Ein Makohai soll den Schwimmer angegriffen haben.

Ein Makohai soll den Schwimmer angegriffen haben. © Wikipedia

Tödlicher Haiunfall im Roten Meer

Bei einem tödlichen Haiunfall im Roten Meer ist ein Deutscher ums Leben gekommen. Der 53-jährige schwamm in der Bucht von Coraya, bei Marsa Alam, als ein Makohai ihn angriff. Das Tier biss ihm den Fuß ab. Der Mann starb auf dem Weg ins Krankenhaus an den schweren Blutungen.

Am Samstag den 21. März 2015 kam es in der Bucht von Coraya bei Marsa Alam zu einem tödlichen Haiunfall im Roten Meer. Ein 53-jähriger Deutscher ist dabei ums Leben gekommen. Unser Mitarbeiter Sascha Tegtmeyer ist in Ägypten vor Ort und hat sich für uns umgehört. Er hat mit einem Mitarbeiter der Coraya Divers gesprochen und berichtet: „Es handelte sich bei dem Opfer um einen Schwimmer, also weder Taucher noch Schnorchler. Er hielt sich zum Zeitpunkt des Geschehens in der Bucht, also quasi in der Nähe des Hausriffs der Coraya Divers, auf. Er habe sich dort nur wenige Meter vom Steg entfernt an einem Ponton oder einer Boje festgehalten, die von den Tauchern als Referenz zum Tieftauchen genutzt wird.  Diese sei sehr beliebt bei Tauchern, Schnorchlern und Schwimmern, um sich mal festzuhalten und kurz auszuruhen.“

Makohai greift Taucher aus der Tiefe an

„Ein Makohai sei dann aus der Tiefe gekommen und habe den Schwimmer am Fuß/Bein gepackt und versucht, ihn in die Tiefe zu zerren. Es hat dann wohl so eine Art Kampf zwischen Hai und Schwimmer gegeben. Der Schwimmer hat gestrampelt, gewunken und um Hilfe gerufen und sich gewehrt, und im Verlauf dessen hat der Hai dem Schwimmer das Bein unterhalb des Knies abgerissen. Ein Zodiac-Fahrer ist auf den Mann aufmerksam geworden und hat ihn dann versucht ins Boot zu ziehen. Der Hai war dermaßen im Blutrausch, dass er selbst dann versucht hat, nochmal nachzufassen“, so Tegtmeyer.



  1. lani

    Danke für den ersten ernsthaften Bericht über den Unfall abseits der Regenbogenpresse.

    Wir werden trotzdem Ende Juni genau dort hin zum Tauchen fahren.

  2. Redaktion

    Kleiner Nachtrag. Tauchbasenleiter Hans Heinz Dilthey von den Coraya Divers schrieb uns: „Obwohl sich seit dem Unfall kein Hai mehr in oder vor der Bucht gezeigt hat, gilt bis auf weiteres ein Schwimm-und Schnorchelverbot in der äußeren/meerseitigen Hälfte der Bucht. Eine gedachte Linie vom Strand (auf der Nordseite) bis zum Steg (auf der Südseite der Bucht) wird von ‚Baywatchern‘ auf beiden Seiten überwacht, die jeden, der diese Linie überschwimmt, sofort zurückpfeifen. Sollte sich dazu eine Änderung ergeben werde ich euch umgehend informieren.“

  3. TB

    Wieso wird nicht genauer untersucht, z.B. durch die übliche Untersuchung der Bissspuren, um was für einen Hai es sich handelte?
    Wenn es in Ägypten wie andernorts gelesen solche Experten tatsächlich nicht gibt, wieso schaut sich dann auch sonst keiner die Bissspuren an, z.B. vom sharkproject oder spezialisierte forensiker?

    Um einen solchen Unfall zu verstehen und daraus lernen zu können und damit nicht nur andere Menschen sondern auch die Haie (vor den Folgen der Hai-Angst wie dämlichen anschließenden Tötungsaktionen) besser schützen zu können, ist eine genaue Analyse aller Umstände und Gegebenheiten zwingend erforderlich.

    Wtf, warum geschieht dies nicht?!

  4. Toni

    @TB, „…warum geschied dies nicht?“:
    …weil es nun mal nicht immer nach TB gehen kann, sondern ab und zu auch nach dem Opfer bzw. seinen Angehörigen.

    • Stefan

      Wir fliegen demnächst an die Coraya Bay.Ich schnorchle seit Jahren mit Begeisterung,nun habe ich schon ein komisches Gefühl dabei.Mich würde schon genauer interessieren wo der Unfall passierte.Wenn das nahe des Steg war,dann war der Hai in der Bucht und nicht am aüßeren Hausriff.
      Vielleicht weiß jemand genaueres!?

  5. Kristina

    Hi Stefan. Wir sind genau an dem Tag dort angekommen als das schreckliche Ereignis geschah. Soweit ich weiß wurde der Mann sehr nahe des Steges angegriffen. Ich denke dass es mehr rechts geschah, da das Ehepaar im Lamaya wohnte 🙁

    Wir hatten uns zu dem Zeitpunkt kurz hingelegt um die lange Reise zu verdauen, wurden dann aber durch die Schreie geweckt.

    Die Angestellten vor Ort hatten aber immer alle halbe Stunde Ausschau auf dem offenen Meer (mit dem Boot wurde rausgefahren) geschaut. Hin und wieder musste man das Wasser sofort verlassen. Aber ich denke, dass die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend sind. Wenn die gelockert wurden, hätte ich keine Bendenken. Gott sei dank sind Haiangriffe immer noch eine seltenheit.

    Mich würde vielmehr interessieren, ob der Hai nun gefunden wurde. Ich hatte das Gefühl, dass das Personal diesen Hai um jeden Preis finden und umbringen wollte. Ich würde gern wissen, um welchen Hai die ganze Zeit gesprochen wird.

    Liebe Grüße

  6. Stefan

    Danke Kristina,

    aber war der Hai nochmals zu sehen da alle schnellstens aus dem Wasser sollten? Da wird ja viel geschrieben.Es heißt es soll ein Schwimmer gewesen sein der während der Dämmerung schwamm und es soll viel Plankton im Wasser gewesen sein.Also schlechte Sicht,außerdem hielten sich anscheinend Mantas in der Bucht auf.
    Wurde das Opfer nun von einem Zodiac geborgen oder von einem andern Schnorchler?
    Bin ziemlich beunruhigt wegen dem Vorfall.

    Gruß

  7. Heinz Krüger , Cottbus

    Zur tödlichen Haiattacke in der CORAIA-Bucht im April 2015

    Um ca. 16:30 schnorchelte ich an selbiger Stelle der Bucht . Etwa 15 Minuten vor dem tödlichen Unfall
    begegnete ich vermutlich diesen einsamen Schwimmer . Meine Gedanken : bin nun doch nicht ganz alleine hier draußen . Ich durchschwamm die Bucht zur anderen Riffseite wie immer , etwa bei der Roten Tonne und verließ am Steg das Wasser . Beim Umziehen nach dem Duschen begannen
    ( von unserer Liege sichtbar ) die Rettungsaktionen etwa in Höhe der Roten Tonne . Beim Herausziehen des Opfers war wüstes Plantschen am Rettungsboot zu sehen . Der Haifisch wollte sein Opfer nicht hergeben und sprang zum Boot hoch . Die Wiederbelebungsversuche am Steg
    waren erfolglos , es waren kaum Blutspuren zuerkennen . Der Blutverlust im Wasser muss
    sehr extrem gewesen sein .
    Die 2. Urlaubswoche war nur noch ein Warten auf die Heimkehr .
    Waren die 15 Minuten Differenz mein Schicksal ?
    Jetzt im Oktober habe ich nun häufiger Albträume von einem “ Riesenhai .
    Heute Nacht waren es 2 Haie ! Ich versuche es trotzdem gelassen zu sehen .
    Glück gehabt !

    Es grüßt ein “ ehemaliger “ Schnorchler
    Heinz Krüger

  8. Stefan

    Hallo Heinz

    das ist ja richtig gruselig was du da schreibst.Wir waren im August in der Coraya Bay.Ich war ich schnorcheln und hatte dabei immer ein mulmiges Gefühl.Man erfährt ja Vorort nicht viel über den tragischen Unfall.Es scheint wohl ein ziemlich großer Makohai gewesen zu sein.Wobei diese Art ein Hochseehai ist und eigentlich an der Küste nicht anzutreffen sei.Außerdem sagten man mir das es bereits begann dunkel zu werden.So wie du sagst verstarb der Mann bereits am Steg und nicht auf dem Weg ins Krankenhaus.Es soll sich um einen deutschen Stammgast im Lamaya gehandelt haben.
    Trauriger Vorfall der hoffentlich nicht wieder vorkommt!

    Gruß,Stefan


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