Interviews

Kurzinterview Scubapro – Thema Verpackungen


Tauchen mit Nastassja Hoffmann, Product Manager Associate 

1.     Wann habt ihr bei euren Verpackungen angefangen, auf Plastik zu verzichten?

Bereits vor rund 14 Jahren hat unser Produktmanager Niklas Stoss für seine Produktkategorie angefangen von kleinen Plastiktüten mit einer Header Card auf sogenannten Key Cards umzustellen. Hier sind die Produkte ohne Plastiktüte an einer Kartonage befestigt. Wenn es möglich war, wurde und wird bereits in der Entwicklung darauf geachtet, plastikfreie oder wiederverwertbare Verpackungen zu entwerfen, wie beispielsweise schon bei Lampen oder Messern.

2.     Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Der Gedanke ist ja heute unumgänglich und bereits zu Zeiten von Seemann haben wir begonnen über Verbesserungen im Bereich Verpackungen nachzudenken. Bei einem Gang durch unser Lager zeigte sich damals, dass viele Produkte zwar so verpackt waren, dass sie vor äußeren Einflüssen geschützt waren, die Verpackung aber leider nicht immer nachhaltig war. Zum Ziel wurde es somit Verpackungen zu entwickeln, die gleichzeitig schützend, optisch ansprechend und nachhaltig sind. So entstand das langfristige Projekt der Umsetzung aller Produkte zu nachhaltigen Verpackungen, welches natürlich noch lange nicht beendet ist.

3.     Findet der Verzicht auf Plastik auch in Amerika statt?

Dieses Scubapro Projekt ist ein globales Projekt. Unser Produktteam arbeitet an Produkten, die für den weltweiten Markt bestimmt sind und dazu gehört auch die Verpackung. Also ja, die Reduzierung von Plastik wird auch auf dem amerikanischen Markt umgesetzt.

4.     Ist das Verpacken ohne Plastik teurer oder aufwendiger? 

Ein klares Ja! Zunächst einmal ist Plastik um ein Vielfaches günstiger und flexibler, d.h. mit verhältnismäßig kleinem Aufwand lässt sich jede beliebige Verpackung herstellen, die zum einen optisch ansprechend ist und zum anderen das Produkt optimal schützt. Einen umweltfreundlichen Rohstoff zu finden, der diese Kriterien gleichermaßen erfüllt, stellt uns vor große Herausforderungen. Die Suche nach geeigneten Materialen die sowohl die umweltfreundlichen als auch die wirtschaftlichen Faktoren erfüllt, gestaltet sich nicht immer unkompliziert. Deshalb benötigt es auch seine Zeit, bis dieses Projekt für ein komplettes Sortiment umgesetzt ist.

5.     Welche Kriterien muss eine Verpackung erfüllen?

  • Zunächst einmal sollte eine Verpackung das Produkt vor äuĂźeren EinflĂĽssen wie Schmutz und Feuchtigkeit schĂĽtzen.
  • Des Weiteren sollte sie aus umweltschonenden Materialien aus nachhaltigen Ressourcen hergestellt sein, die wieder dem Recyclingkreislauf zugefĂĽhrt werden können oder sie sollte wiederverwendbar sein (z.B. Schutztaschen oder -boxen).
  • DarĂĽber hinaus sind wir der Meinung, dass ein Verpackungsmaterial nicht aus einem Lebensmittelrohstoff hergestellt werden sollte. Lebensmittelknappheit ist ein weltweites Problem, deshalb möchten wir keine Verpackungen verwenden, die beispielsweise aus Mais hergestellt werden.
  • Weiterhin muss man berĂĽcksichtigen, Flächen und Rohstoffe sinnvoll einzusetzen, damit diese auch langfristig nutzbar und verfĂĽgbar sind. Das bedeutet, dass auch die BerĂĽcksichtigung der nachhaltigen Flächennutzung in den Herkunftsländern in die Ăśberlegungen mit einbezogen werden muss.
  • Auch bei, auf den ersten Blick, umweltfreundlichen Materialien muss auf einen nachhaltigen Herstellungsprozess und einen möglichst geringen ökologischen FuĂźabdruck geachtet werden.

6.     Wie kommt das neue Verpackungsprinzip bei den Kunden an?

Unsere Kunden nehmen in allen Regionen die Veränderungen sehr positiv auf. Natürlich gibt es an der ein oder anderen Stelle auch kritische Kommentare, beispielsweise im Bezug auf die Handhabung von Verpackungen. Aber Kritik ist immer hilfreich die aktuellen Wege zu überdenken, bessere Lösungen zu finden und uns ständig zu optimieren.

7.     Was tut Scubapro noch im Bereich Nachhaltigkeit?

Wir haben vor einigen Jahren Scubapro Cares ins Leben gerufen. Nachhaltige Verpackungen ist nur ein Bereich von vielen in diesem Programm.
Ganz oben steht das Produkt selbst. Wir verwenden hauptsächlich qualitativ hochwertige Materialien bei der Produktentwicklung. Dies macht unser Produkt manchmal zwar auf den ersten Blick etwas teurer, aber unser Ziel ist es, langlebige und somit nachhaltige Produkte anzubieten, denn das umweltfreundlichste Produkt ist das mit der höchsten Lebensspanne.

Um nur einige Beispiele zu nennen:

  • Wir haben Reparatur Kits fĂĽr Atemregler, die mehr als 50 Jahre alt sind. Die Regler können ĂĽber einen langen Zeitraum getaucht werden und mĂĽssen nicht weggeworfen werden.
  • 2001 haben wir unseren S600 Atemregler auf den Markt gebracht. Auch 19 Jahre nach der Entwicklung, kann der Regler mit ein paar kleinen Teilen auf den neusten, technischen Stand gebracht werden.
  • Bei unserem Hydros Jacket oder auch der neuen D-Maske kann vor Ort jedes einzelne Teil ausgetauscht und / oder repariert werden.
  • Einige unserer AnzĂĽge (z.B. Everflex 3/2) sind bereits aus natĂĽrlichem und nachhaltig angebautem Kautschuk hergestellt, und wir arbeiten daran dies auf weitere Modelle auszuweiten.

Weitere Projekte von Scubapro Cares sind die Unterstützung von Umweltprojekten wie zum Beispiel der Deutschen Meeresstiftung, Fish Act, Yaqu Pacha oder dem Baltic Sea Heritage Rescue Project und die Förderung von Umweltbotschaftern wie beispielsweise Ozeankind e.V..

8.     Was glaubt ihr, wird es in Zukunft auch Tauchausrüstung aus recyceltem Material geben?

Wir glauben es nicht nur, wir wissen es auch, da es schon die Realität ist. Rash Guards, viele Teile von Neopren Anzügen und auch Taschen sind schon aus recycelten Materialen hergestellt. Die Entwicklung und der Einsatz von recycelten Materialien schreiten voran und wir wissen, dass auf allen Ebenen geforscht und getestet wird. Der einzige Punkt, der den Prozess etwas langsamer laufen lässt, sind die Kosten die mit der Entwicklung und Umsetzung einhergehen. Aber auch hier wird man zukünftig sicherlich gute Lösungen finden und wir freuen uns Teil dieser Bewegung zu sein.

Fazit:

Wichtig ist uns, dass unsere Kunden wissen, dass wir täglich an einem nachhaltigeren Produkt arbeiten. Wir sind noch nicht perfekt, denn solch eine Umsetzung geht nicht von heute auf morgen, da auch die Alternativen auf ihre Nachhaltigkeit geprüft werden müssen. Aber unser Ziel ist es, unser gesamtes Sortiment nachhaltig auszurichten und das so zeitnah wie möglich. Das ist unsere Vision, denn wir wollen das schützen, was wir jeden Tag so gerne über und unter Wasser sehen und erleben.

Weitere Informationen unter: www.scubapro.eu