12_2018_tauchen
Winzige fluoreszierenden Polypen von Fingerhutquallen in der Quallenzucht

Winzige fluoreszierenden Polypen von Fingerhutquallen in der Quallenzucht

Berliner Zoo-Aquarium feiert 100. Geburtstag

Das Berliner Zoo-Aquarium blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Heute ist es unter anderem für seine äußerst erfolgreiche Quallenzucht bekannt

Der älteste Fisch der Welt wurde 152 Jahre alt und war ein Stör. Wäre er als junger Fisch am 13. August 1913 bei der Eröffnung des Zoo-Aquariums in einem der Becken herumgeschwommen, könnte er heute ein letzter Zeuge der Anfangsjahre sein. Er hätte erlebt, wie das Meerwasser aus der Nordsee nach Berlin verschifft und von der Feuerwehr vom Landwehrkanal in den Zoo gepumpt wurde. In den goldenen 20er-Jahren, wäre er Teil des „artenreichsten Aquariums der Welt“ gewesen. Doch leider hätte er bis heute trotz artgerechter Haltung nicht überlebt, denn im Zweiten Weltkrieg zerstörte am 24. November 1943 eine Luftmine das größte Aquarium Deutschlands. Fast alle Tiere starben.

Wiederaufbau in den 50er-Jahren
Das erste Leben kehrte 1952 zurück. Die ersten Fische schwammen im restaurierten Aquarium im ersten Stock, gefolgt von Reptilien im zweiten, Amphibien und Insekten im dritten. Ein Erweiterungsbau Ende der 70er-Jahre gab dem Aquarium sein heutiges Gesicht und bietet Platz für über 1000 Arten. Früher waren es mehr, aber heute steht nicht mehr das Ziel das „artenreichste lebende Museum“ der Welt zu sein im Mittelpunkt, sondern Zucht, Forschung, Naturschutz und Bildungsauftrag. Besonders für Kinder gibt es tolle Angebote, um ihr Interesse für die UW-Welt zu wecken.

Nicht einfach nur Salzwasser …
Mit großem und modernstem technischen Aufwand bietet das Aquarium jedem Fisch einen möglichst artgerechten Lebensraum und Pflege. Das Meerwasser wird aus 76 verschiedenen Salzen hergestellt, im Keller wird pflanzliches und tierisches Plankton gezüchtet.

Zuchterfolge können Riffe schützen
Einzigartig in ihrer Vielfalt ist die Quallenzucht. Über 25 Arten konnten bisher vermehrt werden, davon allein mehr als zehn im letzten Jahr. Auch bei Meeresfischen und Korallen gelangen viele Weltpremieren. Die Zuchterfolge sind auch ein direkter Beitrag zum Naturschutz, denn sie entlasten die Riffe: Jede gezüchtete Koralle und jeder Fisch muss nicht mehr einem Korallenriff entnommen werden. Das unterscheidet das Berliner Zoo-Aquarium von vielen anderen Schauaquarien, die oft nur Tiere möglichst spektakulär präsentieren möchten.