Getöteter Finnwall in Island aus dem vergangenen Jahr – der Fang von Finnwalen lohnt sich nicht mehr. Foto: WDC

Getöteter Finnwall in Island aus dem vergangenen Jahr – der Fang von Finnwalen lohnt sich nicht mehr. Foto: WDC

Finnwal vorerst geschützt: Island beendet Jagd

Gute Nachrichten aus Island: Der Finnwal wird in islänidschen Gewässern in diesem Sommer nicht gejagt, berichtet die örtliche Presse. Tierschützer feiern einen Erfolg. Die Hintergründe lesen sie hier auf TAUCHEN.de.

Die Finnwale vor Island sind in diesem Jahr gerettet! Zu verdanken haben die Finnwale ihre Rettung allerdings nicht dem Tierschutz, sondern den wirtschaftlichen Interessen des einzigen Finnwalfängers Islands, Kristján Loftsson. Der Walfänger gibt die Jagd auf: Im Meer um Island werden zur Jagdsaison im Sommer in diesem Jahr keine Finnwale gefangen. Tier- und Meeresschutzorganisationen wie die internationale Walschutzorganisation WDC sind erfreut über diese Entscheidung.

Wirtschaftliche Interessen retten den Finnwal

Walfänger Loftsson begründet diesen Schritt jedoch nicht mit neuentdeckter Tierliebe, sondern wirtschaftlichen Interessen: Man habe enorme Schwierigkeiten, das Walfleisch nach Japan zu transportieren. Daran wiederum sind die Tierschützer involviert: Massive Proteste von Wal-Sympathisanten hatten Loftsson und sein Walfangunternehmen dazu gezwungen, auf teurere Routen auszuweichen, um das Walfleisch nach Japan zu bekommen.

Außerdem berichtete Kristján Loftsson in einem Interview, dass die japanischen Behörden mit veralteten Testmethoden für das Walfleisch den Verkauf auf dem japanischen Markt enorm behinderten. Loftsson berichtet von schwierigen Marktverhältnissen in Japan. Wenn er gewusst hätte, wie kompliziert der japanische Markt für Walfleisch sei, hätte er im Jahr 2009 nicht mehr mit der Jagd von Finnwalen angefangen.

Rettung des Finnwals nur von vorläufiger Natur?

Die Rettung des Finnwals in isländischen Gewässern ist allerdings möglicherweise nur von vorläufiger Natur, da die Einstellung des Fangs auf Unwirtschaftlichkeit und nicht auf einen verbesserten Tierschutz zurückzuführen ist. Der WDC ist optimistisch: „Wir begrüßen diese längst überfällige Entscheidung sehr. Es ist ein Sieg der Vernunft und wir hoffen nun, dass der Fangstopp auch über diesen Sommer hinaus Gültigkeit hat“, erklärt Astrid Fuchs, die Programmleiterin bei WDC ist. Es scheine, dass Kristján Loftsson endlich verstanden habe, dass es für keine Zukunft für den Walfang gebe. „Das Ende des kommerziellen Walfangs ist heute ein Stück näher gerückt“, so Fuchs.

Hvalur hf, die Walfangfirm von Loftsson, hatte zuletzt im vergangenen Jahr die Quote für den Fang von Finnwalen voll ausgeschöpft, indem 155 Finnwale gefangen und getötet wurden. Die Quote wurde damit ein weiteres Mal seit der Wiedereinführung des kommerziellen Fangs von Finnwalen 2009 erreicht. Island stand deshalb schon dauerhaft in der Kritik. Eine eskalierende Bejagung und der immer weiter ausufernde Handel mit dem Fleisch der bedrohten Finnwale brachten dem Atlantikanrainer schon länger internationalen Gegenwind ein. Allein im Jahr 2014 führte die Walfänger Loftsson mit Hvalur hf die riesige Menge von 2.000 Tonnen Walfleisch aus vom bedrohten Finnwal aus – ein Jahr später waren es zwar weniger, aber immernoch die riesige Summe von 1.800 Tonnen.

Whale and Dolphin Conservation (WDC): Im Einsatz für Wale und Delfine

Bei der Whale and Dolphin Conservation (WDC) handelt es sich um die auf der ganzen Welt größte gemeinnützige Gesellschaft zum Schutz von Walen und Delfinen. Die WDC wurde 1987 in Großbritannien ins Leben gerufen und ist auch mit einem Büro in Deutschland präsent.




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