Collage aus Luftaufnahme, Resort und Tauchmotiven im Süd-Malé-Atoll und Noonu-Atoll der Malediven
Reise Reiseberichte

Inseln der Superlative – Tauchen auf Olhuveli und im Noonu-Atoll

Zwei Inselwelten auf den Malediven: Tauchen im Süd-Malé-Atoll und Noonu-Atoll mit Wrack, Haien und vielfältigen Riffen. Reisebericht aus Olhuveli und Siyam World.

Benjamin Schulze

Im Süd-Malé-Atoll beginnt diese Reise – und sie führt weiter in das nördlich gelegene Noonu-Atoll. Zwei Regionen, zwei Inselkonzepte, verbunden durch das, was die Malediven ausmacht: türkisfarbenes Wasser, lebendige Riffe mit viel Großfisch und die Weite des Ozeans.

Es ist später Nachmittag, als die Maschine in Frankfurt abhebt. Eine Reise beginnt, die zu zwei Inseln führt, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch denselben Charakter tragen. Über Dubai geht es nach Malé, dem internationalen Drehkreuz der Malediven. Vor dem Velana Airport in Malé wartet tropischer Regen.

Ankunft im Süd-Malé-Atoll: Drei Inseln im Sturm

Im Terminal sammelt sich unsere kleine Gruppe. Der Regen prasselt schwer auf das Dach, warm und konstant. Das Team von Sun Siyam übernimmt das Gepäck, wenige Minuten später sitzen wir im Speedboot.

Ankunft mit dem Speedboot am Steg des Resorts Olhuveli im Süd-Malé-Atoll der Malediven
Süd-Malé-Atoll, Malediven: Ankunft am Steg von Olhuveli per Speedboot vom Flughafen Malé, Transferzeit rund 40 Minuten

Die Überfahrt dauert rund 40 Minuten – und wird zur ersten Begegnung mit dem Indischen Ozean. Die See ist unruhig, das Boot arbeitet sich durch die Wellen, Gischt schlägt gegen die Scheiben. Draußen verschwimmen Regen, Meer und Horizont zu einer grauen Fläche.

Erst kurz vor der Ankunft tauchen sie auf: die Umrisse von Olhuveli.
Drei Inseln, verbunden durch Stege, rahmen sie die große Lagune in der MItte ein, die selbst im Regen erkennbar türkis schimmert.

Olhuveli: Weite statt Enge

Olhuveli ist groß, aber nicht überfordernd. Shuttlebusse verbinden die Inselteile, Strände, Pools und Restaurants verteilen die Gäste. Selbst bei hoher Auslastung entsteht kein Gefühl von Enge.

Offenes Badezimmer einer Beach Villa im Resort Olhuveli auf den Malediven
Offenes Badezimmer einer Beach Villa im Resort Olhuveli mit Badewanne und Außendusche

Meine Beach Villa liegt direkt am Wasser. Hinter dem Wohnraum ein halboffenes Bad, davor der Strand, dazwischen ein eigener Pool. Am nächsten Morgen ist der Regen verschwunden. Die Terrassentür steht offen, das Meer ist sofort da – ruhig, gleichmäßig, präsent.

Tauchen vor Olhuveli: Der erste Blick unter Wasser

Der Einstieg erfolgt direkt am Steg. Ein paar Flossenschläge, dann öffnet sich das Riff.

Korallenformationen ziehen sich entlang der Kante, dazwischen Schwärme von Schnappern, Falterfischen und Drückerfischen. Eine Schildkröte gleitet ruhig durch das Bild, als würde sie die Szene strukturieren.

Die Basis arbeitet ruhig und organisiert. Auch wenn es voll wird, bleibt der Ablauf klar.

Tropischer Strand mit schrägen Palmen und türkisfarbener Lagune auf den Malediven
Windgeprägte Palmen und feiner Sandstrand prägen das Bild der offenen Seite zum Meer hin.

Koen Zuurbier, der seit Jahrzehnten auf den Malediven taucht und die Basen der Sun Siyam-Gruppe betreut, bringt es später auf den Punkt:
»Kandooma Thila ist einer der schönsten Tauchspots der Malediven – hier kannst du mit allem rechnen, was es an Großfisch gibt.«

Kandooma Thila: Wenn die Strömung fehlt

Der Spot liegt nur eine kurze Bootsfahrt entfernt. Normalerweise ist er geprägt von starker Strömung, die Taucher sichern sich mit Riffhaken, während Haie und Rochen im Wasser stehen.

An diesem Tag ist alles anders.

Die Strömung bleibt aus. Das Wasser wirkt fast ruhig – und genau das verändert den Tauchgang. Die Tiere bewegen sich freier, weniger berechenbar. Es dauert länger, sie zu finden.

Dann tauchen sie auf: ein Schwarm Grauer Riffhaie, kompakt, ruhig, kraftvoll. Wenig später ziehen Adlerrochen vorbei.

Nicht spektakulär im klassischen Sinn – aber genau deshalb eindrücklich.

Tauchausrüstung und Nitrox-Flaschen an Bord eines Tauchboots auf den Malediven
Vorbereitung an Bord: Flaschen, Kameras und Equipment werden für den nächsten Tauchgang bereitgemacht

Nachhaltigkeit: Mehr als ein Konzept

Zwischen den Tauchgängen geht es um ein Thema, das auf den Malediven zunehmend Gewicht bekommt: Nachhaltigkeit.

Chaminda Upul Kumara, Sustainability Project Manager, erklärt die Strategie:
»Wir planen, in den nächsten Jahren rund ein Drittel unseres Energiebedarfs über Solarmodule zu decken.«

Dazu kommen Wasseraufbereitung, Recycling und Projekte in lokalen Gemeinden.
»In den vergangenen vier Jahren haben wir etwa eine Million US-Dollar investiert«, sagt er.

Es sind Zahlen – aber sie stehen für einen Wandel, der auf den Inseln sichtbar wird.

Karte der Malediven mit markierten Standorten der Resorts Olhuveli im Süd-Malé-Atoll und Siyam World im Noonu-Atoll
Malediven: Lage der Resorts Olhuveli im Süd-Malé-Atoll und Siyam World im Noonu-Atoll.

Perspektivwechsel: Flug ins Noonu-Atoll

Der Wechsel erfolgt per Wasserflugzeug. Das Dröhnen der Propeller, der Geruch von Kerosin, dann hebt die Maschine ab.

Unter uns ziehen die Atolle vorbei. Kreise aus Korallen, die Lagunen einschließen, dazwischen das tiefe Blau des offenen Ozeans. Wir fliegen unter einer dichten Wolkendecke, der Regen begleitet uns weiter.

Nach 45 Minuten setzt das Flugzeug vor Dhigurah auf.

Luftaufnahme eines Malediven-Resorts mit Wasservillen und türkisfarbener Lagune
Dhigurah mit Siyam World: weitläufige Inselstruktur mit markanten Stegen und Villenfeldern

Siyam World: Größe als Konzept

Die Insel von Siyam World ist mit 54 Hektar deutlich größer als klassische Resortinseln. Die Dimensionen sind spürbar: breite Wege, lange Distanzen, viele Möglichkeiten.

469 Villen, jede mit eigenem Pool. Wasservillen mit direktem Zugang zur Lagune – und einer Rutsche ins Meer.
Trotz der Größe gibt es ruhige Bereiche. Wer sie sucht, findet sie.

Wracktauchen: Ein neues Riff entsteht

Vor der Westküste liegt das Wrack. Noch relativ neu, aber bereits voller Leben.

Glasfische flirren in den Aufbauten, darüber ziehen Fledermausfische, im Freiwasser jagen Thunfische. Die Struktur ist offen genug für Penetration, gleichzeitig stabil und gut zugänglich.

Koen Zuurbier erinnert sich an die Versenkung:
»Beim Versenken ist das Wrack abgekippt. Wir haben es mit viel Arbeit wieder aufgerichtet – jetzt ist es sicher betauchbar.«

Ein künstliches Riff, das bereits funktioniert.

Shark Point und Christmas Tree

Taucher bereiten ihre Ausrüstung auf einem Tauchboot vor
Vor dem Tauchgang wird die Ausrüstung an Bord organisiert und überprüft

Die Bootsfahrten führen zu weiteren Spots im Noonu-Atoll.

Shark Point ist ein Plateau in mittlerer Tiefe. Strömung bringt Nährstoffe, Haie folgen. Weißspitzen, Graue Riffhaie, dazu Schildkröten und gelegentlich Sepien.

Ganz anders: Christmas Tree.

Ein Riff mit Überhängen, kleinen Durchbrüchen und dichtem Bewuchs. Licht fällt in die Strukturen, verändert Farben, schafft Tiefe.
Koen beschreibt es so:
»Wenn man den Spot von oben sieht, erinnert die Struktur an einen Weihnachtsbaum.«

Es ist einer dieser Tauchplätze, die weniger durch Großfisch, sondern durch Atmosphäre wirken.

Riffhai über Korallenboden mit Federstern im Vordergrund
Ein grauer Riffhai schwimmt über ein flaches Korallenriff, im Vordergrund sitzt ein auffälliger Federstern zwischen Hartkorallen

Zwei Inseln, ein Fazit

Am Ende dieser Reise stehen zwei Inseln, die kaum vergleichbar sind – und genau deshalb zusammengehören.

Olhuveli im Süd-Malé-Atoll: strukturiert, nah an klassischen Tauchplätzen, geprägt von Strömung und Großfisch.

Siyam World im Noonu-Atoll: groß, vielseitig, mit eigenem Wrack und einem breiten Spektrum an Möglichkeiten.

Was beide verbindet, ist mehr als das Meer. Es ist die Art, wie dieses Meer erlebbar wird – über und unter der Oberfläche.

Als das Wasserflugzeug schließlich wieder abhebt, ziehen die Atolle erneut unter uns vorbei. Diesmal bei Tageslicht.

Und plötzlich wirkt alles klarer als zu Beginn der Reise.

Du möchtest noch mehr über die Inseln erfahren?
Hier findest du einen Videorundgang bei den beiden Tauchbasen auf den Inseln Olhuveli und Siyam World.

Reiseinfos Malediven – Süd-Malé-Atoll & Noonu-Atoll

Anreise

Die Anreise erfolgt international über den Velana International Airport in Malé. Olhuveli im Süd-Malé-Atoll ist in rund 40 Minuten per Speedboot erreichbar. Siyam World im Noonu-Atoll wird per Wasserflugzeug in etwa 45 Minuten angeflogen.

Beste Reisezeit

Die Malediven sind ganzjährig bereisbar.

  • Januar bis April: ruhige See, gute Sichtweiten, stabile Wetterlage
  • Mai bis Oktober: Südwestmonsun mit mehr Wind und vereinzelten Regenfällen, dafür häufig Großfisch
  • November und Dezember: Übergangszeit mit meist guten Bedingungen

Wassertemperaturen liegen konstant zwischen 27 und 30 Grad Celsius. Die Sichtweiten variieren saisonal zwischen etwa 15 und 30 Metern.

Tauchen

Das Süd-Malé-Atoll ist bekannt für strömungsreiche Tauchplätze und Großfisch wie Riffhaie und Adlerrochen.
Das Noonu-Atoll bietet eine Mischung aus klassischen Riffen, ruhigeren Spots und künstlichen Strukturen wie Wracks.
Getaucht wird meist vom Dhoni (Tauchboot), ergänzt durch Hausrifftauchgänge.

Ausrüstung

Leihausrüstung ist in beiden Resorts verfügbar. Empfohlen werden 3–5 mm Neopren, Riffhaken für Strömungstauchgänge sowie eine Boje.

Verständigung

Landessprache ist Dhivehi. In Resorts und Tauchbasen ist Englisch Standard, häufig wird auch Deutsch gesprochen.

Zahlung

In Resorts erfolgt die Bezahlung nahezu vollständig bargeldlos. Kreditkarten wie Visa, Mastercard und American Express werden akzeptiert. Ausgaben werden auf das Zimmer gebucht und beim Check-out beglichen.

Gesundheit und Sicherheit

Es sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Standardimpfungen sollten aktuell sein. Sonnenschutz und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind aufgrund der intensiven UV-Strahlung wichtig.

Häufige Fragen zu Reisen mit Sun Siyam auf den Malediven

Wie unterscheiden sich die Resorts von Sun Siyam?
Die Resorts variieren stark in Größe und Konzept. Olhuveli bietet eine Kombination aus mehreren Inselteilen mit direktem Zugang zu klassischen Tauchplätzen im Süd-Malé-Atoll. Siyam World im Noonu-Atoll ist deutlich größer und bietet ein breiteres Freizeitangebot sowie ein eigenes Wrack.

Für wen eignen sich die Inseln?
Olhuveli spricht vor allem Taucher und Paare an, die Wert auf gute Erreichbarkeit und klassische Malediven-Spots legen. Siyam World richtet sich zusätzlich an Familien und Gäste, die ein umfangreiches Aktivitätsangebot suchen.

Wie sind die Tauchbasen organisiert?
Die Basen arbeiten nach internationalen Standards mit erfahrenen Guides. Hausrifftauchgänge und Bootsausfahrten werden kombiniert. Das Angebot reicht von Einsteigerausbildung bis zu geführten Strömungstauchgängen.

Gibt es Großfisch zu sehen?
Ja, insbesondere im Süd-Malé-Atoll sind Begegnungen mit Grauen Riffhaien und Adlerrochen regelmäßig möglich. Im Noonu-Atoll sind Haie ebenfalls präsent, ergänzt durch Wrack- und Rifflandschaften.

Wie nachhaltig arbeiten die Resorts?
Sun Siyam investiert in Solarenergie, Wasseraufbereitung und Recycling. Zudem werden lokale Gemeinden durch Bildungs- und Infrastrukturprojekte unterstützt.

Wie erfolgt der Transfer zwischen den Inseln?
Zwischen weiter entfernten Atollen erfolgt der Transfer per Wasserflugzeug. Innerhalb des Süd-Malé-Atolls werden Speedboote eingesetzt.

Ist Tauchen auch für Einsteiger geeignet?
Ja. Beide Resorts bieten Ausbildungskurse und betreute Tauchgänge. Hausriffe ermöglichen einfache Einstiege, während erfahrene Taucher von anspruchsvolleren Spots profitieren.