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Weißer Hai stirbt im Aquarium

Das japanische Okinawa Churaumi Aquarium hat versucht, einen Weißen Hai in einem Ausstellungsbecken zu halten. Das junge Männchen ist am Freitag den 8. Januar 2016 gestorben. Es hat kein Futter angenommen. Die Haltung von Weißen Haien wird immer wieder versucht und steht weltweit in der Kritik.

Traurige Nachricht aus Japan. Das Churaumi Aquarium in Okinawa hat am Montag den 4. Januar 2016 einen 3,5 Meter langen Weißen Hai gefangen und in einem Becken ausgestellt. Bislang wurden in Aquarien nur junge Weiße Haie gehalten, in diesem Fall handelte es sich wohl um ein Männchen. Die Aquariumsangestellten haben versucht, den Hai mit Fisch, Tintenfisch und sogar Schwein zu füttern, aber er hat das Futter nicht angenommen. Helfer mußten das Tier immer wieder vom Beckenrand wegdrängen, weil der Hai sonst gegen die Wände geschwommen wäre. Nachdem das Tier immer wieder aufgehört hat zu schwimmen und auf den Boden sank, wurde es in ein anderes Becken gesetzt. Dort ist der Weiße Hai dann heute verstorben.

Kommentar von TAUCHEN-Redakteurin Jasmin Jaerisch: „Es wird schon seit Jahren immer wieder versucht Weiße Haie im Aquarium zu halten, aber die gefangenen Jungtiere haben nie überlebt oder mußten rechtzeitig ausgewildert werden. In den letzten 50 Jahren hat es weltweit 37 Versuche gegeben, den großen Raubfisch in einem Aquarium zu untersuchen. Ein Tier hatte sogar 198 Tage im Aquarium von Monterey Bay überlebt, mußte aber, nachdem es andere Haie attackiert hatte, wieder in die Freiheit überführt werden. Die Tierpfleger haben sich tatsächlich darüber gewundert, dass der Hai ein Jagdverhalten ausgebildet hat. Was soll der Hai sonst tun? Das ist seine Natur! Vielleicht sollten die Betreiber endlich einsehen, dass diese Tiere, die zu den größten Raubtieren unserer Ozeane gehören, wirklich nichts im Aquarium verloren haben. Sie werden viel zu groß, brauchen ständige Bewegung und sind definitiv nicht für die Käfighaltung gedacht. Es sollte ein offizielles Verbot für Haltung von Weißen Haien geben, ebenso wie für Schwertwale und Delphine, die genauso ungeeignet sind. Es gibt genügend Orte auf der Welt, wo man diese wunderschönen Meeresbewohner in freier Wildbahn, in ihrem natürlich Umfeld beobachten kann.