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Militärisches Sonar gilt als Hauptverursacher von Unterwasserlärm

Militärisches Sonar gilt als Hauptverursacher von Unterwasserlärm

World Oceans Day 2013

Anlässlich des World Oceans Day am 8. Juni 2013 startet eine Koalition internationaler Tier-, Arten- und Umweltschutzverbände eine Kampagne zur Reduktion des Unterwasserlärms

Zum „World Oceans Day“ am 8. Juni startet eine internationale Koalition aus Artenschutzverbänden mit „Silent Oceans“ eine intensive Kampagne gegen Unterwasserlärm. Unter der Leitung von OceanCare verfolgen die Organisationen das Ziel, die Meeresbewohner in Zukunft wirksam vor Lärm zu schützen. Im Fokus der Kampagne stehen die drei größten Lärmverursacher: Militär, Ölindustrie und Schifffahrt.

Militärsonare bedrohen Meeressäuger
Seit Jahren verbessert sich unser Wissensstand über die Gefahren und Folgen intensiver Lärmquellen für das marine Ökosystem: Die Kommunikation von Meeressäugern wird überlagert und Wale stranden. Aber auch Fischschwärme kollabieren, Meeresschildkröten fliehen. Sogar Korallenlarven werden in ihrer Existenz bedroht. Hauptverantwortlich für den Unterwasserlärm sind Militärsonare, die Suche nach Rohstoffen und der starke Schiffsverkehr. In manchen Meeresgebieten hat sich seit 1950 der Schallpegel alle zehn Jahre verdoppelt. Die UNO zählt Unterwasserlärm zu den fünf größten Gefahren für Meeressäuger. Trotzdem gibt es bis heute kaum konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Unterwasserlärm.
„Militärs wollen sich mit dem Verweis auf die nationale Sicherheit jeglicher Verantwortung entziehen und die Ölindustrie ignoriert aus Kostengründen bereits vorhandene Technologien zur Reduzierung bedrohlicher Lärmpegel. Also brauchen wir die Öffentlichkeit, um den Meeresbewohnern Gehör zu verschaffen“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare und Leiterin der Kampagne. „Doch gerade das ist eine enorme Herausforderung. Wir müssen ein sehr komplexes und schwieriges Thema verständlich kommunizieren, um den Menschen die Tragweite der Bedrohung zu vermitteln“, so Lüber.
Die Silent-Oceans-Kampagne folgt einem 10-Punkte-Plan, um in den Ozeanen für mehr Ruhe zu sorgen. Der Plan umfasst unter anderem folgende Forderungen:

  • internationales Regelwerk zur Reduktion von Unterwasserlärm
  • Einsetzung von Lärmobergrenzen
  • kein Einsatz intensiver Lärmquellen in besonders sensiblen Meereszonen und  Schutzgebieten
  • verpflichtender Einsatz der besten verfügbaren lärmreduzierenden Technologien
  • umfassende Umweltverträglichkeitsprüfungen

Besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklungen im Mittelmeer gerichtet. Für Millionen von Touristen ist das Mittelmeer weiterhin der Ort, um Ruhe zu finden. Eine Idylle, die in der Unterwasserwelt des europäischen Hausmeeres längst verloren gegangen ist.

Hier der Film zur Kampagne gegen Unterwasserlärm:

Unterwasserlärm Die übersehene Katastrophe from OceanCare on Vimeo.

Diese Organisationen beteiligen sich an der Kampagne:

Animal Welfare Institute (AWI) widmet sich der Verringerung von Tierleid. AWI strebt eine bessere Behandlung der Tiere in allen Bereichen an – im Versuchslabor, in der Landwirtschaft, im Handel, in Haushalten und in freier Wildbahn.

Ocean Mammal Institute (OMI) erforscht die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf Wale und Delphine. OMI ist darauf ausgelegt, die Kluft zwischen Einzelpersonen, Wissenschaft und Technologie zu verschmälern und die innere Verbindung mit der Natur zu vergrössern.

Whale and Dolphin Conservation (WDC) ist die grösste internationale Organisation, die sich ausschliesslich dem Schutz von Walen und Delfinen widmet.