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Delphine stranden auch wegen der zunehmenden Lärmverschmutzung in den Ozeanen. Das EU-Parlament spricht sich gegen die Verlärmung der Ozeane aus

Delphine stranden auch wegen der zunehmenden Lärmverschmutzung in den Ozeanen. Das EU-Parlament spricht sich gegen die Verlärmung der Ozeane aus

EU-Parlament gegen die Verlärmung der Ozeane

Neue wissenschaftliche Studien beweisen: Unterwasserlärm schadet Meeressäugern. Jetzt liegt dem EU-Ministerrat ein Gesetz vor, das die Ölsuche mit Unterwasser-Sonargeräten erschwert

Das EU-Parlament beschloss Anfang Oktober 2013, dass für die Ölsuche mit Unterwasser-Sonar in Zukunft Umweltverträglichkeitspüfungen durchgeführt werden müssen. Damit soll der Unterwasserlärm reduziert werden, der für viele Meeresbewohner eine Gefahr darstellt.
„Dies ist eine dringend notwendige Entscheidung. Die Öl-Exploration mit Sonar in europäischen Gewässern nimmt zu und bedroht immer stärker gerade die Meeressäuger“, so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW-Deutschland.
Umweltschutzorganisationen wie OceanCare, NRDC (Natural Resources Defense Council) und IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) kämpfen seit Jahren für eine Reduzierung des Unterwasserlärms. Erst kürzlich genehmigten Griechenland und Kroatien groß angelegte seismische Untersuchungen in ihren Gewässern.
Allein in den letzten zwei Wochen erschienen zwei wissenschaftliche Studien (eine vom IWC und eine im Magazin Nature), die die schädlichen Auswirkungen von intensivem Unterwasserlärm auf Wale, Delphine und sogar Schalentiere belegen.
„Ein unabhängiges Gremium konnte den Zusammenhang zwischen Unterwasserlärm und einer Massenstrandung von Breitschnabeldelphinen 2008 auf Madgaskar beweisen“, so Dr. Sonntag weiter. „Der IFAW war damals an der Rettungsaktion beteiligt und musste das unbeschreibliche Leiden der Delphine mitansehen. Die heutige EU-Entscheidung ist ein wichtiger Schritt im Kampf um die Meeresbewohner.“

Die Entscheidung des EU-Ministerrates über das Inkrafttreten des Gesetztes wird in den nächsten Wochen erwartet. Wir bleiben am Ball und werden berichten. Weitere Infos findet ihr auf www.ifaw.de