Fahrwerk des Airbus A330

Fahrwerk des Airbus A330 © Patrick Kovarik/AFP/Getty Images

Kieler Tauchroboter findet Air-France-Airbus

Wissenschaftler vom IFM-GEOMAR aus Kiel haben mit ihrem autonomen UW-Fahrzeug „Abyss“ die vermisste Air-France-Maschine gefunden, die 2009 vor Brasilien im Atlantik abstürzte

Knapp zwei Wochen nach Beginn der vierten Suchaktion gab die französische Behörde für die Untersuchung von Flugunfällen BEA (Bureau d'Enquêtes et d'Analyses pour la sécurité de l'aviation civile) bekannt, dass die drei an der Suche beteiligten Unterwasserroboter größere Wrackteile des am 1. Juni 2009 abgestürzten Airbus A330 der Air France geortet haben. Siehe dazu auch unsere News vom 27. März 2011. Eines der Unterwasserfahrzeuge ist das AUV "Abyss" des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).Suche in drei bis vier Kilometern TiefeDas AUV "Abyss" ist eines von weltweit drei zivilen autonomen Unterwasserfahrzeugen des Typs REMUS 6000. Die beiden anderen an der Suche beteiligten Roboter werden von der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts (USA) betrieben. Nachdem im Frühjahr letzten Jahres eine mehrwöchige Suchaktion erfolglos blieb, waren die Einsatzteams aus Kiel und Woods Hole, die in diesem Jahr von Bord des 54 Meter langen Forschungsschiffs "Alucia" operierten, schon nach wenigen Tagen erfolgreich. Neben einen größeren Teil der Maschine konnten auch diverse kleiner Wrackteile identifiziert werden. Nach Auskunft der die Ermittlungen leitenden französischen Behörde liegt der Fundort nicht weit von der letzten bekannten Position entfernt. Wassertiefen von 3000 bis 4000 Metern sowie ein zum Teil stark zerklüfteter Meeresboden erschwerten die Suche nach dem Wrack.Suche nach Flugschreiber geht weiter"Wir sind froh, dass wir zu Aufklärung dieses schrecklichen Unglücks beitragen können", erklärte IFM-GEOMAR Direktor Peter Herzig in einer ersten Reaktion. "Wir hoffen, dass die weitere Suche nach den Flugschreibern erfolgreich abgeschlossen werden kann, um die Ursache zu klären", so Herzig weiter. "Diese Untersuchung zeigt auch die Leistungsfähigkeit modernster Unterwassertechnologie, die wir am IFM-GEOMAR normalerweise einsetzen, um hochaktuelle wissenschaftliche Fragen zu beantworten", erklärt Professor Herzig.
Bergung mit anderen GerätschaftenAufgabe der drei eingesetzten Geräte war es, die Wrackteile aufzuspüren. Um die Wrackteile auch zu bergen, müssen andere, wiederum hochspezialisierte Geräte eingesetzt werden. Dafür kommen unter anderem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeuge wie das ROV "Kiel 6000" des IFM-GEOMAR oder aber der Tiefseeroboter "Victor 6000" des französischen Meeresforschungsinstituts Ifremer infrage. Für die Techniker des Kieler AUV-Teams bedeutet der schnelle Sucherfolg jedenfalls eine gute Chance auf baldige Heimkehr.