Blackwater Diving in Palau: Seltsame Kreaturen aus der Tiefsee

Ich hänge hier in der schwarzen Nacht mitten im Pazifik, weit weg von der nächsten Insel. Unter mir 1000 Meter Abgrund. Was machen wir hier eigentlich, schießt es mir durch den Kopf. Ich fange an, an mir zu zweifeln. Abenteuer hin oder her, ist das ganze eine Nummer zu groß für mich?
Große Vorsicht: Seewespen – auch bekannt als Würfelquallen – werden vom Licht angelockt und sind hochgiftig.

Große Vorsicht: Seewespen – auch bekannt als Würfelquallen – werden vom Licht angelockt und sind hochgiftig. Foto: Richard Barnden

Das gibt es nur im Schwarzwasser: Seltsame Kreaturen tanzen vor der Tauchermaske

„Nein“, hatte Paul Collins, der zweite Mann von Unique Dive Expeditions, mir am Tag zuvor versichert, „alles ganz easy, du wirst begeistert sein! Es gibt so viel Ungewöhnliches zu sehen!“ Dann schaue ich wieder nach vorne, löse meinen Blick von dieser beängstigenden, aber auch anziehenden Tiefe und suche, tja, nach was genau? Naja, nach etwas Ungewöhnlichem. Aber da ist nichts! Nur winziger, weißer Staub, doch dann fokussieren sich die Augen, stellen sich auf eine andere Größenklasse ein und plötzlich eröffnet sich eine ganz neue Welt. Aus den kleinen Partikeln werden sich windende Würmer, durchsichtige Salpen hängen aufgereiht, wie an einer Perlenkette, schwimmende Garnelen und Krebse mit viel zu langen Antennen. Ich bin umringt von massenhaft Kreaturen. Sie tanzen vor meiner Maske, drängeln sich vor meiner Lampe. Dann verlasse ich die Stange, sie ist kaum zu halten. Die Wellen lassen das Boot tanzen und mit ihm auch die Halterung. Richard hat es prophezeit, wir werden im Freiwasser tauchen müssen. Sonst eigentlich kein Problem, nur jetzt, bei Nacht und mit Strömung? Ich muss verrückt sein!