Die neue TAUCHEN Oktober Ausgabe 2017.
Meeresbiologin Sonia Valladares in Aktion: Die Dokumentation der Schildkröten-Population rund um Coco Bodu Hithi gehört zu ihrem Job.

Meeresbiologin Sonia Valladares in Aktion: Die Dokumentation der Schildkröten-Population rund um Coco Bodu Hithi gehört zu ihrem Job. © Foto: Sascha Tegtmeyer

Meeresbiologin Sonia Valladares im Interview: „Jeder kann etwas zum Schutz der Riffe tun!“

Sonia Valladares ist Meeresbiologin auf der kleinen Malediven-Insel Coco Bodu Hithi. Sascha Tegtmeyer hat für TAUCHEN vor Ort mit der Wissenschaftlerin über die Problematik der Korallenbleiche, die Herausforderungen des wachsenden Tourismus im Inselstaat und die Rolle der Urlauber bei der Rettung der Unterwasserwelt gesprochen.

Was macht für Dich die Arbeit als Marinebiologin auf den Malediven und vor allem auf der Insel Coco Bodu Hithi so besonders?

Die Malediven sind ein Inselstaat, dessen Territorium zu 99% mit Wasser bedeckt ist und besitzt eines der weltweit reichsten marinen Ökosysteme: Die Korallenriffe hier sind der perfekte Arbeitsplatz für eine Meeresbiologin. Die Riffe sind das größte Biodiversitäts-Ökosystem auf der Erde und bilden den Lebensraum für Tausende von Fischarten, wirbellose Tiere wie Muscheln, Hummer, Garnelen und Seesterne, aber auch Haie, Rochen und Meeresschildkröten.

Die Insel Coco Bodu Hithi ist im Nord-Male-Atoll gelegen. Sie ist ein großartiger Ort, wo man leicht dieses alltägige Meerleben beim Schnorcheln entdecken kann. Rund um die Insel und in der Nähe gibt es schöne Riffe mit bunten und gesunden Korallen. Und es ist möglich, täglich Meeresschildkröten und Riffhaie zu sehen.

Darüber hinaus haben wir die erstaunlichen Mantarochen. Sie besuchen ein Riff in der Nähe von Bodu Hithi jedes Jahr in der Zeit von Dezember bis April. Der leichte Zugang zum maritimen Leben hier im Atoll ist wirklich praktisch, um meine Feldarbeit umzusetzen und um Daten für die Hauptforschungsprogramme zu sammeln, mit denen ich zusammenarbeite. Aber auch natürlich auch einfach, um eine erstaunliche Unterwassererfahrung zu genießen.

Trauminsel Coco Bodu Hithi: Kein schlechter Arbeitsplatz für eine Meeresbiologin. Foto: Sascha Tegtmeyer

Trauminsel Coco Bodu Hithi: Kein schlechter Arbeitsplatz für eine Meeresbiologin. Foto: Sascha Tegtmeyer

Was sind die Themen, an denen Du hier in Bodu Hithi arbeitest? Wie ist dein üblicher Tagesablauf?

Meine Arbeit beinhaltet Korallenriff-Ökologie und dessen Schutz und Erhaltung. Ich verbringe einen Großteil meiner Arbeitszeit im Wasser beim Schnorcheln und Tauchen. Da sind schon viele Freunde und Kollegen neidisch. Ich bin zuständig für die Überwachung des Korallenriffs rund um die Insel. Das Ziel dabei ist, den aktuellen Status der Korallen zu beurteilen, Maßnahmen zur Wiederherstellung des Korallenriffs zu ergreifen wie beispielsweise Korallenrotationen oder Korallen-Gärtnereien anzulegen und Riff-Aufräumarbeiten zu starten, um das Riff gesund zu halten und Daten für die wichtigsten Forschungsprogramme zu sammeln.