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Sehen aus wie Hartkorrallen, sind aber Schwämme. Die „Felsen-Schwämme“

Sehen aus wie Hartkorrallen, sind aber Schwämme. Die „Felsen-Schwämme“ © Foto: Oceana

Ausgestorben geglaubte Schwämme entdeckt

Forscher der Universität Madrid haben im Mittelmeer ein Riff voller längst ausgestorben geglaubter Schwämme entdeckt. „Schwamm-Jurassic Park“ nannte die Umweltorganisation Oceana den Fund. Die Wissenschaftler fürchten jetzt um die Zerstörung des einzigartigen Riffs.

Betauchen wird man den Schwamm-Jurassic Park leider nie können. Soviel schon einmal vorneweg. Denn mit 760 Meter Tiefe bleibt das Riff wohl doch eher den Forschungsbooten vorenthalten. Nichtsdestotrotz ist die Entdeckung der spanischen Forscher sensationell!

Auf einem Seerücken zwischen Valenica und Ibiza sollte eigentlich nach einer Bohrstelle für Kohlenwasserstoffe gesucht werden. Gefunden haben die Wissenschaftler allerdings ein Riff voller prähistorischer „Felsen-Schwämme“. Bis zu anderthalb Meter hohe Schwämme wurden von dem Tauchroboter Oceana Ranger bei der Expedition entdeckt. Die spezielle Art ist besonders für ihre harte, unbiegsame Struktur bekannt. „Das Skelett besteht aus Silica, einem Material ähnlich dem, das in Fensterglas verwendet wir“, erzählt Dr. Manuel Maldonado, Schwamm Spezialist vom Blanes Zentrum für angewandte Forschung. Sein Forschungszentrum kollaborierte für die Veröffentlichung der Studie seines Fundes mit dem spanischen Institut für Ozeanographie. „Wir glaubten dieser spezielle Schwamm sei bereits seit Millionen von Jahren ausgestorben. Gleichzeitig mit dem Aussterben der Dinosaurier.“ Maldonado ist entzückt. „Nur etwa 5 % des Schwammes ist tatsächlich lebendes Gewebe. Der Rest ist, naja, eben wie ein Stein.“

Silica-Schwämme gelten als extrem selten. Die wenigen bekannten Arten wurden bisher in tropischen Gewässern und im Ost-Pazifik entdeckt. Die bekannten Arten waren nicht mehr in der Lage Formationen und Riffe, wie in der Entdeckten Kolonie, zu bilden. Das macht den Fund umso spektakulärer. „Wir müssen diese einzigartige Entdeckung dringen konservieren. Durch die Erschließung der Vorkommen der Kohlenwasserstoffe im Meeresgrund ist das Riff stark gefährdet“, sagt Ricardo Aguilar von der Umweltorganisation Oceana. Obwohl Spanien erst kürzlich verbesserte Umweltschutzauflagen herausgegeben hatte, sind Plätze wie die Fundstelle noch nicht geschützt. „Es liegt an der Regierung, nun zu handeln und sie in das Schutzprojekt Life + Indemares mit aufzunehmen.“