Der Grüne See in der Steiermark wird 2016 für Taucher gesperrt.

Der Grüne See in der Steiermark wird 2016 für Taucher gesperrt. © Herzi Pinki/Wikipedia/CC BY-SA 3.0

Tauchverbot im Grünen See

Er gilt als Karbik der Alpen: Der Grüne See in der österreichischen Steiermark lockt mit unglaublichen Sichtweiten und seinem smaragdgrünen Wasser Taucher aus der ganzen Welt an. Damit der See auch in Zukunft seine hübsche Farbe behält, soll es 2016 ein Tauchverbot für den Grünen See geben.

Die "Karibik der Alpen" wird für Taucher gesperrt: 2016 wird es ein Tauchverbot im Grünen See in der österreichischen Steiermark geben. Der Grund: Gewässerschutz. 2015 haben rund 2500 Taucher den beliebten See besucht, der in der Gemeinde Tragöß-Sankt Katharein liegt. Er steht unter Naturschutz und gilt als sensibles Gewässer. Das "Atlantis", wie der See auch genannt wird, zeichnet sich durch seine extremen Sichweite von bis zu 50 Meter und mehr aus. Nach der Schneeschmelze steigt das kristallklare Wasser so an, dass Stege, Wanderwege und Bänke untergetaucht sind. Es entsteht ein bizarres und wunderschönes UW-Szenario, das besonders bei UW-Fotografen beliebt ist. Extrem viele Taucher würden allerdings, laut Aussage des Seebesitzers, der Wasserqualität schaden. Gutachten hätten gezeigt, dass mit den Flossen viel Sand aufgewirbelt wird und dieser die schöne smaragdgrüne Farbe des Sees trüben könnte. Und genau diese Farbe ist für viele Besucher, die zum Spazierengehen an den See kommen, eine Touristenattraktion. Immerhin haben 2014 mehr als 100 000 Besucher den Grünen See in Tragöss besucht.


  1. Jörg

    Wie man auf diesen Video sehen kann ist auch dieser Taucher nicht in der Lage ohne Aufwirbelung auszukommen.
    http://tv.tauchen.de/Osterreich-ein-Tauchgang-%C3%BCber-Blumenwiesen-hinweg-und-im-kristallklaren-Wasser-des-Gr%C3%BCnen-Sees_v55.html

    Einfach mal die Fussgelenke hochstellen und nicht hängen lassen, dann klappt es auch mit dem
    Nicht-aufwirbeln.

    Ich werfe mal 3 provokante Thesen in den Raum:

    1. Die Tauchverbände schaffen es durch Ihre „Schnell-Ausbildung“ den Taucher so schlecht auszubilden das Taucher ohne Tarierfähigkeiten ins Wasser gelassen werden.

    2. Die nicht vorhandene Lobby für Taucher schafft es nicht darüber aufzuklären das es auch möglich ist einen Tauchgang zu machen ohne Sediment aufzuwirbeln.

    3. Oder: Es hätte sich auch ein Verein oder Verband dafür einsetzen können die Tauchgänge im See zu begrenzen so das die Ausübung des Tauchsports möglich wäre und trotzdem der See seine Schönheit bewahrt.

  2. Michael

    So wie es heuer war, so kann es tatsächlich nicht sein. Ich frage mich aber, warum man das Tauchen nicht ordentlich kontingentieren kann und dafür auch einen entsprechenden Obulus berappen muss (ehrlich, überall anders auf der Welt bezahlt man Länge x Breite für derartige Orte!), der dann wiederum in die allgemeine Infrastruktur gesteckt werden kann. Wenn geht aber bitte nicht in eine saxxxxdäxxxx Loipenautobahn durch den Wald!

    Andrerseits wärs mal an der Zeit für einen Parkranger, denn wenn das mit den Saufgelagen, schwimmenden Hunde und frisch eingecremten Möchtegernnaturfreaks im Wasser so weitergeht, dann kommts auf die Taucher auch nimmer drauf an!

  3. Frank

    Das Argument der Sandaufwirbelung ist bei einem See der de facto nur 1-2 Monate im Jahr besteht (während der Schneeschmelze) und dessen Seegrund zum Großteil dann aus überfluteter Wiese und Wanderwegen besteht, doch mehr als fragwürdig und klingt vorgeschoben.

    Man hätte sicher eine Lösung finden können (wie z.B. am Samaranger See).

    Auch hätte man Ausbildungsbetrieb im See verbieten können.

    Aber vermutlich haben hier ganz andere Interessen im Hintergrund eine Rolle gespielt.

  4. Hans

    Abgesehen davon, dass der See weder zu einem Gutteil aus überfluteter Wiese (sondern mit Schwebestoffen bedecktem Gestein), noch nur 1-2 Monate im Jahr besteht …

    Welche ominösen Interessen sollen das sein? Der Universalaufreger Jagtaufseher etwa? Es ist einfach wie bei vielem heutzutage. Ohne Regeln und deren strenge Exekution funktionierts in der hausverstandsbefreiten Gesellschaft aktuell einfach nicht. Es kann nicht sein, dass es an so einem Naturjuwel ärger zugeht als in jedem Strandbad.

  5. Peter

    Leider gehört das Tal dort mehr oder weniger 3 Familien, und die haben genug Geld, die wollen nur ihre Ruhe haben bzw. nutzen lieber „normale“ Besucher als Einnahmequelle.
    Würde mich nicht wundern, wenn zukünftig dann wieder eine „VIP-Ausnahmeregelung“ ala Samarenger-See kommt (bezahlen Sie 2 preislich völlig überzogene Nächtigungen in unserem Hotel, dann dürfens auch tauchen, weil dann ists umweltfreundlicher).

  6. BusRalf

    Habe schon einige TG im Grünen See gemacht, wobei meine Erfahrung dahin gehen, Samstag ab 10Uhr kann man das Tauchen im See sein lassen bzw. sollte den Einstieg meiden. Hunderte Taucher wühlen sich durchs Wasser, Tauchscooter ziehen ganze Vorhänge durch den See. Das hier was passieren musste war klar, dass es ein striktes Verbot gibt ist hart. Eine Scooterverbot und eine Taucherlimit hätten es meines Erachtens auch getan. Schade das uns wieder ein traumhafter Tauchplatz verloren gegangen ist.

  7. Piotr

    Und was mit den allen Ferienhaeusern? Die Taucher haben da ein haufen Geld immer gelassen. Jetzt heisst es – Auf Wiedersehen grosszuegige Besuchern…


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