In heimischen Gewässern tauchen: Ostsee ante portas

Die Ostsee unter Wasser: Das hat Potential!

Bevor wir abtauchen können, müssen wir erst mal eine ganze Weile ins Wasser stiefeln uns noch ein bisschen rauspaddeln. Denn zwei Meter Wassertiefe sollte das Meer schon haben, bevor wir ins blaugrüne, erfrischende Wasser eintauchen. Und das hat wirklich Potenzial! Schon nach wenigen Sekunden unter Wasser bin ich ganz begeistert von dem leicht trüben, grünlichen Wasser, das war eine ganz besondere Stimmung erzeugt und eine unglaubliche Ruhe auf mich ausstrahlt. Der Grund ist voller verschiedener Muscheln und aus dem Boden wächst Seegras im Sträuchern, um das sich häufig verschiedene Muscheln und Seesterne gruppieren. Überall auf dem Boden laufen Krebse umher, die wild durcheinander wuseln – in allen Größen, Farben und Formen. Auf dem Meeresboden ist richtig was los, das hätte ich gar nicht gedacht! Wir beginnen ein Muster zu tauchen. Um ein Haar hätte ich vergessen, dass wir ja eigentlich auf einer Mission sind. Wir drei tauchen nebeneinander her, während Jessy und Andreas mit ihren Kompassen die Richtung vorgeben. Wir tauchen erst vom Ufer weg in Richtung offener See, so dass es immer tiefer und kühler wird. Auch die Landschaft ändert sich, je weiter wir nach draußen tauchen. Sind wir am äußeren Rand unseres Suchfelds angekommen, machen wir einen U-Turn und tauchen wieder zurück Richtung Strand. Deswegen heißt das Suchmuster, das wir tauchen, auch "U". Es gibt ja demgegenüber auch noch weitere Suchmuster wie Kreise oder Zick-Zack-Muster.
Mit Kompass voran: Um einen Gegenstand zu finden, taucht es sich am besten mit einem Suchmuster. Foto: Sascha Tegtmeyer

Mit Kompass voran: Um einen Gegenstand zu finden, taucht es sich am besten mit einem Suchmuster. Foto: Sascha Tegtmeyer

Die Suche am Ostsee-Grund scheint erfolglos

Auf diese Weise mit tauchen wir den kompletten Grund innerhalb unseres Suchfelds Ab. Hin und wieder schweife ich sogar komplett ab und erwische mich, wie ich mich rein mit der Unterwasserwelt beschäftige und gar nicht mehr nach dem Smartphone schaue. Mir wird während des Tauchgang klar: Wir suchen die Nadel im Heuhaufen und werden keinen Erfolg mehr haben mehr haben. Jessy und Andreas sehen das offensichtlich anders und nachdem wir fast 2 Stunden unter Wasser sind, greift Jessy beherzt in den Meeresgrund und zieht die Tasche mit meinem Smartphone aus dem Sand, die schon fast völlig mit Sediment überdeckt war. Das glaube ich jetzt nicht! Denke ich. Geschafft! Mission erfolgreich! Ich könnte vor Freude wie ein Delfin aus dem Wasser hüpfen! Nachdem wir das Gerät wieder gefunden haben, nehmen wir uns sogar noch ein bisschen Zeit, den Tauchgang zu genießen. Wir beobachten Krebse und einige kleine, frisch geschlüpfte Hornhechte, die sich zwischen dem Seegras verstecken. Nach fast zwei Stunden unter Wasser sind wir völlig unterkühlt, aber stolz aus dem Meer zurück. Das war mein längster Tauchgang aller Zeiten – und der erste in der Ostsee!


  1. Ostsee: WWF kämpft gegen Geisternetze

    […] brauchen, um sich zu zersetzen und praktisch – längst vergessen – immernoch „mitfischen“. Auch die Ostsee ist von diesem von Menschen gemachten Phänomen stark betroffen. Darum kümmert sich eine Allianz aus Naturschützern, Fischern und Tauchern darum, den Meeresboden […]


Kommentarfunktion deaktiviert.