffe stabil und langlebig. Außerdem hatten sie einen Rumpf, der stark genug war, um feindlichem Kanonenfeuer standzuhalten.
Das Wrack liefert heute wertvolle Einblicke in die Seefahrtsgeschichte des Ostseeraums. Die Entdeckung ergänzt frühere Funde nordischer Handelsschiffe und zeigt, dass der Schiffbau schon damals sehr fortschrittlich war. Für Taucher und maritime Archäologen bietet das Wrack zudem spannende Möglichkeiten, alte Techniken direkt vor Ort zu studieren.
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