Fehmarnsundbrücke vom Wulfener Hals aus

Fehmarnsundbrücke vom Wulfener Hals aus © S. Möller/Wikipedia

Anklage nach Tauchunfall vor Fehmarn erhoben

Fast genau ein Jahr nach dem tragischen Tod von zwei jungen Tauchanfängern auf Fehmarn hat die Staatsanwaltschaft Lübeck Anklage gegen den ehemaligen Leiter der Tauchschule und dessen Sohn erhoben

Den beiden Männern wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft im Gespräch mit der NDR1 Welle Nord in Kiel. Am 16. Juli 2010 war der 20jährige Sohn des Tauchbasis-Besitzers mit sechs Kursteilnehmern zu einem Schnuppertauchgang gestartet. 50 Meter vor dem Wulfener Strand war die Anfänger-Gruppe nach den Ermittlungen der Polizei abgetaucht. Bei trüber Sicht verlor die Gruppe dann in etwa 2,5 m Tiefe den Kontakt zueinander. Zwei der Teilnehmer kehrten nicht mehr an die Oberfläche zurück. Ein zehnjähriger Junge aus Guxhagen in Hessen wurde nach 20 Minuten im Wasser treibend gefunden. Das zweite Tauchopfer verstarb im Krankenhaus, nachdem die Ärzte eineinhalb Wochen lang um das Leben der 16jährigen aus Marburg gekämpft hatten. Laut Anklage hat der Tauchbasisbesitzer seinen Sohn mit der Durchführung des Tauchgangs beauftragt, obwohl er wusste, dass dieser dafür nicht qualifiziert war und die Wetterbedingungen nicht gut waren. Außerdem spricht ein Gutachter laut Anklage von einer fehlerhaften Ausstattung bei den Tauchausrüstungen. Ein technischer Defekt soll nach Informationen der NDR1 Welle Nord  aber nicht die Ursache für den Tauchunfall gewesen sein. Der Prozess soll vor dem Jugendschöffengericht in Oldenburg/Holstein geführt werden. Jörg Wilhelmy/NDR1 Welle Nord