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Fischfang in der Nordsee )Symbolbild).

Fischfang in der Nordsee )Symbolbild). © Foto: Pixabay

Europäisches Parlament stoppt Überfischung der Nordsee-Fischgründe

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments haben heute in der Plenarsitzung über den Mehrjahres-Nordsee-Verwaltungsplan für Fischarten am Meeresboden abgestimmt. Der Plan bezieht sich auf fast ein Drittel aller Fangmengen in EU-Gewässern, darunter Dorsch, Schellfisch, Wittling, Seezunge, Scholle und der Norwegische Hummer.

Das Europäische Parlament hat entschieden, einen Plan einzuführen, der wirkliche nachhaltige Fanggrenzen und den Schutz von Gebieten zur Erholung der Fischbestände verlangt, um so der Überfischung der Region wirksam ein Ende zu setzen. „Das Europäische Parlament hat heute echtes Engagement für den nachhaltigen Fischfang bewiesen, indem es in der Plenarsitzung für einen stabilen, langfristigen Verwaltungsplan für die Nordsee gestimmt hat. Der Plan kann eine große Vielfalt von Fischarten sichern und als Beispiel für zukünftige Fischerei-Managementpläne dienen“, sagte Lasse Gustavsson, leitender Direktor von Oceana in Europa. „Nun fordern wir, dass die EU-Fischereiminister dem folgen und keine leeren Versprechungen machen, wenn es um den Erhalt natürlicher Ressourcen geht, die uns allen gehören. Die Politiker müssen endlich der Überfischung ein Ende setzen und sicherstellen, dass sich die Bestände erholen“, ergänzte Gustavsson.

Die Nordsee beherbergt einige der größten Fischgründe Europas

In der Nordsee befinden sich mehrere der größten Fischgründe Europas mit jährlichen Fangmengen von 1,3 Millionen Tonnen. Aber fast die Hälfte der Fischbestände in der Nordsee sind überfischt, auch die von Schellfisch und Wittling. Wissenschaftler schätzen, dass die Fischbestände, wenn sie einem nachhaltigen Management unterliegen, in den nächsten zehn Jahren weitere 1,45 Millionen Tonnen Fisch jährlich produzieren können. Beispielsweise ließen sich die Fangzahlen bei Schellfisch und Dorsch um 400% steigern. Die Europäische Union ist gemäß der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) gesetzlich verpflichtet, ihre Fischbestände wieder aufzubauen und die Überfischung bis 2020 zu beenden.

In diesem Zuge auch Ostseeplan verbessern

Einige weitere Interessenorganisationen wie Oceana fordern ehrgeizigere und stabilere Pläne, die die Mängel des Ostseeplans beseitigen, der immer noch Überfischung erlaubt. Als nächstes wird der Plan zwischen dem Europäischen Parlament, dem Ministerrat und der Europäischen Kommission in einem sogenannten Trialog verhandelt, und Oceana drängt die drei europäischen Institutionen, sich auf den Plan zu einigen, der Nachhaltigkeit bedeutet. Parallel zur politischen Arbeit haben Meeresbiologen von Oceana die Wichtigkeit der Nordsee für die Biodiversität im Meer sowie für die Fischerei hervorgehoben und kürzlich eine zweimonatige Expedition über 8700 km in den Gewässern von Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Großbritannien abgeschlossen.